Projekt »Hollywood in Bielefeld« überzeugt in der ausverkauften Stadthalle – 360 Menschen wirken mit Bombastisches Spektakel

Bielefeld (WB). Minutenlang dauert der Einmarsch der Musiker und Sänger, immer wieder beginnt das Publikum in der ausverkauften Stadthalle zu klatschen. Schnell wird klar: das hier ist keine gewöhnliche Veranstaltung. Einzelne Besucher stehen auf, winken einem der Akteure auf der Bühne zu oder tauschen leise mit dem Sitznachbarn aus, wen sie von den Mitwirkenden kennen.

Von Kerstin Panhorst

Nach zwei Jahren Vorbereitungszeit hob sich am Wochenende in der Stadthalle gleich an zwei Abenden aufgrund der großen Nachfrage der Vorhang für das Galakonzert »Hollywood in Bielefeld« – allerdings nur metaphorisch. Denn um genügend Platz für die 360 Akteure zu machen, musste sogar auf den Vorhang verzichtet und noch mit Podesten die Bühne vergrößert werden.

Was zunächst nach einem gigantischen Familientreffen aussieht, ist aber keinesfalls amateurhaftes Geplänkel oder von Hobbymusikern aufgeführtes Werk. Unter der Leitung von Tobias Richter ist daraus ein grandioses Spektakel aus Filmmusik, Gesang, Tanz und Darbietung geworden.

Das 60-köpfiges Sinfonieorchester, in dem das semiprofessionelle Ensemble »Die Phoniker« gemeinsam mit Streichern des Detmolder Kammerorchesters und dem Blechbläserensemble »Brassonanz« spielen, überzeugt mit sattem Klang. John Williams legendäres »Star Wars«-Titelthema intonieren die Musiker so bombastisch, als ob tausend Sternzerstörer gleichzeitig aus dem Hyperraum treten und einen akustischen Angriff starten.

200 Stimmen erklingen gleichzeitig

Ein Großchor mit den Ensembles »BiVocal« aus Bielefeld, dem Paderborner Jazz- und Popchor »Chor & More«, dem »Sintfeld Querbeat« aus der Chorgemeinschaft Bad Wünnenberg und Fürstenberg und einem eigens für das Konzert zusammen gestellten Projektchor lässt unter anderem bei »Adiemus« von Karl Jenkins Gänsehautmomente entstehen, wenn 200 Stimmen gleichzeitig erklingen.

»Das Stück ist kein Filmsong, aber es ist toll. Und es war das erste Stück, das ich je mit einem großen Orchester gemacht habe«, erklärt Initiator Tobias Richter seine Titelwahl. Mit dabei in seinem Großprojekt ist natürlich auch Richters eigener Chor, der Pop-Chor Groophonik.

Dirigent als Beatbox

Mit dem Dirigenten als Beatbox verzaubert der das Publikum unter anderem mit einer A-Capella-Version von »I don’t want to miss a thing« von Aerosmith. Die exzellenten Solistinnen Linda Granzow, Nicola Kruse, Christina Franzisket, Anna Bobach, Linda Valentin und Kathrin Horstkötter singen Lieder aus »König der Löwen«, »Der Prinz von Ägypten« oder »Die Eiskönigin« und bringen Musical-Flair und Disney-Zauber auf die Bühne.

Für einen Gastbeitrag nehmen zudem die Nachwuchsmusiker des Jungsinfonieorchesters der Musik- und Kunstschule (Muku) Bielefeld Platz, die laut Dirigent und Moderator Tobias Richter »wie Sau geübt« haben und zeigen mit der Titelmelodie von »Game of Thrones« -inklusive eines Cello-Solos von Florian Beizai – ihr Können.

Abgerundet wird das ganze durch Choreografien, die das fest zu den »Phonikern« gehörende Tanzensemble zusammen mit 15 Hobbytänzerinnen aus Ostwestfalen einstudiert hat. Das Ensemble macht wie alle anderen Akteure das Mammutprojekt zu einem wahrhaft gelungenen Spektakel.

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