Polizei zählte allein am vergangenen Wochenende fünf Einsätze 424 Einsätze wegen Hochzeitskorsos – Herbst hält Feiernde nicht auf

Düsseldorf (WB/dpa). Auch typisches Herbstwetter hält die Teilnehmer eskalierender Hochzeitskorsos nicht auf: Laut Innenministerium kam es an den vergangenen Wochenenden erneut zu Dutzenden Polizeieinsätzen. Insgesamt gab es seit dem April laut Ministerium bereits 424 Einsätze mit dem Anlass „Hochzeit“.

Ein Hochzeitskorso blockiert den Jahnplatz in Bielefeld.
Ein Hochzeitskorso blockiert den Jahnplatz in Bielefeld. Foto: Bernhard Pierel

Laut einer Sprecherin des Innenministeriums gab es am vergangenen Wochenende fünf Einsätze. Einer auf einer Autobahn, vier in geschlossenen Ortschaften. Dabei wurden unter anderem drei Mal Schüsse von Zeugen gemeldet, einmal Pyrotechnik. Am vorletzten gab es drei Einsätze wegen Hochzeits-Korsos, davor elf, davor 14. Immerhin: In Spitzenzeiten hatten die Polizeidienststellen im Juni bis zu 40 Einsätze pro Woche gezählt.

Beispiele aus Bielefeld: Komplettblockade auf dem Jahnplatz

Zwei Beispiele aus Bielefeld: Anfang Juli hatten die Teilnehmer einer südländischen Hochzeitsgesellschaft für eine Komplettblockade auf dem Jahnplatz gesorgt. Fast zehn Minuten lang hatte der Korso mit einer weißen Strechlimousine an der Spitze an einer Ampel gestoppt. Das Brautpaar und knapp 20 Gäste waren ausgestiegen. Sie ließen im wahren Wortsinne mitten im Verkehr die Korken knallen und schossen Fotos. Zwei Männer sprangen auf die Fahrspur in Gegenrichtung und stoppten einige Fahrzeuge. Der Fahrer der Limousine wurde später ermittelt .

Ende Juni hatte ein irakischer Hochzeitskorso den Verkehr auf dem Ostwestfalendamm vorübergehend fast lahm gelegt. Der sehr langsam, zwischen den drei Spuren fahrende Konvoi mit zehn Fahrzeugen sorgte für einen Stau. Polizeibeamte mussten sich durch die Rettungsgasse den Weg bahnen.

Ministerium lässt sich jeden Einsatz melden

Insgesamt rückte die Polizei laut Innenministerium seit 1. April genau 424 mal wegen eskalierender Hochzeits-Korsos aus (Stichtag 25. November). Das Ministerium lässt sich seit April jeden Einsatz melden, um ihn in ein Lagebild einzupflegen. Das Phänomen der Hochzeits-Korsos war nach einer Blockade auf der A3 bei Ratingen Ende März in den Fokus der Sicherheitsbehörden geraten.

Kommentare

Unmittelbar sanktionieren

Hier meine ich, dass der Gesetzgeber die Grundlage für sofortige Sanktionierung durch die Ordnungsbehörden schaffen müsste. Mit Sanktionierung meine ich: Einziehen der Führerscheine, Anzeige wegen Nötigung etc. und Beschlagnahme der Fahrzeuge zur Spurensicherung (Fingerabdrücke am Lenkrad nehmen usw.), um bei ggf. folgenden gerichtlichen Auseinandersetzungen hinreichende Beweismittel zu haben. Die Hochzeitsgesellschaft kann dann mit Bus und Bahn weiterfahren und die aufgemotzten Leihkarossen Tage später nach Abschluss der Spurensicherung wieder auslösen und an die Verleiher zurück geben. Das dürfte zusammen mit temp. Führerscheinentzug und ggf. erneuter Prüfung ausreichen, um diesem egoistischen, nur auf die eigene, geile Party ausgerichteten Verhalten ein Ende zu bereiten. Wenn man es weiter so laufen lässt, macht es weiter Schule. Wenn die ersten Gesellschaften zu Fuß zum Trauzimmer weiterlaufen müssen, setzt hoffentlich auch ein Lerneffekt ein.

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