Gewerkschaft und 250 Beschäftigte fordern »gerechten Lohn« Boge: IG Metall fordert Tarifvertrag

Bielefeld (WB). Das aktuell nicht tarifgebundene Unternehmen Boge Kompressoren soll nach dem Willen der IG Metall Bielefeld einen Tarifvertrag für seine Beschäftigten abschließen.

Von Volker Zeiger
Bei einer »aktiven Kaffeepause« vor den Werkstoren demonstrieren 250 Mitarbeiter des Unternehmens Boge zusammen mit IG-Metall-Vertretern für einen Tarifvertrag. Vorne links Betriebsrat Rainer Händler, daneben der IG-Metall-Bevollmächtigte Oguz Önal.
Bei einer »aktiven Kaffeepause« vor den Werkstoren demonstrieren 250 Mitarbeiter des Unternehmens Boge zusammen mit IG-Metall-Vertretern für einen Tarifvertrag. Vorne links Betriebsrat Rainer Händler, daneben der IG-Metall-Bevollmächtigte Oguz Önal. Foto: Volker Zeiger

Mit einer »aktiven Kaffeepause« untermauerten 250 der 530 Boge-Mitarbeiter am Dienstagmorgen vor der dritten Verhandlungsrunde mit Betriebsrat, Gewerkschaft und Boge-Geschäftsführung ihre Forderung.

Der Weg für eine bessere Bezahlung sollte geebnet werden, weil der letzte Haustarifvertrag vor drei Jahren ausgelaufen war. Das Unternehmen hatte die Bezahlung der Mitarbeiter bis dahin dem Flächentarif angeglichen gehabt und freiwillig alle Lohnerhöhungen geleistet. Die blieben nun aus. Grund: Das Unternehmen machte 2018 Verluste. Es wurde ein Einstellungsstopp verfügt, 40 von ehemals insgesamt 590 Arbeitsplätzen wurden abgebaut, mehrere betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen.

»Wir sind auf dem richtigen Weg, es entwickelt sich alles positiv.«

Betriebsrat und Gewerkschaft ärgerten sich zwischenzeitlich auch darüber, dass das Unternehmen von seinen Beschäftigten 37,5 Stunden Arbeit pro Woche verlange, jedoch nur 35 Stunden bezahlen wolle. Dem beuge sich die Belegschaft nicht, kündigte Betriebsratsvorsitzender Rainer Händler an.

In der gestrigen Verhandlung habe die Geschäftsführung aber das Signal der Belegschaft zum Thema Mehrstunden ohne bessere Bezahlung bemerkt. Diese Forderung sei nun vom Tisch, sagte Oguz Önal, zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Bielefeld.

Inzwischen ist die wirtschaftliche Lage bei Boge besser geworden, ließ Geschäftsführer Rolf Struppek auf Anfrage wissen, und sagte weiter: »Wir sind auf dem richtigen Weg, es entwickelt sich alles positiv.« Die gestrige Verhandlungsrunde sei eine konstruktive Veranstaltung gewesen, die von gegenseitigem Respekt geprägt gewesen sei. Jeder habe seine Argumente vorgebracht. Eine Lösung wurde indes nicht gefunden. Vielmehr einigten sich die Boge-Verhandler, Betriebsratsvorsitzender Rainer Händler und die Gewerkschaft auf eine neue Verhandlungsrunde am 14. Januar.

»Lohnniveau darf nicht nach unten gezogen werden.«

Oguz Önal und Betriebsrat Händler bekräftigten bei der viertelstündigen Kundgebung am Morgen, dass alle Mitarbeiter entsprechend der geleisteten 36,5 Wochenstunden bezahlt werden sollten. Das Lohnniveau dürfe »nicht nach unten gezogen werden«.

Ein Tarifvertrag für alle müsse umgesetzt werden und nicht eine Regelung für verschiedene Gruppen. Önal ist optimistisch, dass es bei der nächsten Verhandlungsrunde eine Lösung geben wird.

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