Bis zu 16.000 Sendungen pro Tag erreichen von der DHL-Basis am Südring die Kunden
Weihnachtszeit hält Paketboten in Atem

Bielefeld­(WB). Dieser Job „ist knackig, der härteste den wir haben“, sagt Post-Sprecher Rainer Ernzer und weist auf das kleine Heer der Paketboten, das gerade die Flotte gelber Lieferfahrzeuge mit den bis zu 31,5 Kilogramm schweren Paketen belädt. Es ist bereits die zweite Welle von Fahrern, die an diesem Morgen die Ladebuchten der DHL-Zustellbasis am Südring angesteuert haben, durchschnittlich 200 Pakete aufladen und dann in Richtung ihrer Zustellbezirke aufbrechen.

Montag, 09.12.2019, 06:00 Uhr
Alexandra Telgheider und ihr Fahrzeug sind auf Weihnachten eingestellt. Mit Mütze und Geweih steuern sie den Zustellbezirk Avenwedde an. Foto: Bernhard Pierel

In einem Geschäftsbereich, der aufgrund des zunehmenden Online-Handels stetig wächst, müssen die Paketboten in der Weihnachtszeit noch einmal eine ordentliche Schippe drauflegen. Von der Zustellbasis am Südring aus – eine von dreien in Bielefeld – werden normalerweise rund 9000 Pakete pro Tag an Kunden in Bielefeld und Gütersloh ausgeliefert, sagt Basis-Leiter Dieter Ostermann. 45 Fahrer sind dafür im Einsatz. In der Weihnachtszeit steigt das Volumen auf bis zu 16.000 Sendungen. „Das ist eine Herausforderung, das geht nur mit mehr Personal und zusätzlichen Fahrzeugen“, sagt Ernzer. Auf 67 Boten ist die Mannschaft in diesen Wochen angewachsen.

Verkehrslage erschwert die Arbeit

Der Nikolaus-Tag gehörte schon zu den Tagen mit besonders großem Paketaufkommen. Höhepunkt werde wohl der 20. Dezember sein, sagt Dieter Ostermann. Und dann ist das Weihnachtsgeschäft noch lange nicht vorbei. Den ganzen Januar über, so die Erfahrung, halten das Einlösen von Geschenkgutscheinen, Retouren und das Umtauschgeschäft die DHL-Zusteller noch in Atem. Was die Lage in diesem Jahr noch verschärft: Aktionen insbesondere des Online-Handels wie „Black Friday“ und „Cyber Monday“ sind diesmal ebenfalls in die Weihnachtszeit gefallen, sagt Post-Sprecher Rainer Ernzer.

Die Rahmenbedingungen werden für die Fahrer dabei nicht leichter. Sebastian Kulik etwa steuert einen Zustellbezirk in der Bielefelder Innenstadt an der Bahnhofstraße an. Dort drängt die Zeit, weil die Fußgängerzone nur bis 10.30 Uhr befahren werden darf. Und dass Ordnungskräfte bei Paketdiensten ein Auge zudrücken, ist Dieter Ostermann zufolge ein Märchen. „Wer falsch parkt, kassiert schnell ein Knöllchen“, sagt der Leiter der Zustellbasis. Der Ausbau von Radwegen ist für die Paketdienste ein Problem, weil sie das Parken am Straßenrand verhindern. Der Rückbau von Fahrspuren wie bald am Stadtring macht es den Fahrern nicht leichter, die Zunahme des Verkehrs allgemein und der Mangel an Parkplätzen ebenso.

Studenten helfen aus

Was die Arbeit leichter macht, ist indes die zunehmende Technisierung. Die Zustellbasis am Südring war die erste mechanisierte Basis in OWL. Morgens um 3.30 Uhr – im Weihnachtsgeschäft um 2 Uhr – kommen bis zu sieben Lastwagen vom Paketzentrum an der Dingerdisser Straße und bringen die Sendungen, die auf der Anlage am Südring vollautomatisch nach Zustellbezirken sortiert werden. Um 7.30 Uhr belädt die erste Fahrer-Welle die Fahrzeuge, um 9 Uhr die zweite. Kunden teilen per App immer öfter mit, an welchem Tag sie die Zustellung wünschen, wo das Paket im Falle ihrer Abwesenheit abgelegt, bei welchem Nachbarn es abgegeben werden soll. „Das hilft Kunden und Zustellern“, sagt Ernzer.

Um das Personal in auftragsstarken Zeiten aufzustocken, greift DHL Dieter Ostermann zufolge auf einen Pool an Aushilfskräften zurück, „meistens Studenten“. Ernzer zufolge sind die Fahrer bei DHL angestellt, erhalten einen Stundenlohn von 13,64 Euro bei „vernünftigen Arbeitszeiten“.

Die noch junge Zustellbasis am Südring hat ihre Kapazitätsgrenze noch nicht erreicht, auch wenn die Entwicklung rasanter verläuft, als es sich Dieter Ostermann bei der Eröffnung vor fünf Jahren vorgestellt hat. 70 Bezirke werden beliefert, 90 könnten es sein. Dann müsste man aber in drei Wellen arbeiten, „was wir eigentlich nicht wollen“, sagt Ernzer. Denn die Sendungen der dritten Welle kämen erst spät beim Kunden an.

Transport per Elektro-Fahrzeug

Vor fünf Jahren hat DHL die mechanisierte Zustellbasis am Südring gebaut, die Zustellbezirke in Teilen Güterslohs und vor allem im Süden Bielefelds versorgt. Angesichts des Wachstums im Paketgeschäft wegen des Online-Handels brauche DHL neue Zustellbasen und Paketzentren auch in der Region OWL, sagt Post-Sprecher Rainer Ernzer. In Rheda-Wiedenbrück sei eine neue Zustellbasis in Betrieb genommen worden, in Verl werde jetzt eine gebaut, und auch in Gütersloh soll es bald eine weitere Zustellbasis geben.

Ein Thema ist dabei auch der künftige Einsatz von Elektrofahrzeugen. Die neuen Zustellbasen werden dafür ausgestattet, die am Bielefelder Südring entsprechend aufgerüstet, so dass von dort aus in zwei bis drei Jahren auch elektrisch betriebene Paketfahrzeuge in die Zustellbezirke fahren.

 

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