Trauerfeier für Ex-Oberbürgermeister Klaus Schwickert »Ein großer Bielefelder«

Bielefeld (WB). Unter großer Anteilnahme haben zahlreiche Bielefelder am Donnerstag Abschied genommen von Klaus Schwickert. Der langjährige Oberbürgermeister war im Alter von 87 Jahren gestorben.

Von Hans-Heinrich Sellmann
In der Brackweder Bartholomäuskirche richtet Pfarrer Ulrich Meyer-Gieselmann während der Trauerfeier für Klaus Schwickert Worte an Familie und Trauergemeinde. Der ehemalige Oberbürgermeister war am 27. Oktober gestorben.
In der Brackweder Bartholomäuskirche richtet Pfarrer Ulrich Meyer-Gieselmann während der Trauerfeier für Klaus Schwickert Worte an Familie und Trauergemeinde. Der ehemalige Oberbürgermeister war am 27. Oktober gestorben. Foto: Thomas F. Starke

»Abschied von einem großen Bielefelder«, wie Pit Clausen, sein aktueller Amtsnachfolger, in der Brackweder Bartholomäuskirche sagte. Der Rathaus-Chef und Pfarrer Ulrich Meyer-Gieselmann blickten während der Trauerfeier zurück auf ein »langes, erfülltes Leben«, das geprägt gewesen sei von politischem, sozialem und kulturellem Engagement – immer liebevoll begleitet von seiner Familie, den vier Schwestern, seiner Frau Vera und den beiden Söhnen mit Schwiegertöchtern und Enkeln.

Und dieses Privatleben galt es stets, mit einem eng getakteten Terminkalender in Einklang zu bringen. Einmal, so Pfarrer Meyer-Gieselmann, habe Schwickert ihm berichtet, dass es trotz allem mit seiner Frau nie einen Streit, »nicht einmal laute Worte« gegeben habe. Bis zuletzt habe Schwickert Freundschaften gepflegt, sei dabei immer ein interessierter und interessanter Gesprächspartner gewesen.

Eine Eigenschaft, die ihn in den Erinnerungen von Pit Clausen auch während seiner langen politischen Laufbahn stets ausgezeichnet habe. Er sei von Wegbegleitern, aber auch von Konkurrenten geschätzt worden. Denn »wo Klaus war, wurde es menschlich«.

Fingerspitzengefühl und Erfahrung

Beispielhaft für Schwickerts Wirken in der Kommunal- und Landespolitik nannte Clausen den Umgang mit der Gebietsreform Anfang der 1970er Jahre. Als gebürtiger Brackweder sei Schwickert gegen die kommunale Neuordnung gewesen, hatte wohl befürchtet, dass Brackweder Themen in der größeren Verwaltungseinheit untergehen könnten. Als er aber gemerkt habe, dass er sich damit in Düsseldorf nicht durchsetzen konnte, »da hat er sich nicht beleidigt zurückgezogen, sondern versucht, das Beste daraus zu machen«.

Als ehrenamtlicher Oberbürgermeister habe Schwickert mit vier Oberstadtdirektoren zusammengearbeitet. Das habe viel Fingerspitzengefühl und Erfahrung erfordert. »Klaus hatte beides.« Und beides ist auch heute notwendig. »Das Erstarken der Rechtsextremen hat ihn fassungslos gemacht«, berichtete Clausen von einer seiner letzten Begegnungen mit dem Politiker. Denn Schwickert habe immer eine klare Haltung gehabt: »Das dürfen wir nie wieder zulassen.« Seine immer wieder geäußerte Aufforderung sei so etwas wie sein Vermächtnis: »Kümmert Euch!«

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