Nach Tod von zwei 16-Jährigen wurde erneut auf Detmolder Straße in Bielefeld geblitzt Unfallfahrer war viel zu schnell

Bielefeld (WB). Zum zweiten Mal nach dem Unfall vom 20. Oktober auf der Detmolder Straße mit zwei Toten und fünf Verletzten hat das Ordnungsamt mit dem mobilen Superblitzer „Bernhard“ die Geschwindigkeit in dem Bereich überwacht. Die Bilanz der durchgehenden Messung vom 25. November bis zum 1. Dezember in Höhe des Hauses Detmolder Straße 72: 112 Geschwindigkeitsverstöße in Richtung stadtauswärts nahe der Unfallstelle zwischen den Einmündungen August-Bebel- und Teutoburger Straße.

Von Jens Heinze
Zwei 16-Jährige starben am 20. Oktober bei diesem Unfall auf der Detmolder Straße. Fünf Menschen wurden verletzt.
Zwei 16-Jährige starben am 20. Oktober bei diesem Unfall auf der Detmolder Straße. Fünf Menschen wurden verletzt. Foto: Hendrik Uffmann

„Die 112 Verstöße lagen im Verwarngeldbereich. Das zulässige Tempo 50 wurde um maximal 20 Kilometer in der Stunde überschritten“, sagte Norman Rosenland, beim Ordnungsamt zuständig für Verkehrsordnungswidrigkeiten. Beim ersten Blitzereinsatz vom 12. bis zum 17. November war die Bilanz in Richtung stadtauswärts noch deutlich negativer ausgefallen (das WESTFALEN-BLATT berichtete). „Bernhard“ lichtete damals 199 Raser am Steuer ab. Zwei Fahrer lagen mit gemessenen 81 Kilometern in der Stunde im Bußgeldbereich von je 160 Euro und kassierten jeweils zwei Punkte im Flensburger Verkehrstäterregister. Zudem gab es einen Monat Führerscheinentzug.

In beide Richtungen geblitzt

Beim zweiten Einsatz Ende November überwachte der in beide Richtungen messende Superblitzer „Bernhard“ auch den Straßenverkehr stadteinwärts. 139 Verstöße, davon 136 im Verwarngeldbereich bis 35 Euro und drei Bußgeldfälle mit Punkten in Flensburg, lautete das Fazit aus dem Ordnungsamt. Der schnellste Autofahrer sei mit Tempo 75 geblitzt worden.

Insgesamt sei die Zahl der Geschwindigkeitsverstöße nicht auffällig hoch, lautete die Einschätzung aus dem Ordnungsamt nach dem zweiten Blitzereinsatz an der Stelle des tödlichen Unfalls vom 20. Oktober. Das decke sich mit den Angaben der Polizei, die den Bereich zwischen August-Bebel- und Teutoburger Straße nicht als Unfallhäufungsstelle einstufe.

Unterdessen zeichnet sich immer deutlicher ab, dass der Unfall mit zwei Toten vom 20. Oktober auf menschliches Versagen am Steuer zurück zu führen ist. Der Fahrer (35) eines silberfarbenen Opel Zafira verlor damals offenbar wegen stark überhöhter Geschwindigkeit in einer Kurve auf der regennassen Detmolder Straße die Kontrolle über sein Auto. Der Opel prallte stadtauswärts frontal gegen eine Steinmauer und gegen einen Ampelmast.

Tachonadel des total demolierten Unfallfahrzeugs blieb bei 80 km/h stehen

Nach Informationen dieser Zeitung blieb die Tachonadel des total demolierten Unfallfahrzeugs bei 80 km/h stehen, als der mit sieben Hochzeitsgästen besetzte Opel verunglückte. „Der Fahrer war bei erlaubten 50 Kilometer in der Stunde mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit unterwegs“, sagte die ermittelnde Staatsanwältin Claudia Bosse. Dem 35-Jährigen am Autosteuer drohe eine Anklage wegen fahrlässiger Tötung von zwei 16-jährigen Beifahrern, bestätigte die Staatsanwältin. Wesentliche Bedeutung bei einem möglichen Strafprozess hat das Unfallgutachten eines Experten der Prüforganisation Dekra.

Staatsanwältin Bosse zufolge gibt es aber auch eine gute Nachricht. Alle überlebenden Unfallopfer, darunter die am 20. Oktober lebensgefährlich verletzte 25-jährige Frau, haben inzwischen die Krankenhäuser verlassen können.

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