Amt für Verkehr setzt Idee von Grünen-Politiker auf unkomplizierte Weise auf dem Jahnplatz um Bunter Regenbogen im November

Bielefeld  (WB). Der Mann, der die Idee hatte, wurde von der Umsetzung selbst überrascht. Klaus Rees, Ratspolitiker der Grünen, sagt, er habe am Donnerstagvormittag per Zufall gesehen, dass auf dem stillgelegten Teilstück des Niederwalls zwei »Zebrastreifen« in Regenbogenfarben auf die verkehrsberuhigte Fahrbahn aufgebracht wurden.

Von Burgit Hörttrich und Jens Heinze
Auf dem für Autofahrer gesperrten Teil des Niederwalls erstrahlen seit Donnerstag die Regenbogenfarben.
Auf dem für Autofahrer gesperrten Teil des Niederwalls erstrahlen seit Donnerstag die Regenbogenfarben. Foto: Thomas F. Starke

Eigentlich, sagt Rees, hatte er der Verwaltung den Vorschlag gemacht, einen solchen Regenbogen-Zebrastreifen zur Erinnerung an den ersten Christopher Street Day vor 50 Jahren zu realisieren. Also mindestens noch 2019.

»Wir standen dem Vorschlag von Klaus Rees sehr positiv gegenüber«, sagte Olaf Lewald, Leiter des fürs städtische Straßennetz zuständigen Amtes für Verkehr. Die zweifach auf dem für Autofahrer gesperrten Teil des Niederwalls aufgebrachten Regenbogenfarben – weltweites Symbol für Aufbruch, Veränderung und Frieden und Zeichen der Toleranz und Akzeptanz – seien ein Ausdruck der Weltoffenheit des bunten Bielefelds. Lewald: »Die Farben sind auch ein Zeichen, was wir mit Blick auf die bevorstehende Neonazidemo am Samstag setzen wollen.«

Darüber freut sich auch Rees, der betont, dass es ihn überrascht habe, dass die Umsetzung tatsächlich im Stadtzentrum, auf dem Jahnplatz, möglich geworden sei. Auf einen bestimmten Ort nämlich sei er gar nicht fixiert gewesen.

Streifen längs und nicht quer

Dabei schienen zunächst Normen und Vorschriften gegen das Vorhaben zu sprechen, denn: Die Regenbogen-Zebrastreifen entsprechen nicht der Straßenverkehrsordnung. Erst die Idee, die Streifen längs und nicht quer aufzubringen, habe den Durchbruch gebracht. Und, so Rees, dass »die für den Verkehr nicht-relevante Markierung auf einem gesperrten Stück Straße« umgesetzt worden sei. Rees weiß, dass es solche bunten Überwege unter anderem in Hamburg, Amsterdam, Maastricht und sogar den USA gebe.

Der Grünen-Politiker stellt der Verwaltung ein gutes Zeugnis aus: »Sie hat kreativ und selbstbewusst gehandelt.« Selbstbewusst deshalb, weil sie nicht erst einen (eigentlich vermutlich nötigen) Beschluss mindestens der Bezirksvertretung Mitte abgewartet hat.

Klaus Rees hofft darauf, dass die bunten Längsstreifen so lange bleiben, bis der Niederwall im Rahmen des Jahnplatzes mit umgestaltet wird. Angesichts der von Rechtsextremen angemeldeten Demonstration an diesem Samstag sagt der Politiker: »Die Regenbogen-Streifen jetzt aufzubringen – das ist genau der richtige Zeitpunkt.«

Kommentare

Wird das irgendjemanden beeindrucken? Ihr glaubt diesen Stuss doch wohl selber nicht!

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