Bielefeld: Ein Beschluss kann jetzt nur noch im Rat zustandekommen Jahnplatz-Pläne fallen im Ausschuss durch

Bielefeld (WB). Im Stadtentwicklungsausschuss des Rates sind der Jahnplatz-Umbau und das Fahrradparkhaus am Dienstag erwartungsgemäß durchgefallen. CDU, Bielefelder Mitte, FDP und Linke waren dagegen. Es gab ein Patt. Ein Beschluss kann jetzt nur noch im Rat zustandekommen. Dort hat das Paprika-Bündnis aus SPD, Grünen, Bürgernähe/Piraten und Lokaldemokraten eine knappe Ein-Stimmen-Mehrheit.

Von Michael Schläger
Hinter dem Imbissstand würde eine Spindel in das geplante Fahrradparkhaus führen.
Hinter dem Imbissstand würde eine Spindel in das geplante Fahrradparkhaus führen. Foto: Bockermann Fritze

Kontrovers diskutiert wurde erneut die Lage der Bushaltestellen am neuen Jahnplatz. Das Planungsbüro Bockermann Fritze hat deshalb eine Simulation der künftigen Verkehrsströme erstellt – unter Berücksichtigung der zusätzlich vorgesehenen Haltepunkte an der Friedrich-Verleger-Straße. Das Video, im Netz für Jedermann zugänglich, zeigt ganz nebenbei auch, wie der neue Jahnplatz ab 2022 aussehen könnte.

An einem durchschnittlichen Werktag

Als Ausgangspunkt für die Animation wird ein durchschnittlicher Werktag angenommen. Das Ergebnis: „Es funktioniert”, so Planungsdezernent Gregor Moss. Dabei wurden die Verkehrsmengen des ÖPNV im Sinne der vom Rat beschlossenen Mobilitätsstrategie um 20 Prozent gegenüber dem heutigen Zustand hochgerechnet, das Radverkehrsaufkommen sogar um 400 Prozent.

„Die Chance zur Neugestaltung dürfen wir nicht verstreichen lassen”, sagte Grünen-Fraktionschef Jens Julkowski-Keppler. Er erinnerte an den Ursprung der Debatte: „Es geht auch darum, die Stickstoffdioxid-Belastung zu verringern und ein Fahrverbot zu verhindern.”

Dieses Ziel sei jetzt schon mit dem Verkehrsversuch erreicht, entgegnete Ralf Nettelstroth (CDU). Hier solle ein Hauruck-Vorhaben umgesetzt werden. Aus dem Fahrradparkhaus sei ein wahres Monstrum geworden. „Wir brauchen mehr Zeit, um in Ruhe zu planen.”

„Die Vorteile überwiegen”, meinte Hans-Jürgen Franz (SPD), wenngleich er einräumte, dass auch viele in seiner Partei zweifelten. Für Irene Binder sind Umbau und Fahrradparkhaus ein „hoch defizitäres Abenteuer.”

Zwei Jahre für Individualverkehr gesperrt

Der oberirdische Jahnplatz-Umbau wird rund 18 Millionen kosten (15,4 Millionen Zuschuss). Das Fahrradparkhaus soll abgespeckt mit maximal 1000 Plätzen errichtet werden. Dann müsste nur der Tunnel für 5,5 Millionen Euro gekauft werden, nicht aber der frühere Opitz-Keller. Insgesamt fallen Kosten in Höhe von zwölf Millionen Euro an. 3,55 Millionen übernähme der Bund.

Moss berichtete über die geplanten Umleitungen während der zweijährigen Umbauzeit ab Sommer 2020. Der Individualverkehr könne den Platz während der Bauphase nicht passieren. Für Busse, Taxen, Anlieger und Anlieferer bleibe die Zufahrt offen. Aus Richtung Süden würde wohl der Abzweig vom Oberntorwall zweispurig nach links in die Stapenhorststraße geführt, ebenso zweispurig auf den OWD. Der Verkehr aus Richtung Herforder Straße könnte über Walther-Rathenau-Straße und OWD geleitet werden.

Kommentare

Verkehrschaos vorprogrammiert

Die Stapenhorststrasse ist heute schon vollkommen überlastet.Die Schlosshofstrasse ist zu,wegen der Umbauarbeiten.Die Jöllenbecker Morgens zur Rush Hour und Nachmittags zur Feierabendzeit ein Alptraum. Von sämtlichen Zufahrststrassen im Westen ganz zu schweigen.Was soll unser Stadtbezirk der Westen noch alles schlucken!!! Aber prima der Jahnplatz braucht gute Luft, ein Verschiebebahnhof,zumal im Bielefelder Westen mehr Menschen leben als am Jahnplatz! Super durchdachte Verkehrspolitik.

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