Clausen: »Umwandlung des Jahnplatzforums ist eine Chance« – bis zu 1000 Plätze und zwei Zufahrten
Oberbürgermeister verteidigt Pläne für Fahrradparkhaus

Bielefeld (WB). Oberbürgermeister Pit Clausen (SPD) ist dafür, das Jahnplatz-Forum zu erwerben und dort ein Fahrradparkhaus mit 800 bis 1000 Plätzen und zwei Zufahrten (Bahnhofstraße mit Spindel und Niederwall) mit Rampe zu eröffnen. Mobiel soll das Fahrradparkhaus betreiben, zudem sollen »fahrradnahe« Dienstleister dort angesiedelt werden.

Dienstag, 26.11.2019, 12:00 Uhr
Jahnplatzforum Foto: Bernhard Pierel

Stimmt die Politik mehrheitlich zu, soll das Fahrradparkhaus gleichzeitig mit dem Umbau des oberirdischen Jahnplatzes gebaut werden. An der Oberfläche werde die Aufenthaltsqualität steigen, ist Clausen überzeugt: »Denn überflüssige Zugänge werden geschlossen, es gibt mehr Fläche.«

Zunächst 800 bis 1000 Stellplätze zu schaffen, sei die »kleine Lösung«. Clausen: »Für das Potenzial gibt es keine Garantie.« Grundsätzlich sei der Betrieb des Fahrrad-Parkhauses, das auf den Namen »BI-Cycle« getauft werden soll, »nicht kostendeckend«.

Die baulichen Maßnahmen würden rund 4,9 Millionen Euro kosten

Der jetzige Eigentümer der Immobilie, der Fonds Elad, hat der Stadt das Forum zum Kauf angeboten (5,5 Millionen Euro). Dieses Angebot enthalte 4000 Quadratmeter Fläche, sowie die Aufgänge. Möglicherweise sei auch ein Teilankauf des ehemaligen Opitz-Untergeschosses zusätzlich erforderlich.

Clausen sagt, dass die Umwandlung des Forums eine Chance für die Stadt sei: »Dort gibt es Leerstände, es ist ungepflegt und es könnte sich eine Problemlage im Zentrum Bielefelds entwickeln.« Die baulichen Maßnahmen würden rund 4,9 Millionen Euro kosten, 3,5 Millionen gibt es als Förderung. Es werde von einer jährlichen Deckungslücke von 900.000 Euro ausgegangen. Dieses Geld werde, so Clausen, von der Stadt kommen, nicht von Betreiber Mobiel.

Clausen erinnert daran. dass es beim Umbau des Jahnplatzes darum gehe, die Schadstoffbelastung zu reduzieren. Es müssten mehr Busse eingesetzt werden, die den Autoverkehr auf dem Jahnplatz ersetzen könnten. Der oberirdische Umbau des Noch-Verkehrsknotens wird mit 13 Millionen Euro gefördert.

Rund 400 Fahrradbügel im Bereich Jahnplatz

Clausen stellt klar, dass noch nichts über die Kosten für ein Jahres-, Monats- oder Tagesticket oder die Öffnungszeiten festgelegt sei. Als Nutzer des Fahrrad-Parkhauses sieht er vor allem Berufstätige, die ihr möglicherweise teures Rad, Pedelec, Lastenrad sicher und vor Wind und Wetter geschützt abstellen können. Clausen: »Nicht die Radler, die schnell eine Besorgung machen und ihr Rad oberirdisch anschließen.«

Was er nicht will: die rund 400 Fahrradbügel, die es im Bereich Jahnplatz gibt, abbauen zu lassen, um Fahrradfahrern keine andere Möglichkeit zu bieten, als ihr Zweirad im Fahrrad-Parkhaus abzustellen. Der Oberbürgermeister fürchtet, dass dieser seinen Vorschlag »möglicherweise mit der dünnsten, denkbar Mehrheit« beschlossen wird. Erste Abstimmung: morgen in der Bezirksvertretung Mitte.

Kommentare

Block1  wrote: 27.11.2019 19:02
Und warum...
soll ich mein Fahrrad dort unten parken?Ich verstehe den Sinn immer noch nicht.Wie wäre es mit einem betreuten Indoor Kinderspielplatz a la Smaland?Das wäre mal eine gelungene Variante für Eltern,die in Ruhe shoppen möchten.Nein,man soll seinen Drahtesel runter schleppen,oder fahren.Am Empfang abgegeben und wieder nach oben gelangen.Das macht doch kein denkender Mensch.Ich stelle es an einen Bügel und schließ es ab,erledige meinen Einkauf und schiebe es natürlich vorschriftsmäßig durch die Fußgänger Zone. Nochmal, wofür braucht man ein unterirdisches Fahrradparkhaus?
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