Uni-Serie, Folge 43: Luise Borries studiert eine besondere Fächerkombination Chorsingen zum Ausgleich

Bielefeld (WB). Luise Borries ist bereits »fertige« Grundschullehrerin. Dennoch ist sie weiter an der Universität Bielefeld eingeschrieben: Sie studiert für das Lehramt für sonderpädagogische Förderung. »Noch zwei Semester, dann fängt im November kommenden Jahres das Referendariat an«, sagt die 25-Jährige.

Von Sabine Schulze
Nur zu studieren reicht Luise Borries nicht: Für sie ist die Uni auch Lebensraum, hier musiziert sie und treibt Sport.
Nur zu studieren reicht Luise Borries nicht: Für sie ist die Uni auch Lebensraum, hier musiziert sie und treibt Sport. Foto: Bernhard Pierel

Mathe, Deutsch und Sachkunde sind ihre Fächer, hinzu kommen als Förderschwerpunkte Lernen sowie emotionale und soziale Entwicklung. Weil sie diese besondere Kombination sonst nicht hätte studieren können, ist Luise Borries aus dem jecken Rheinland ins »dröge« Ostwestfalen gezogen – zum Unverständnis vieler Freunde. Tatsächlich kann sie sich mittlerweile aber gut vorstellen, sich am Teutoburger Wald um eine Referendariatsstelle an einer Schule zu bewerben.

Lehrerfahrungen hat sie auch bereits gemacht: »Während des Masterstudiums habe ich in meiner Praxisphase an der Grundschule Dreeker Heide gearbeitet und war danach auch schon als Vertretungslehrerin dort«, erzählt sie und betont, dass ihr beides Spaß gemacht hat. Denkbar ist nach dem Studium aber auch der Einsatz an einer weiterführenden Schule als Sonderpädagogin.

Die Lust an der Arbeit mit Kindern und jungen Menschen ist Luise Borries quasi in die Wiege gelegt: Ihr Vater war Pfarrer und Berufsschullehrer, die Mutter Erzieherin. »Ich bin damit aufgewachsen, dass bei uns Zuhause neben mir und meinen beiden Geschwistern immer Tageskinder waren«, erzählt sie lachend. Und nicht nur das: Neben ihrem Abitur hat Luise Borries in Düsseldorf bereits eine staatlich anerkannte Ausbildung zur Erzieherin absolviert. »Dann wollte ich aber doch noch ein Studium ausprobieren.«

Aktiv im Uni-Orchester

Damit allein lässt es die 25-Jährige auch nicht bewenden: »Ich bin mit Musik und Kultur sozialisiert worden«, erzählt sie. Das mochte sie daher auch an der Universität nicht missen, die Musik braucht sie zum Ausgleich. Schließlich hat sie mit sechs Jahren begonnen, das Cellospiel zu erlernen und hatte 14 Jahre lang Unterricht, mit fünf Jahren ist sie in den Kinderchor ihrer Kirchengemeinde eingetreten und danach in die anderen Kirchenchöre hineingewachsen und ihnen bis zu ihrem Umzug nach Bielefeld treu geblieben. An der Universität hat Luise Borries erst ein Semester in das Uni-Orchester hineingeschnuppert, »dann habe ich aber gemerkt, dass mir zum Üben die Zeit fehlte«.

Über eine Kommilitonin kam sie dann zum Uni-Chor. Der zählt, wenn es gut laufe, 60 bis 80 aktive Sängerinnen und Sänger. »Aber eine gewisse Fluktuation gibt es immer, Studenten kommen und Studenten gehen naturgemäß.« Deshalb nutzt die 25-Jährige die Gelegenheit, für den Chor zu werben: »Wir suchen immer neue Mitglieder, vor allem Tenor und Bass.« Sie selbst hat eine von zwei wissenschaftlichen Hilfskraftstellen im Chor, organisiert, verteilt Noten und ist quasi der gute Geist, wie ein Mitsänger sagt.

Als Kind und Jugendliche war sie Leistungsschwimmerin

Besonders gerne singt Luise Borries Werke von Bach: »Damit bin ich in meiner Gemeinde aufgewachsen. Es ist schön, den Klang wieder zu erleben, das weckt Kindheitserinnerungen.« Parallel singt die junge Lehrerin noch im Vokalensemble Sennestadt – wie der Uni-Chor unter der Leitung von Dorothea Schenk –, dort steht gerade Schütz auf dem Programm. »Und im kommenden Jahr Puccini, etwas ganz anderes.«

Als körperlichen Ausgleich betreibt Luise Borries Sport. Als Kind und Jugendliche war sie Leistungsschwimmerin und hat auch an Wettkämpfen teilgenommen, an der Uni hat sie vieles von dem ausprobiert, was der Hochschulsport bietet. »Derzeit mache ich Indoor-Cycling zu anspornender Musik und einen Schnupper-Tauchkurs.« Sie brauche das einfach, sagt die 25-Jährige. Außerdem: »Dadurch ist mein Freundeskreis vielseitig.« Natürlich pflegt sie auch ihren Freundeskreis im Rheinland, und nicht nur zu Karneval geht es heim. Dann aber garantiert zum ausgiebigen Feiern...

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