Handelsverband wehrt sich mit Blick auf den Umbau der Hauptstraße
Brackweder Stadtring soll zweispurig werden

Bielefeld (WB). Noch im kommenden Jahr will die Stadt den Brackweder Stadtring umbauen. Ziel der Planung ist es, Fußgängern und Fahrradfahrern mehr Platz zu verschaffen. Um das zu erreichen, soll die Zahl der Fahrspuren für den motorisierten Verkehr von vier auf zwei zusammenschrumpfen.

Donnerstag, 21.11.2019, 10:00 Uhr
Zwei statt wie bisher vier Fahrspuren reichen aus Sicht der Verwaltung auf dem Brackweder Stadtring aus. Foto: Thomas F. Starke

Vor allem der Zeitplan ruft dabei die Einzelhändler auf den Plan. Denn das Projekt verschlimmere eine Lage, in der viele Ladenbesitzer ohnehin um ihre Existenz fürchten: Wenn die Hauptstraße als Brackweder Einkaufsmeile 20 Monate lang umgebaut wird.

Erreichbarkeit der Anlieger in Gefahr

Aus Sicht des Amtes für Verkehr ist die Realisierung des 1,6 Millionen Euro teuren Projektes im kommenden Jahr notwendig, um sich die Fördermittel des Landes zu sichern – immerhin 90 Prozent der Summe. Das Geld stehe aus Fördermitteln zur »Verbesserung der Luftqualität durch Radwegemaßnahmen« zur Verfügung. Der Handelsverband Ostwestfalen-Lippe allerdings fordert, die geplante Fahrbahnreduzierung auf dem Stadtring auszusetzen, bis der ebenfalls geplante Umbau der Hauptstraße abgeschlossen ist.

Von März 2021 bis Oktober 2022 soll die Hauptstraße nach den bisherigen Planungen saniert und umgebaut werden. Stadtbahnen und Busse werden in dieser Zeit ebenso ausgesperrt wie der übrige Durchgangsverkehr. »Wenn jetzt auch noch dem Stadtring als Hauptentlastungsstrecke eine Fahrspur weggenommen werden soll, erscheint das in Bezug auf den bevorstehenden Umbau der Hauptstraße nicht koordiniert zu sein«, beklagt Thomas Kunz, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes OWL. Der Verband sieht die Erreichbarkeit der Geschäfte und anderer Anlieger, auch der Schulen und des Krankenhauses an der Rosenhöhe, in Gefahr.

Mehr Platz für Radler und Fußgänger

Das Amt für Verkehr schätzt die Lage anders ein. Generell habe der Stadtring durch den Bau des Südrings und der A 33 an Bedeutung für den Verkehr verloren. Bis zu 12.200 Fahrzeuge sind pro Tag auf dem Stadtring unterwegs. Für die Zeit des Umbaus der Hauptstraße werde diese Zahl auf 12.900 pro Tag steigen – und selbst das könne auf einem zweispurigen Stadtring abgewickelt werden, heißt es in einer Vorlage für die Bezirksvertretersitzung an diesem Donnerstag.

Anlass für die Planung sind vor allem die schmalen Rad- und Fußwege. Fußgänger und Radler sind derzeit noch gemeinsam auf einem Hochbord unterwegs mit einem Meter Platz für die Radfahrer, teilweise weniger als einem halben Meter für Fußgänger. Dazwischen liegt ein 0,5 Meter breiter Trennstreifen. All das entspreche nicht mehr den Mindestanforderungen. Nach der neuen Planung sollen die Fußgänger künftig einen drei Meter breiten Bürgersteig auf einem Hochbord für sich alleine bekommen, der Radverkehr soll beidseiteig der Straße auf 3,10 Meter breiten Radfahrstreifen geführt werden.

Mit dieser Planung folgt die Stadt nach eigenem Bekunden auch einem Beschluss der Bezirksvertretung. Die hatte um eine Umlegung der Hauptroute für den Durchgangs-Radverkehr von der Hauptstraße auf den Stadtring gebeten – von der Möglichkeit eines Fahrbahnrückbaus war da allerdings nicht die Rede.

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