Bezirksvertretung Schildesche will Lärm für Anwohner reduzieren Engersche Straße: Tempo 30und Nachtfahrverbot für Lkw

Bielefeld (WB). Um die Anwohner besser vor Lärm zu schützen, bringt die Schildescher Bezirksvertretung ein Lkw-Nachtfahrverbot auf der Engerschen Straße ins Spiel. Und tagsüber soll dort Tempo 30 für alle Fahrzeuge durchgesetzt werden.

Von Hendrik Uffmann
Die Verwaltung soll prüfen, ob es an der OWD- Abfahrt Ernst-Rein-Straße ein Durchfahrtverbot für Lkw geben kann
Die Verwaltung soll prüfen, ob es an der OWD- Abfahrt Ernst-Rein-Straße ein Durchfahrtverbot für Lkw geben kann Foto: Uffmann

Diese beiden Anträge der Grünen haben die Schildescher Bezirksvertreter in ihrer jüngsten Sitzung mehrheitlich beschlossen.

Mit der Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit auf Tempo 30 soll der Lärmschutzplan ungesetzt werden, erklärte Stephan Godejohann (Grüne). Schon 2018 hätten die darin beschlossenen Maßnahmen umgesetzt werden sollen.

Ablehnung von der CDU

Die CDU-Fraktion sprach sich geschlossen gegen Tempo 30 auf der Engerschen Straße, aus. »Wir brauchen große Straßen, um den Verkehr aus den Wohngebieten heraus zu halten.« Darüber hinaus führe Tempo 30 nach einer aktuellen Studie kaum zu einer Lärmminderung. Außerdem sei der Ausstoß von CO 2 sogar größer. Steve Wasyliw: »Was wir brauchen, ist eine bessere Steuerung des Verkehrs durch intelligentere Ampelschaltungen.«

Dirk Rickmann (SPD) erklärte hingegen, dass es auch an der Stapenhorststraße Tempo 30 gebe. »Ich sehe keine Gründe, warum das nicht auch an der Engerschen Straße möglich sein soll«, sagte Rickmann.

Sperrung von 22 bis 6 Uhr

Stephan Godejohann (Grüne) betonte, dass es jetzt nicht mehr um die Frage gehe, ob Tempo 30 wirksam sei. »Es geht um den Vollzug beschlossener Maßnahmen.« Bei fünf Gegenstimmen votierten die Schildescher Bezirksvertreter für den Antrag der Grünen.

Der zweite Antrag, den die Grünen als Prüfauftrag an die Verwaltung einbrachten, sieht ein nächtliches Fahrverbot für Lastwagen auf der Engerschen Straße zwischen 22 und 6 Uhr sowie eine Sperrung der Abfahrt Ernst-Rhein-Straße am Ostwestfalendamm für Lkw vor. Die Anregung dazu sei aus der Arbeitsgruppe Verkehr des Bürgerforums in Schildesche gekommen, erläuterte Stephan Godejohann. »Diese hat uns darauf hingewiesen, dass häufig Lkw die Abfahrt Ernst-Rein-Straße benutzen, um dann über die Schildescher und die Beckhausstraße weiter über die Engersche Straße zu fahren.«

Dabei gebe es vor allem auf der Schildescher Straße eine erhebliche Belastung durch den Verkehr, was zu Staus und zu »ärgerlichen« Verspätungen auf der Stadtbahnlinie 1 führe, so Godejohann. An der Engerschen Straße berichteten Anwohner von nächtlichem Lärm und Erschütterungen durch durchfahrende Lkw, besonders in den frühen Morgenstunden ab etwa 3.30 Uhr.

Umleitung über den OWD

Geprüft werden solle daher, ob der Lkw-Verkehr durch die Sperrung der Abfahrt Ernst-Rein-Straße umgeleitet werden könne. Lastwagen müssten dann durch den OWD-Tunnel und weiter über die Eckendorfer Straße, die vor allem von Firmengebäuden gesäumt sei, fahren. Eine Ausnahme für den Lkw-Verkehr zu den anliegenden Firmen wie den Stadtwerken und Miele sowie zum Johannesstift müsse natürlich gelten, so Stephan Godejohann.

»kaum zu kontrollieren«

Wo aber sollen dann die Lkw entlang fahren, die in Richtung Norden etwa nach Enger und Spenge unterwegs seien, fragte Renate Dedering (BfB). »Irgendwo müssen sie dann ja abbiegen. Also an der Talbrückenstraße? Dort wohnen auch viele Menschen.«

Kritik kam auch von der CDU-Fraktion. »Gegen einen Prüfauftrag spricht normalerweise nichts. Aber diesen Antrag lehnen wir schon jetzt ab«, sagt Steve Wasyliw für die Christdemokraten. Denn komme es zu einer Sperrung, suchten sich die Lkw-Fahrer andere Routen.

Hinzu komme, dass es an der Schildescher-, Beckhaus- und der Engerschen Straße viele Unternehmen gebe. Und diese würden nicht nur von eigenen Fahrzeugen, sondern auch von Subunternehmen und Spediteuren beliefert. »Ein solches Verbot ist also kaum zu kontrollieren«, betonte Steve Wasyliw.

Die vier CDU-Vertreter lehnten diesen Antrag ebenso ab, bei einer Enthaltung wurde er jedoch mehrheitlich beschlossen.

Kommentare

durchsichtiges Manöver der CDU

Die These der CDU "Wir brauchen große Straßen, um den Verkehr aus den Wohngebieten heraus zu halten" ist ein durchsichtiges Manöver. Zum einen wohnen auch an der Engerschen Straße Menschen, handelt es sich somit auch um ein Wohngebiet, zum anderen ist es sehr wohl so, dass der Verkehrslärm bei 30 km/h niedriger ist. Vielleicht wohnen weniger CDU-Wähler an der Engerschen Straße und mehr in den vor angeblich mehr Verkehr zu schützenden (besseren) Wohngebieten?
Werner

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