Mehrheit in BZV – Whistleblower-Brief Ein „Ja“ und viele „aber“ zum Jahnplatz

Bielefeld (WB). Die Bezirksvertretung Mitte hat die Umgestaltung des Jahnplatzes mehrheitlich gebilligt. SPD, Grüne und Bürgergemeinschaft stimmten den Plänen zu, CDU und Linke waren dagegen. Damit hat das Vorhaben eine erste wichtige Hürde genommen. Am kommenden Dienstag sind der Stadtentwicklungsausschuss und am 12. Dezember der Rat an der Reihe.

Von Michael Schläger
Die Bezirksvertretung Mitte hat den Umbauplänen für den Jahnplatz grundsätzlich zugestimmt. Das Fahrradparkhaus im bisherigen Jahnplatz-Tunnel war dagegen durchgefallen.
Die Bezirksvertretung Mitte hat den Umbauplänen für den Jahnplatz grundsätzlich zugestimmt. Das Fahrradparkhaus im bisherigen Jahnplatz-Tunnel war dagegen durchgefallen. Foto: Pierel

Neben der grundsätzlichen Zustimmung gab es aber auch eine ganze Reihe von Empfehlungen, die nach Ansicht der Bezirksvertreter bei der weiteren Planung berücksichtigt werden sollten. CDU, Grüne und SPD hatten entsprechende Anträge gestellt.

Fläche für Veranstaltungen

Die Sicherheit der Fußgänger soll im Bereich der Bushaltestellen Priorität haben. Auch die Lage der Haltestellen müsse noch einmal überprüft werden. Hier geht es vor allem um den Vorstoß der Verkehrsbetriebe Mobiel, an der Friedrich-Verleger-Straße zusätzliche Haltestellenbuchten einzurichten. Fürs Umsteigen seien die Wegeverbindungen dann zu lang, finden die Bezirksvertreter.

Sie fordern zudem Flächen für mögliche größere Veranstaltungen. Auch für die Außengastronomie müssten Areale freigehalten werden. Mit den Taxibetrieben solle abgesprochen werden, wo Haltebuchten eingerichtet werden könnten. Zum Baubeginn müsse eine Projektgruppe eingerichtet werden, an der Stadt, Stadtwerke, Hauseigentümer und Handel beteiligt sein sollten, um mögliche Probleme beim Bauablauf möglichst schnell zu lösen. „Eine solche Gruppe hat sich bei der Sanierung der Fußgängerzone in der Altstadt bewährt“, meinte Hartmut Meichsner (CDU).

Kritik aus dem Gestaltungsbeirat

Bei der Gestaltung des Jahnplatz-Pflasters sollten sich die Planer ebenfalls am Vorbild der Altstadt orientieren. Kritik gab es auch an den Hochbeeten, die im Bereich des Niederwalls vorgesehen sind.

Außerdem wollen die Bezirksvertreter erreichen, dass die Innenstadt während der zweijährigen Bauphase erreichbar bleibt, möglichst eine durchgängige Komplettsperrung des Platzes verhindert werden kann. Ein Umleitungskonzept der Verwaltung war vor Sitzungsbeginn kurzfristig zurückgezogen worden.

In einem anonymen Schreiben von einem „Whistleblower aus dem Rat“, das der Redaktion vorliegt, wird außerdem die Kritik aus dem Gestaltungsbeirat für den Jahnplatz-Umbau an dem Vorhaben zitiert. Die vorgestellte Planung erscheine nicht nachhaltig, so dass zu befürchten sei, dass der Platz kurzfristig erneut umgebaut werden müsse. „Der Beirat bittet die Politik, das Verfahren mit einem vorgeschalteten Wettbewerb noch einmal grundsätzlich neu zu starten, um mit einem ganzheitlichen Konzept die Nachhaltigkeit und eine hohe Gestaltungs- und Aufenthaltsqualität sicherzustellen.“ Doch dafür ist der Zeitplan wohl zu eng. Im Sommer soll Baubeginn sein.

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