Lehrsaalgebäude in Augustdorf wird nach Bielefelder Soldaten benannt – 2011 bei Anschlag getötet »Damit Alexej Kobelew im Gedächtnis bleibt«

Bielefeld/Augustdorf (WB). 800 Soldaten des Panzergrenadierbataillons 212 stehen im Halbkreis vor dem Lehrsaalgebäude der Augustdorfer Rommel-Kaserne. Es läuft der Song »Brothers in arms« der Dire Straits. Mit einem bewegenden Festakt ist am Donnerstagabend der Lehrsaal-Komplex nach dem in Afghanistan getöteten Bielefelder Soldaten Alexej Kobelew benannt worden.

Von Stefan Biestmann
Feierlich enthüllt wird das Schild am Eingang des Lehrsaalgebäudes in der Augustdorfer Rommel-Kaserne.
Feierlich enthüllt wird das Schild am Eingang des Lehrsaalgebäudes in der Augustdorfer Rommel-Kaserne. Foto: Wander

Alexej Kobelew Foto: dpa

Der damals 23 Jahre alte Oberstabsgefreite kam am 2. Juni 2011 bei einem Sprengstoffanschlag auf einen Panzer in der Provinz Bagh­lan ums Leben. Jetzt hängt ein großes Schild mit seinem Namen über dem Lehrsaalgebäude.

»Wir versprechen uns davon, dass die Geschichte und Alexej Kobelew im kollektiven Gedächtnis bleiben«, sagt Hauptmann Martin Waltemathe, Sprecher der Panzerbrigade 21. Kobelew sei mit seinem Einsatz ein »Beispiel für tapfere Pflichterfüllung«. Zudem sei sein Tod auch eine Mahnung: »Eine Mahnung, Soldaten bestmöglich auf den Einsatz vorzubereiten und Risiken zu minimieren«.

Originalteil des beim Anschlag zerstörten Schützenpanzers wird gezeigt

Im Eingangsflur des Gebäudes hängt ein gläserner Ausstellungskasten. Neben einem Foto von Kobelew ist dort das Namensschild des Soldaten, der damalige Tagesbefehl des Verteidigungsministers und ein Originalteil des Schützenpanzers zu finden, der damals zerstört wurde. Hinzu kommen Infos über die Hintergründe des Sprengstoffanschlags. »Jeder, der das Gebäude betritt, soll die Möglichkeit haben, sich zu informieren«, sagt Waltemathe.

In dem Lehrsaalgebäude seien nicht nur die aktuell etwa 100 Re­kruten, sondern auch Generäle und Besucher zu Gast. Das Gebäude verfüge über mehrere Säle und Unterrichtsräume mit 30 bis 120 Plätzen und werde von allen Kompanien genutzt.

Gedenkort in Baumheide: »Wir begrüßen die Pläne ausdrücklich«

An dem Festakt nahmen neben Kobelews Angehörigen auch die Oberstabsfeldwebel Tino Richter und Michael Schnitzer teil, Kobelews damalige Kameraden in Afghanistan. Der frühere Brigadegeneral Dirk Backen, ehemaliger Kommandeur der Panzerbrigade 21 »Lipperland«, war im Juni 2011 stellvertretender Kommandeur des ISAF-Regionalkommandos Nord in Afghanistan. Er würdigte Kobelews Verdienste – ebenso wie der jetzige Kommandeur der Panzerbrigade Ansgar Meyer und Oberstleutnant Maik Cohrs, Kommandeur des Panzergrenadierbataillons. Durch die Umbenennung des Gebäudes ist der Name Kobelew jetzt täglich in Augustdorf präsent.

Das soll bald auch im Bielefelder Stadtbezirk Heepen der Fall sein. Wie berichtet, sucht Bezirksbürgermeister Holm Sternbacher einen passenden Gedenkort in Baumheide, wo Kobelew aufgewachsen ist. »Wir begrüßen die Pläne ausdrücklich«, betont Hauptmann Waltemathe. Denn dann würde Kobelew nicht nur innerhalb von Kasernenmauern gewürdigt. »Wir Soldaten haben schließlich alle eine Heimat und einen Lebensmittelpunkt.«

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