Der Bildband »My Bielefeld« will zeigen, was die Stadt zu bieten hat
Reise zu den Lieblingsorten

Bielefeld (WB). Es sind vor allem bekannte Orte, die der neue Bildband zeigt. Aber es sind ungewöhnliche Perspektiven, besondere Momente, die das Buch »My Bielefeld« einfängt und lesenswert macht. Und wie schon der Titel verrät: Es geht auch um Menschen und deren Blick auf die Stadt.

Donnerstag, 07.11.2019, 13:00 Uhr
Der Salon Schicksaal von Julia Noack (Mitte) hat es auf den Buchtitel geschafft und ist einer der Orte, den »My Bielefeld« vorstellt. Thorsten Doerk (links) und Maximilian Thesseling gehören zu den Fotografen, die den Bildband gestaltet haben. Foto: Bernhard Pierel

Mit der Neuerscheinung will der Verlag Delius Klasing sichtlich für Bielefeld werben. Es zeigt die schönen Ecken, die Lieblingsplätze, bemerkenswerte Architektur, grüne Landschaften UND zeigt, was die Stadt im positiven Sinne auszeichnet. »Wir wollen zeigen, dass die Stadt viel zu bieten hat«, sagt Herausgeber und Mitautor Edwin Baaske.

Um dieses Projekt zu verwirklichen, hat sich der Verlag ein halbes Jahr Zeit genommen, hat nicht in Bild- und Textarchive gegriffen, sondern Fotografen losgeschickt und mit Menschen gesprochen. Entstanden ist »eine Art Reise« durch die Stadt, sagt Edwin Baaske. Und so ist die Bildfolge nicht chronologisch, sondern »ist wie ein Gespräch, in dem man durch die Themen springt«. Ganz willkürlich sind die Bilder dann aber doch nicht aufgereiht.

So zeigt »My Bielefeld« ein Porträt des Theater-Intendanten Michael Heicks, bleibt dann im Kulturbereich mit Aufnahmen vom Stadttheater und von einer Inszenierung. Auf das Ratsgymnasium etwa folgt die benachbarte Kunsthalle, von dort ein Blick aus dem Fenster zurück auf die Schule. Ungewöhnlich und zugleich Titelbild – es gibt »My Bielefeld« mit drei verschiedenen Titelbildern – ist die Aufnahme zum Hermannslauf: Das Foto ist eher eine Landschaftsaufnahme im Wald, durch den sich, klein und weiter entfernt, ein Tross Läufer bewegt. Dem folgen Aufnahmen der Sparrenburg – dem Ziel des jährlichen Hermannslaufs.

Ex-Bild-Chef Kai Diekmann spricht über seine Zeit am Teuto

Eigens für das Buch haben Baaske und die Projektleiter Stephanie Bremer sowie Angela Tegtmeier prominente Bielefelder zu Wort kommen lassen: Ex-Bild-Chef Kai Diekmann etwa spricht über seine Zeit am Teuto, nimmt den Fotografen mit in die Marienschule der Ursulinen, ein für Diekmann »ganz wichtiger« Ort. Liedermacher Hannes Wader ist in einer Allee aus Apfelbäumen zu sehen – seinem alten Schulweg. Heimische Unternehmer wie Ortwin Goldbeck, Wilhelm A. Böllhoff und Dr. August Oetker zeigen ihre Lieblingsplätze und erzählen von ihrer Verbundenheit zur Stadt. Aber auch weniger bekannte Menschen stellt das Buch vor, das insofern mehr ist als ein Bildband. Und so gelingt es den Machern, einen Blick auch hinter die hinlänglich bekannten Fassaden zu werfen. Etwa beim Besuch im Salon Schicksaal von Julia Noack. Oder beim Blick in die Lokale rund um den Siegfriedplatz, ins Luchs-Gehege des Tierparks oder auf den Biohof Bobbert.

Fotograf Veit Mette wird im Bildband porträtiert, ist darin zudem mit künstlerisch verfremdeten Ansichten von der Neustädter Marienkirche, der Uni und der Fridays-for-Future-Demonstration zu sehen. Die weiteren der 257 Fotos auf den 240 Buchseiten stammen im wesentlichen von den Fotografen Thorsten Doerk, Maximilian Thesseling, Joachim Grothus, Theodor Barth, Christina Falke und Sarah Jonek. Sie waren an 200 Orten unterwegs, zeigen Schauplätze wie Alm und Japanischer Garten, zeigen Lokale und Museen, Schulen und Kindergärten, Läden und Landschaften – und immer wieder die Menschen, die diese Orte beleben.

Mehr als 400 spannende Plätze in Bielefeld auf der Ideenliste

Mehr als 400 spannende Plätze in Bielefeld hatte Edwin Baaske zwischenzeitlich auf seiner Ideenliste, musste sich dann aber beschränken. Wohl deshalb werden Leser, die sich in Bielefeld auskennen, etliche Orte in dem umfangreichen Werk vermissen, die gut hineingepasst hätten. »Man kann da nicht aufhören«, räumt Baaske ein, weshalb die Internetseite www.mybielefeld.com mehr davon bieten soll. Edwin Baaskes Fazit nach der Arbeit an diesem Stadtporträt: »Die Menschen waren sehr zugänglich.« Und: »Man kann in Bielefeld so sein, wie man ist. Das ist das Starke an dieser Stadt. Man muss sich nicht an etwas ausrichten, was gerade hip ist.«

»My Bielefeld« erscheint im Bielefelder Verlag Delius Klasing und ist vom 11. November an im Buchhandel erhältlich, auch als englischsprachige Ausgabe.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7047176?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198387%2F2513179%2F
Corona-Ausbruch bei Tönnies in Sachsen-Anhalt
Das Tönnies-Werk in Weißenfels (Sachsen-Anhalt).
Nachrichten-Ticker