Mann (59) verhaftet – Bellender Hund macht auf Leiche aufmerksam – mit Video
Nachbarschaftsstreit eskaliert: Frau in ihrer Wohnung erwürgt

Bielefeld (WB). Ein seit Monaten schwelender Nachbarschaftsstreit ist kurz vor Weihnachten eskaliert. Ein Mann (59) soll in der Nacht zum 23. Dezember in einem 52 Parteien-Wohnblock an der Bremer Straße eine Frau (34) in ihrer Wohnung erwürgt haben. Mutmaßliches Mordmotiv: Der Nachbar soll sich nach Informationen dieser Zeitung an der blinkenden Weihnachtsbeleuchtung der 34-Jährigen gestört haben. Die Lichter sollen bis in seine Wohnung gestrahlt haben.

Samstag, 28.12.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 28.12.2019, 08:08 Uhr
Am Freitag untersuchen Polizisten der Spurensicherung nochmals die Tatort-Wohnung in dem großen Mehrfamilienhaus. Foto: Christian Müller

Der 59-Jährige wurde zwei Tage nach der Tat mittags am 1. Weihnachtsfeiertag bei seiner Mutter in Bielefeld festgenommen, sagte Polizeisprecher Knut Packmohr. Ermittlungsrichterin Ricarda Zühlke verkündete dem Beschuldigten Ulf T. am 2. Weihnachtsfeiertag den Untersuchungshaftbefehl wegen Mordes an seiner Nachbarin Christina F. Der Mann schweige zu den Tatvorwürfen und sitze im hiesigen Gefängnis, sagte der ermittelnde Staatsanwalt Christoph Mackel. Zur Aufklärung der Tat wurde bei der Polizei Bielefeld die Mordkommission „Bremer“ unter der Leitung von Kriminalhauptkommissar Ralf Gelhot eingerichtet.

Das Opfer, eine hier geborene Griechin, und der mutmaßliche Täter, ein Deutscher, wohnten im Dachgeschoss des großen Wohnblocks im Norden der Bielefelder Innenstadt an der Grenze zu Schildesche Tür an Tür. Beide lebten alleine in ihren Zwei-Zimmer-Wohnungen. Offenbar gab es seit Monaten Streit zwischen Ulf T. und Christina F. Die Ausein­andersetzung soll derart heftig geführt worden sein, dass die Frau Anzeige gegen ihren Nachbarn erstattet haben soll.

Polizei: Gewaltausbruch beim 59-Jährigen

Nach Informationen dieser Zeitung soll sich der 59-Jährige zunächst über das Bellen des kleinen Hundes der Frau und zu laute Musik aus ihrer Wohnung aufgeregt haben. Dass dann noch die Weihnachtsbeleuchtung durch seine Fenster blinkte, brachte offenbar das Fass zum Überlaufen.

Eine halbe Stunde vor Mitternacht zum 23. Dezember soll es zur Tat gekommen sein, heißt es aus Ermittlerkreisen. Offenbar klingelte Ulf T. an der Tür von Christina F. und drängte sich in ihre Wohnung. Zeugen hätten berichtet, dass die Nachbarn gestritten hätten, sagte Polizeisprecher Knut Packmohr. Dann soll es einen Gewaltausbruch beim 59-Jährigen gegeben haben: Er soll seine Nachbarin Minuten lang zu Tode gewürgt haben. Danach ging Ulf T. offenbar wieder in seine kleine Wohnung zurück.

Die Leiche soll auf dem Fußboden gelegen haben

Die Leiche der Frau wurde erst am frühen Morgen des 23. Dezember entdeckt. Ein anderer Bewohner des großen Hauses rief die Polizei zur Bremer Straße, weil der kleine Hund der 34-Jährigen andauernd bellte. Polizeisprecher Packmohr: „Die Beamten befürchteten einen Notfall und drangen in die Wohnung ein, wo sie die 34-jährige Bewohnerin tot auffanden.“ Die Leiche soll auf dem Fußboden gelegen haben, heißt es von der Mordkommission.

Nach ersten Hinweisen auf ein Gewaltverbrechen kurz nach dem Fund der Toten gab es dann einen Tag später Gewissheit. Rechtsmediziner bestätigten nach der Obduktion der Leiche der 34-Jährigen an Heiligabend, dass die Frau erwürgt wurde. Bei den weiteren Ermittlungen hätten sich Anhaltspunkte ergeben, die den Tatverdacht gegen den Nachbarn erhärteten, sagte der Polizeisprecher.

Am 1. Weihnachtstag klickten mittags für Ulf T. die Handschellen. Er war gerade mit seiner Mutter vom Essen gekommen und ließ sich widerstandslos abführen, so sein Verteidiger Torsten Giesecke.

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