Bezirksvertreter stimmen Verlagerung an den Hauptbahnhof zu Abschied vom Fernbusbahnhof

Bielefeld (WB). Etwas Bedauern schwang schon mit. Am Ende stimmte die Mehrheit der Brackweder Bezirksvertreter aber doch dafür, den Fernbusbahnhof von Brackwede an den Hauptbahnhof zu verlegen.

Von Peter Bollig
Fernbusse dürften in Kürze wohl zum letzten Mal am Brackweder Bahnhof gehalten haben.
Fernbusse dürften in Kürze wohl zum letzten Mal am Brackweder Bahnhof gehalten haben. Foto: Markus Poch

Brackwede verliere eine wichtige Infrastruktureinrichtung, »das kann uns nicht gefallen«, sagte SPD-Fraktionschef Hans-Werner Plaßmann in der Bezirksvertretersitzung am Donnerstagabend. Andererseits sei der Hauptbahnhof unbestritten der Ort, an dem es die meisten Umsteigemöglichkeiten von einem Verkehrsmittel ins andere gebe.

Bevor am 28. November die Bezirksvertretung Mitte und am 3. Dezember der Stadtentwicklungsausschuss darüber beraten, ob der Fernbusbahnhof künftig an der Joseph-Massolle-Straße platziert wird, zeigten sich die Brackweder bereit, sich nach rund zehn Jahren von der Fernbusstation am Brackweder Bahnhof wieder zu verabschieden. Lediglich Karl-Ernst Stille (Grüne) fand ihn dort »an der richtigen Stelle«.

»Chance auf eine bessere Lösung«.

Die Fernbusse, sagte Carsten Krumhöfner (CDU), sollten damals nach Brackwede, um das Bahnhofsumfeld aufzuwerten. »Das ist nicht gelungen«, stellte der Fraktionsvorsitzende fest. Ein Umzug biete auch für den Brackweder Bahnhof eine »Chance auf eine bessere Lösung«.

Denn Teil des Konzeptes ist es, die Linienbusse, die bislang an der Artur-Ladebeck-Straße halten, künftig bis zum Brackweder Bahnhof an die Eisenbahnstraße zu führen, um so eine bessere Anknüpfung des Schienenverkehrs an den Öffentlichen Personennahverkehr zu schaffen. Zudem soll es Taxi-Stellplätze, eine »Kiss & Ride«-Zone für kurzzeitige Haltevorgänge geben, Parkplätze mit Ladestation für Elektrofahrzeuge, Verleihstationen für Elektro-Roller und Fahrräder, eine Carsharing-Station sowie zusätzliche Fahrradabstellplätze. Brackwedes Politiker wünschen sich zusätzlich einen Park & Ride-Parkplatz. Durch dieses Gesamtpaket an Maßnahmen würde der Bereich vor dem Brackweder Bahnhof zu einer »Mobilitätsstation« ausgebaut werden.

Politische Gremien müssen noch zustimmen

Vor allem die Fernbusanbieter hatten sich in der Vergangenheit eine bessere Anbindung der Busse an die Innenstadt und an andere Verkehrsmittel gewünscht. Nach Angaben der Stadt ist die Zahl der Fahrgäste allein im Schienennahverkehr am Hauptbahnhof zehn Mal höher als am Brackweder Bahnhof. Die Joseph-Massolle-Straße bietet einen direkten Zugang vom Fernbus zu den Gleisen und umgekehrt. Fahrplanmäßig halten pro Tag rund 50 Fernbusse in Bielefeld.

Lediglich zur Kenntnis genommen haben die Brackweder Bezirkspolitiker die Planungen zur Ausgestaltung des neuen Fernbusbahnhofs. Demnach soll die Fahrbahn für den motorisierten Individualverkehr von 6,50 auf 3,50 Meter reduziert, der Verkehr als Einbahnstraße vom Kreisel am Cinemaxx in Richtung Ishara geführt werden. Es bliebe mehr Raum für eine Busspur und einer Bushaltebucht. Allerdings entfielen teilweise die Stellplätze für Taxis und Behinderte, ebenso die Bushaltebucht am Ishara.

Wie sich bei einer Einbahnstraße die Verkehrsströme auf umliegenden Straßen verlagerten, müsse geprüft werden. Es würde an der Bahnanlage ein gemeinsamer Bahnsteig für Bus- und Bahnnutzer gebaut. Die Fahrradabstellanlage würde verlegt, der Zaun entfernt.

Wenn die politischen Gremien zustimmen, sollen die Planungen konkretisiert werden.

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