IHK, Handwerk und Handel kritisieren zweijährige Jahnplatz-Sperrung »Schwer verkraftbar«

Bielefeld (WB). Während des Umbaus muss der Jahnplatz zwei Jahre für den Autoverkehr gesperrt werden. IHK, Handwerkskammer und Handelsverband halten das für nur »schwer verkraftbar«.

Von Michael Schläger
Der Umbau des Jahnplatzes sorgt weiter für Zündstoff. IHK, Handwerkskammer und Handelsverband fürchten um die Erreichbarkeit der Innenstadt.
Der Umbau des Jahnplatzes sorgt weiter für Zündstoff. IHK, Handwerkskammer und Handelsverband fürchten um die Erreichbarkeit der Innenstadt. Foto: Thomas F. Starke

Die drei Wirtschaftsorganisationen erwarten durch die Sperrung ab Sommer 2020 erhebliche negative Auswirkungen »nicht nur auf die direkten gewerblichen Anlieger im Umfeld des Jahnplatzes, sondern aufgrund der zu erwartenden hohen Verkehrsbelastung auf die gesamte Bielefelder Innenstadt«.

Nach Einrichtung der Umweltspur hat sich die Zahl der Fahrzeuge, die täglich den Jahnplatz passieren, bereits von 20.000 auf 15.000 reduziert. Vor allem der Ostwestfalendamm soll den Innenstadtverkehr aufnehmen. Angedacht ist aus Richtung Süden eine längere Abbiegespur aus der Alfred-Bozi- in die Stapenhorst­straße. Von dort kann dann auf den OWD aufgefahren werden. Aus Richtung Herford könnte der Verkehr von der Herforder Straße über die Walther-Rathenau-Straße zum OWD-Tunnel geführt werden.

»Ostwestfalendamm an Kapazitätsgrenzen«

Die Kammern und der Handelsverband kritisieren, dass der Ostwestfalendamm als angekündigte Ausweichroute schon heute in Stoßzeiten an seine Kapazitätsgrenzen stoße, vor allem die Auf- und Abfahrten Stapenhorststraße und Jöllenbecker Straße.

Die Wirtschaftsorganisationen üben auch grundsätzliche Kritik. Aus ihrer Sicht fehlt bei den verkehrspolitischen Weichenstellungen die Berücksichtigung der Auswirkungen auf die Unternehmen, ihre Kunden und die Arbeitnehmer in Bielefeld. Dies zeige sich auch in der sehr kurzfristig geplanten Reduzierung der Fahrspuren des Stadtrings in Brackwede , obwohl dies eine wichtige Ausweichstrecke für den geplanten Umbau der Hauptstraße darstelle.

IHK, Handwerkskammer und Handelsverband fordern, den Jahnplatz nicht nur für Busse und Anlieger, sondern auch für den Wirtschaftsverkehr offen zu halten. Für den Anlieferverkehr und Handwerkerverkehr müsse es zwingend Ausnahmeregelungen geben. Dies will das städtische Amt für Verkehr auch ermöglichen.

Schlüssiges Umleitungssystem gefordert

Für Kunden und Mitarbeiter, die ebenfalls zum Wirtschaftsverkehr zählten, müsse ein schlüssiges und leistungsfähiges Umleitungssystem erstellt werden. Die bisher angekündigten Maßnahmen reichten dazu bei weitem nicht aus.

Es dürfe keinen weiteren Rückbau von Fahrspuren auf den Ausweichstrecken wie der Elsa-Brändström-Straße geben. Auch weitere Baustellen der Stadtwerke und des Umweltbetriebes im Innenstadtbereich sollten während der Bauphase auf dem Jahnplatz zurückgestellt werden. Als positives Signal an Kunden sollte von dem geplanten Rückbau und der Verteuerung des Parkraumes in der Innenstadt abgesehen werden.

Kommentare

Internethandel...

Es lebe der uneingeschränkte Verkauf im Netz.Im Loom schließen jetzt auch renommierte Filialen,der Einzelhandel ist verärgert über den jetzigen Rückbau und der Autofahrer über den täglichen Rückstau auf den Einfallstraßen.Respekt,hier wird wieder an den Bedürfnissen vorbei entschieden.So funktioniert Politik.Überall stehen mittlerweile grüne Einmalakkus rum auf denen keiner bei 5 Grad fahren möchte...das ist wirklich Fortschritt.

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