Sennestadts Bezirksvertreter bringen vier Bebauungspläne auf den Weg
Platz für mehr als 150 Wohneinheiten

Bielefeld (WB). Der Stadtbezirk Sennestadt soll mittelfristig mindestens vier neue Wohngebiete mit insgesamt gut 150 Wohneinheiten erhalten. Dafür hat die Sennestädter Bezirksvertretung (BZV) jetzt den Weg frei gemacht. Es geht um die Neubebauung des Gebietes der früheren Comenius-Förderschule zwischen Elbeallee und Netzeweg sowie um drei zentral gelegene Flächen im Ortsteil Eckardtsheim.

Sonntag, 01.12.2019, 13:00 Uhr aktualisiert: 01.12.2019, 14:58 Uhr
So könnte die Fläche der früheren Comenius-Förderschule einmal bebaut werden: links über Eck der Mehrgenerationen-Wohnkomplex, dann die bestehende Turnhalle, rechts daneben fünf Reihenhäuser, rechts außen Einfamilienhäuser. Nach dem Wunsch der Sennestädter Bezirksvertreter soll aus diesem Entwurf des Bauamtes der Stadt Bielefeld lediglich das Mehrfamilienhaus am Netzeweg (weiß markiert) gestrichen und durch zusätzliche kleine Einfamilienhäuser ersetzt werden. Grafik: Bauamt Bielefeld, WB/Heinz Stelte

Mit dem 1,4 Hektar großen Gelände der 2014 aufgegebenen Comeniusschule beschäftigt sich die BZV Sennestadt seit 2017. Dort sollen bis zu 40 neue Wohneinheiten entstehen. Von den Schulgebäuden soll, wie berichtet, ausschließlich die Turnhalle stehen bleiben, weil sie von der Theodor-Heuss-Realschule als Leistungszentrum für Turner betrieben wird. Rundherum wünschen sich die Politiker eine kleinteilige Bebauung überwiegend aus Einfamilienhäusern.

Die Stadt dagegen favorisiert Mehrfamilienhäuser, in denen eine größere Zahl an Wohneinheiten unterzubringen wäre. Das war schon bei einer BZV-Sitzung im Mai deutlich geworden, als das Bauamt eine entsprechende Grafik vorgestellt hatte, die in Sennestadt auf Ablehnung stieß. In ihrer jüngsten Sitzung wurde die BZV Sennestadt vom Bauamt mit einer überarbeiteten Planung konfrontiert, die nach ihrem Geschmack aber erneut zu wenig Einfamilienhäuser vorhält.

Einfamilienhäuser statt Wohnblock

Den Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplanes fassten die Kommunalpolitiker dennoch einstimmig – unter einer Voraussetzung: Die Fraktionen von SPD und CDU haben sich dafür stark gemacht, dass ein großer Wohnblock am Netzeweg aus der Planung entfernt und durch Einfamilienhäuser ersetzt wird. Damit könnten sich künftig folgende Gebäude um die Comenius-Turnhalle gruppieren: der größere Komplex eines Mehrgenerationenwohnens, fünf Reihenhäuser und bis zu zehn Einfamilienhäuser.

Zur zeitlichen Abfolge bis zur Baureife der Grundstücke wollte sich Referent Alexander Bergmeier vom Bauamt nicht abschließend äußern. Als nächstes beschäftigt sich der Stadtentwicklungsausschuss am Dienstag, 3. Dezember, mit diesem Thema.

Des weiteren fassten Senne­stadts Bezirksvertreter einstimmig die Entwurfsbeschlüsse zu drei angedachten Baugebieten in Eckardtsheim: eines am Paracelsusweg, das zweite nördlich der Werkhofstraße, das dritte nördlich des Rudolf-Hardt-Weges (siehe Grafik rechts). Dort solle jeweils die Ortsentwicklungsplanung aus dem Jahre 2000 fortgeschrieben werden, sagte Christian Spath vom Berliner Städtebaubüro Spath und Nagel, der die Planung vorstellte.

Politik fordert höheres Tempo

Zuvor hatte sich Bezirksbürgermeister Lars Nockemann eingeschaltet: „Wir brauchen dringend Bauobjekte, trampeln bei der Planung aber zu oft auf der Stelle“, sagte er in Richtung des Bauamtsmitarbeiters Alexander Bergmeier. „Es gibt Leute, die nach Sennestadt ziehen wollen, aber die laufen uns irgendwann wieder weg“, beklagte Nockemann. „Wir müssen hier mal das Tempo anziehen!“ Da gebe es rechtliche Grundlagen und Voraussetzungen, entgegnete Bergmeier: „Das entzieht sich manchmal der Macht der Stadtplaner.“

Die Bebauung der drei Eckardtsheimer Flächen soll sich jeweils in das landschaftliche und siedlungsstrukturelle Umfeld einfügen. Im Bebauungsplan werden deshalb Bindungen für den Erhalt von Bäumen und Sträuchern sowohl für Gehölzstreifen als auch für erhaltenswerte Einzelbäume festgesetzt.

Am Paracelsusweg könnten fünf neue Häuser mit 15 bis 20 Wohneinheiten gebaut werden; an der Werkhofstraße 40 bis 50 Wohneinheiten in sechs neuen Häusern; auf dem freien Feld nördlich des Rudolf-Hardt-Weges 45 bis 60 Wohneinheiten in 33 zumeist Einfamilienhäusern. Letzteres Baugebiet soll für Pkw über eine Ringstraße erschlossen werden, die in den Rudolf-Hardt-Weg mündet. Fußgänger und Radfahrer sollen darüber hinaus eine Zuwegung zum Fliednerweg erhalten, um die dortige Bushaltestelle schnell erreichen zu können.

Auch mit diesen Themen beschäftigt sich der Stadtentwicklungsausschuss, allerdings erst am 28. Januar.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7098876?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198387%2F2513179%2F
Spahn und Scholz erwarten noch 2020 erste Corona-Impfungen
Dorothea Gansloser (l.) und Kim Gühler simulieren im Messezentrum Ulm eine Impfung. Das Deutsche Rote Kreuz probte den Ablauf zur Impfung eines Corona-Impfstoffs in dem neben weiteren für das Land Baden-Württemberg geplanten Impfzentren.
Nachrichten-Ticker