Künstlerhaus Lydda feiert das 50-jährige Bestehen mit der Jubiläumsausstellung »Der rote Mond« Von alten Hasen und jungen Wilden

Bielefeld (WB). Wenn das kein Grund zum Feiern ist: Seit einem halben Jahrhundert regiert in Lydda die Kunst.

Von Uta Jostwerner
Jürgen Heinrich präsentiert Werke aus 50 Jahren. Hier den Pegasus von Muhamend-Ali Sari, eine Bilderserie von Reinhardt Thaler und das Werk »Fallende Engel« von Schanna Saranzew.
Jürgen Heinrich präsentiert Werke aus 50 Jahren. Hier den Pegasus von Muhamend-Ali Sari, eine Bilderserie von Reinhardt Thaler und das Werk »Fallende Engel« von Schanna Saranzew. Foto: Bernhard Pierel

Die Gründung des Künstlerhauses durch Werner Pöschel fiel auf den 6. Dezember 1969. Exakt 50 Jahre später feiert Lydda das Jubiläum mit der Werkschau »Der rote Mond«. Das titelgebende Bild stammt von Tom Brecht, einem Künstler, der neben Konrad Giebeler am längsten in Lydda aktiv ist. Er ist einer von 50 ausgewählten Künstlern, die die Jubiläumsausstellung mit insgesamt 112 Kunstwerken bestücken. Sie stammen zum Teil aus der Lydda-Sammlung, zum Teil aus der letzten Sommerakademie.

In fünf Galerieräumen

Dabei entstanden zahlreiche Skulpturen aus Rosen-, Kirsch- und Akazienholz, die jetzt die fünf Galerieräume am Maraweg 15 bevölkern. Darunter befindet sich auch der »König von Lydda« von Gary Schlingheider, der um eine Klanginstallation von Winfried Steffen bereichert wird. Imposant: ein Pegasus von Muhamend-Ali Sari mit Schnurrhaaren und Borkenflügeln, oder der Oktopus, den Michael Möller aus einem Holzblock schnitzte und mit Fangarmen aus dicken Tauen versah.

Neue Arbeiten wie die Papierskulpturen von Konrad Giebeler, die Polaroids der aktuellen Meisterschülerin Astrid Fohrmann oder die kraftvoll-urwüchsigen Bilder der »Jungen Wilden« Dennis Misch und Aaron Beckmann treffen in der Werkschau auf Lydda-Klassiker wie die glitzernden Mixed-Media-Objekte eines Wolfgang Marx, dessen Werke mittlerweile in namhaften Museen zu sehen sind.

»Es waren die ersten Flüchtlinge«

Nicht selten erstaunt es, wie gut jahrzehntealte Werke und Brandneues miteinander korrespondieren. So präsentiert Jürgen Heinrich als Leiter des Künstlerhauses und Kurator der Ausstellung zum Beispiel eine Stickerei aus dem Jahr 1978, die Adam und Eva im Paradies darstellt. »Es waren die ersten Flüchtlinge«, sagt Heinrich, der dieser paradiesischen Darstellung eine abstrakte Bootskulptur mit Flüchtlingen gegenüberstellt. Das Werk von Christine Möhle entstand bei der diesjährigen Sommerakademie.

»Die Sommerakademien gibt es seit exakt 25 Jahren. Sie wurden 1994 von meinem Vorgänger Willi Kemper ins Leben gerufen«, verweist Jürgen Heinrich auf ein weiteres Lydda-Jubiläum. Und belässt es nicht dabei. Denn vor 20 Jahren schlug die Geburtsstunde des Formats »Der Stift rennt« für Menschen mit schweren Beeinträchtigungen. Seit zehn Jahren gibt es die Meisterschüler-Kurse und vor fünf Jahren zogen Lydda-Künstler erstmals aus, um als Dozenten in anderen Institutionen tätig zu werden.

Die Ausstellung läuft vom 6. Dezember bis 24. Januar.

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