Historisches Museum zeigt 50 Exemplare einer umfassenden Sammlung
„Die Puppen der Frau Orth“

Bielefeld  (WB). Eine Tracht, die sie auf Reisen sah, ein Kostüm in einem Film oder ein schöner Stoff, der ihr ins Auge fiel: All’ das hat Anneliese Orth dazu inspiriert, Puppen herzustellen. Mehr als 200 kamen so zustande, etwa 50 sind derzeit im Forum des Historischen Museums zu sehen.

Donnerstag, 05.12.2019, 03:00 Uhr aktualisiert: 05.12.2019, 17:34 Uhr
Gudula Orth und Dr. Wilhelm Stratmann bewundern einige Puppen. In der Mitte: der Leineweber Foto: Bernhard Pierel

Puppenausstellung im historischen Museum

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Foto: Bernhard Pierel
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„Wir fanden, eine Puppenausstellung passe gut in die Weihnachtszeit“, sagt Museumsleiter Dr. Wilhelm Stratmann. Als Gudula Orth, die Tochter von Anneliese Orth, die im vergangenen Jahr im Alter von 101 Jahren starb, auf das Museum zukam, entstand schnell die Idee zu der Ausstellung „Die Puppen der Frau Orth“.

„Das Nähen und Schneidern war immer eine Leidenschaft meiner Mutter“, erzählt Gudula Orth. 1967 gewann sie sogar einen Wettbewerb des Textilhauses Opitz und war ein Jahr lang „Bielefelder Nadelprinzess“. Ihre Karriere als Puppenmutter allerdings begann erst 1982, nachdem sie einen Puppenkursus absolviert hatte.

„Die ersten vier Puppen waren noch aus Porzellan“, erzählt Tochter Gudula. Weil die Herstellung von Porzellanpuppen allerdings aufwendig war und Anneliese Orth die Buchhaltung im Handwerksbetrieb ihres Ehemannes führte, mithin eingespannt war, verlegte sie sich auf Stoffpuppen, für die sie dann phantasievolle und oft farbenprächtige Kostüme nähte.

„Für die Köpfe hat meine Mutter Stoff über fertige Köpfe aus Kunststoff gezogen und später bemalt“, erklärt Gudula Orth. Ins Auge fallen aber vor allem die Kleider der Puppen: Da stehen Indianer und Cowboy einträchtig nebeneinander, gibt es Erinnerungen an Trachten verschiedener Länder – von Tunesien über Estland, Schwarzafrika und Sri Lanka bis Madeira –, einen Leineweber und ein Schwarzwaldmädel.

Karnevalskostüm à la Raumschiff

„Einige Puppen tragen Kostüme, die aus den Resten der Stoffe gefertigt sind, die meine Mutter für sich verarbeitet hat“, erzählt Gudula Orth. Ein schillerndes Karnevalskostüm à la Raumschiff ist ebenso dabei wie ein elegantes Ensemble mit Fellmütze und Muff. Denn auch auf die Details hat Anneliese Orth Wert gelegt, ihre Puppen mit den passenden, natürlich selbst gemachten Schuhen, Hüten, Mützen, Tüchern ausgestattet.

Ihre Wohnung, sagt Tochter Gudula, war im wahrsten Wortsinne ein Puppenhaus: „Es sind eigens Schränke und Vitrinen für die vielen Puppen angefertigt worden.“ Den zum Spielen waren sie keineswegs gedacht.Verkörpert hat Puppenmutter Anneliese Orth auch ihre Familie: Sich selbst, den jüngeren Bruder Gerhard im Matrosenanzug, Tochter Gudula und Enkel Tobias. Der trägt einen von Omas Hüten, mit denen er gerne morgens zum Brötchenkauf ging.

„Die Puppen der Frau Orth“ sind bis zum 12. Januar im Forum des Historischen Museums zu sehen.

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