13 Mitarbeiter des Umweltbetriebs räumen die Überreste der Silvesternacht weg
Das große Fegen nach dem Feuerwerk

Bielefeld (WB). Als gegen 8.30 Uhr eine Gruppe junger Leute nach durchfeierter Silvesternacht auf dem Heimweg ist und über den Kesselbrink läuft, sind Sefer Bakir und seine Kollegen vom Umweltbetrieb schon seit zweieinhalb Stunden im Einsatz. „So 16 bis 17 Kubikmeter Müll haben wir bislang beseitigt“, sagt Bakir und befördert schwungvoll einen ganz Arm voll Pappkartons, Raketenreste und Getränkedosen auf die Ladefläche seines Pritschenwagens.

Donnerstag, 02.01.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 02.01.2020, 08:50 Uhr
Papier und Plastik sind für Sefer Bakir (links) und David Ludwig kein Problem, gefährlich sind dagegen zersplitterte Glasflaschen. Foto: Hendrik Uffmann

Silvester und der Tag danach

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Foto: Hendrik Uffmann
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Während vielerorts noch die Partys zum Jahreswechsel ausklingen, sind die 13 Männer der beiden Reinigungskolonnen schon längst bei der Arbeit. „Um 6 Uhr haben wir angefangen“, erzählt Bakir. Zumindest seine Kollegen. Er selbst hat zusätzlich Winterdienst und war schon um 2 Uhr auf den Bergstraßen über den Teutoburger Wald unterwegs um zu schauen, ob Streufahrzeuge ausrücken müssen. „Mussten sie aber nicht, es gab keine Glätte“, erklärt Bakir, während im Hintergrund eine Kehrmaschine über den Kesselbrink fährt, der übersät ist mit Hinterlassenschaften der Nacht.

Diese zu beseitigen, ist für die Männer inzwischen Routine. „Schließlich haben wir früher auch alle mal geböllert“, findet David Ludwig. Und doch gibt es etwas, was nicht nur lästig ist, sondern auch gefährlich werden kann. „Es wäre toll, wenn die Leute ihre Flachen wenigstens heile lassen würden. Die Scherben zu beseitigen, ist sehr aufwändig“, so Ludwig. Und manchmal können die Glassplitter auch die eingespielten Abläufe durcheinander bringen, erzählt Sefer Bakir. „Im letzte Jahr hatten wir an einem Fahrzeug zwei mal einen Platten.“

Viele freiwillig im Einsatz

Im Einsatz sind an diesem Morgen neben den Männern, die zu Besen, Schaufeln und Gebläse greifen, auch zwei größere Kehrmaschinen, eine kleinere Maschine, die vor allem auf den Geh- und Radwege unterwegs ist, sowie zwei Pritschenwagen.

Wer am Neujahrsmorgen arbeitet, werde zwar eingeteilt, viele Kollegen melden sich aber freiwillig, so Sefer Bakir. Für Thorsten Elbracht ist der Dienst zu einer Uhrzeit, in der manche noch das letzte Bier trinken, kein Problem. Um 4.30 Uhr hat für ihn am Neujahrsmorgen der Wecker geklingelt, gefeiert hat er zuvor dennoch etwas. „Dann wird halt mal etwas weniger geschlafen“, sagt der 48-Jährige augenzwinkernd.

Der Kesselbrink ist schon seit Jahren eine der Stellen in der Stadt, an der besonders viel Feuerwerk abgebrannt wird. Bevor die Reinigungstrupps dort angekommen sind, haben sie aber schon an vielen anderen Stellen für Sauberkeit gesorgt. „Gestartet sind wir am Bahnhof“, erläutert Bakir. Von dort haben sich die Kolonnen dann durch die Bahnhofstraße zum Jahnplatz vorgearbeitet, weiter durch die Fußgängerzone der Altstadt und zum Rathausplatz.

Mehr Feuerwerk, aber insgesamt weniger Müll

Insgesamt sei es in diesem Jahr etwas weniger Müll, der dabei zusammengekommen ist, zieht Sefer Bakir dann am Kesselbrink eine erste Bilanz. Peter Sundermann, der zwei Besen gleichzeitig vor sich herschiebt, findet hingegen, dass sogar mehr Feuerwerk abgebrannt wurde als in den Vorjahren. Und er macht sich seine Gedanken darüber. „Für die Umwelt und die Tiere ist die Böllerei nicht gut“, sagt er. Andererseits könne man auch nicht alles verbieten.

Gegen 13 Uhr ist dann die Schicht der beiden Reinigungskolonnen beendet. Ganz beseitigt sind alle Überreste der Silvesternacht dann aber noch nicht. „Unser Ziel ist es, die Innenstadt bis etwa 9 Uhr vom Müll befreit zu haben für die Menschen, die am Neujahrstag in den Gottesdienst gehen“, erläutert Uwe Pottharst, Betriebsmeister im Umweltbetrieb. Bis alle Stellen auch in den Stadtbezirken gereinigt seien, könne es jedoch noch einige Tage dauern.

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