Weihnachtsmarkt: Bielefeld Marketing setzt selbst privaten Sicherheitsdienst ein
Diskussion um Doppelstreife hält an

Bielefeld (WB/hz). Darf die Doppelstreife der privaten Sicherheitsfirma „Wachschutz Bielefeld“ bei ihren Kontrollgängen durch 20 Geschäfte an den Fußgängerzonen ihre Augen auf dem Weihnachtsmarkt offen halten und Verdächtiges der Polizei melden? Nein, das sind Streifengänge im öffentlichen Raum, die allein unsere Sache sind, sagt die Polizei.

Freitag, 06.12.2019, 15:00 Uhr
Streifengänge im öffentlichen Raum sind ihre Sache, sagt die Polizei. Foto: dpa

WESTFALEN-BLATT-Leser sind da anderer Meinung. „Gut, weiter machen” oder „Zwei zusätzliche Sicherheitsleute schaden nicht“ heißt es in den Kommentaren auf der Facebook-Seite dieser Zeitung.

„Private Sicherheitsdienste in erkennbarer Arbeitsbekleidung sind nicht Kooperationspartner der Polizei und sind auch nicht Bestandteil des Sicherheitskonzeptes zum Bielefelder Weihnachtsmarkt 2019.“ So lautete der erste Satz einer im Internet veröffentlichten Reaktion der Polizei auf den WESTFALEN-BLATT-Bericht vom Dienstag über die Weihnachtsmarkt-Doppelstreife. Die Aussage der Polizei , dass ein privater Sicherheitsdienst „in erkennbarer Arbeitsbekleidung“ nicht Bestandteil des Sicherheitskonzeptes zum Weihnachtsmarkt ist, ist aber so nicht richtig.

Im Auftrag von Weihnachtsmarkt-Veranstalter Bielefeld Marketing sind Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsdienstes aus dem Kreis Lippe in Dienstkleidung in den Fußgängerzonen zwischen Bahnhof- und Obernstraße unterwegs. „Bielefeld Marketing beauftragt für alle Stadtfeste im Rahmen eines ausgeschriebenen Jahresvertrages private Wachschutzunternehmen aus der Region. Zu den Aufgaben gehört die Sicherstellung des ordnungsgemäßen Verlaufs der Veranstaltung“, sagt Marketing-Chef Martin Knabenreich auf Anfrage. Die private Security habe beim Weihnachtsmarkt konkret die Aufgabe, „die Sicherheitswege auf ständige Befahrbarkeit für Rettungsfahrzeuge zu kontrollieren, die Weihnachtsmarkthütten nachts zu bewachen und für die Einhaltung der Öffnungszeiten durch die Standbetreiber zu sorgen“.

„Keine Bürgerwehr“

Auch bei der Polizei ist der Einsatz einer Sicherheitsfirma im Auftrag von Bielefeld Marketing bekannt. „Diese Tätigkeit ist zwar im Sicherheitskonzept erwähnt, hat aber nichts mit den Streifentätigkeiten im öffentlichen Raum zu tun“, sagt Polizeisprecherin Sonja Rehmert auf Anfrage. Und fügt mit Blick auf die Sicherheit beim Weihnachtsmarkt hinzu: „Zudem unterstützt dieser private Sicherheitsdienst den Veranstalter Bielefeld Marketing GmbH an den besucherstarken Tagen und Zeiten auf den am stärksten frequentierten Plätzen wie Altstädter Kirchplatz, Jahnplatz, Alter Markt und Klosterplatz.“

Die von der Bielefeld Marketing beauftragte Sicherheitsfirma setze primär die Pflichten des Veranstalters um. Mit einer polizeiähnlichen Streifentätigkeit – so lautet der Vorwurf der Polizei an die Weihnachtsmarkt-Doppelstreife des „Wachschutzes Bielefeld“ – habe das jedoch nichts zu tun.

„Wachschutz“-Chef Eugen Sabot kann weder die Aufregung noch die Diskussion um die Doppelstreife seiner Mitarbeiter verstehen. “Eine vom Bielefelder Einzelhandel finanzierte Weihnachtsstreife zum Schutz von Kunden und Geschäften vor Dieben gibt es inzwischen seit mehr als zehn Jahren. Bislang hat sich nie jemand darüber aufgeregt“, sagt Sabot. Der “Wachschutz“ wolle und werde keine Aufgaben der Polizei übernehmen.

Die Doppelstreife sei auch keine von Bielefelder Geschäftsleuten finanzierte Bürgerwehr. Seine Sicherheitsfirma habe nur angeboten, bei den Streifengängen zwischen den einzelnen Geschäften in den Fußgängerzonen die Augen offen zu halten und Verdächtiges auf dem Weihnachtsmarkt sofort der Polizei oder der Stadtwache zu melden. Sabot: „Wir nehmen nur die Rechte in Anspruch, die jedem Bürger zustehen.“

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