Lebhafte Debatte zum Jahnplatz-Umbau – Linke fordert oberirdische Stadtbahn
»Und was ist mit den Fußgängern?«

Bielefeld (WB). Der Zeitplan ist eng. Im Sommer 2020 soll mit dem Umbau des Jahnplatzes begonnen werden. Jetzt müssen die vorbereitenden Beschlüsse gefasst werden. Doch die Politiker in der Bezirksvertretung Mitte fürchten, dass manches mit zu heißer Nadel gestrickt ist.

Mittwoch, 06.11.2019, 13:00 Uhr
So soll der neue Jahnplatz aussehen:  Der Radweg verläuft zwischen Einstiegs- und Wartebereich. Foto: Bockermann-Fritze (Visualisierung)

»Was ist mit den Fußgängern?«, wollte Hartmut Meichsner (CDU) wissen. Deren Belange seien bei den bisher vorliegenden Planungen zu wenig berücksichtigt worden. »Die bisher vorliegenden Querungs- und Kreuzungsvorschläge gehen zu Lasten der Fußgänger, meinte auch Bezirksbürgermeister Hans-Jürgen Franz (SPD). Kommt das Fahrradparkhaus, können Fußgänger den Platz auch nicht mehr unterirdisch queren. Problematisch sei auch die Verteilung der Bushaltestelle auf den gesamten Platzbereich und die angrenzenden Straßen.

»Im Galopp die Haltestelle wechseln«

»Die Leute müssen beim Umsteigen im Galopp die Haltestelle wechseln«, so Jan-Helge Henningsen (CDU). Nur wenn der Jahnplatz autofrei würde, bestünde eine andere Situation, meinte Dieter Gutknecht (Grüne). Dirk Vahrson, zuständiger Jahnplatz-Planer im Rathaus, versicherte, dass für die Fußgänger eine ausreichende Querungszeit erhalten bliebe. Es werde außerdem ein barrierefreier Übergang geschaffen. Im Bereich des Jahnplatzes würden »Gute Umsteigemöglichkeiten« geschaffen. Wo die Busse halten, wird es einen drei bis 4,50 Meter breiten Ausstiegsbereich geben. Der Radweg schließt sich an, gefolgt von einem Wartebereich und dem Gehweg.

Auch dieses so genannte Kopenhagener Modell bleibt umstritten. Frederik Suchla (SPD) sprach von einer »Haltestellensituation mit Konfliktpotenzial.«

Bis zu sechs Haltstellenbereiche für Busse ausgewiesen

Die Zahl der Busse, die künftig den Jahnplatz ansteuern, soll mittelfristig von derzeit rund 900 täglich auf bis zu 1200 gesteigert werden. Unter anderem deshalb haben die Verkehrsbetriebe Mobiel vorgeschlagen, an der Frie­drich-Verleger-Straße eine zusätzliche Haltestelle in Fahrtrichtung Jahnplatz einzurichten. Eine erste Modellrechnung, so Vahrson, habe ergeben, dass dadurch der Verkehrsfluss auf dem Platz nicht wesentlich gestört werde.

Unterdessen fordert »Die Linke« im Rat, dass bei der Jahnplatz-Planung eine oberirdische Stadtbahn-Linie nicht bloß angedacht, sondern fest eingeplant werde. Deren Verkehrspolitiker Bernd Vollmer nimmt ebenfalls Bezug auf die künftige Haltestellen-Situation: Mittlerweile seien bis zu sechs Haltstellenbereiche für Busse ausgewiesen, die noch dazu bis zu 200 Meter auseinandergezogen seien. Dabei könnten nur mit einer weiteren Stadtbahn in Niederflurtechnik mehr Menschen zum Umstieg auf den ÖPNV bewegt werden.

Kommentare

cyclist  wrote: 06.11.2019 21:28
Auf dem Papier schaut es wie immer gut aus ...
Auf dem Papier schaut die Lösung wie immer gut aus, aber allein die Annahme, dass die auf den Bus Wartenden schön im Wartebereich jenseits des Einstiegsbereiches warten werden, ist realitätsfern. Zumindest in Stoßzeiten wird Realität sein, dass die zusteigenden Fahrgäste sich bereits vor Einfahrt des Busses im Einstiegsbereich drängen, denn die Letzten, die 'so dumm sind', im Wartebereich zu warten, werden keinen Sitzplatz mehr bekommen.
Konflikte mit Fahrgästen, die aussteigen und blind auf den Radweg latschen oder im letzten Moment aus den U-Bahn-Abgängen angerannt kommen (kann man ja alles täglich beobachten), sind vorprogrammiert. Waren natürlich leider nicht vorhersehbar. Na gut, man könnte den Radweg dann im Nachgang noch der Länge nach mit gelben Springleuchten im Fahrbahnrand zur Warnung ausstatten. Kostet dann noch mal einen Schein, aber was soll es?
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