Nach Legionellenbefund im Senne-Center: Spülplan soll helfen
Warten auf Wasserproben

Bielefeld (WB/peb). Im Fall der Legionellenbelastung im Senne-Center steht noch nicht fest, ob die Eigentümergemeinschaft der gut 130 Wohnungen die eigentlich erst in ein paar Jahren geplante Sanierung der Wasserleitungen vorzieht. Christoph Krieg, Geschäftsführer der Haus & Grund GmbH, die die Hausverwaltung für das Senne-Center übernommen hat, sagt, man wolle das auch von den Ergebnissen der nächsten Wasserproben abhängig machen.

Mittwoch, 06.11.2019, 17:00 Uhr aktualisiert: 06.11.2019, 17:08 Uhr
Im Senne-Center sollen die Entkeimungsanlage und ein Spülplan die Legionellen beseitigen, langfristig ist die Sanierung der Leitungen geplant. Foto: Wienböker

Um die Bakterien aus dem Trinkwassersystem zu bekommen, ist nach einer Akutspülung auch ein so genannter Spülplan aufgestellt worden, der regelmäßige Wasserspülungen in den Wohnungen vorsieht. Zudem war eine Entkeimungsanlage installiert worden.

Wenn die Kombination aus Entkeimung und Spülungen nicht dazu führe, dass die Legionellenbelastung wieder absinke, werde Mitte oder Ende November über weitere Maßnahmen entschieden – also auch, ob die rund 1,2 Millionen Euro teure Leitungssanierung vorgezogen werde. Wie berichtet, prüft die Stadt allerdings, ob diese Maßnahme vom Gesundheitsamt auch angeordnet werden kann.

Seit 2013 schon zum dritten Mal hohe Legionellenwerte gemessen

In sechs der 132 Wohnungen war laut Haus & Grund eine Legionellenbelastung von mehr als 10.000 koloniebildenden Einheiten (KBE) auf 100 Milliliter Wasser festgestellt worden. Das ist der Grenzwert, ab dem ein Duschverbot für alle Wohnungen im Haus angeordnet wird. Auch in weiteren Wohnungen seien Belastungen festgestellt worden, die allerdings unter diesem Grenzwert lägen. Insgesamt seien bei zwölf Wohnungen mehr als 5000 KBE gemessen worden. Ab 100 KBE muss der Anlagenbetreiber nach der Trinkwasserverordnung das Gesundheitsamt informieren.

Dass seit 2013 schon zum dritten Mal hohe Legionellenwerte gemessen wurden, liegt nach Einschätzung des Gesundheitsamtes und der Hausverwaltung auch an der Bauweise: so lägen Kalt- und Warmwasserleitungen zu nah bei einander, wodurch das Kaltwasser so erwärmt würde, dass sich Legionellen schneller vermehren könnten. Legionellen gedeihen bei Wassertemperaturen zwischen 25 und 55 Grad am besten – bei höheren Temperaturen reduziert sich das Wachstum oder sie sterben ab –, auch stehendes Wasser in toten oder selten genutzten Leitungsabschnitten unterstützt das Wachstum.

Bewohner kritisieren daher, dass vor einigen Jahren aus Kostengründen die Temperatur in der Warmwasserbereitung gesenkt worden sei. Ein Schwachstelle im System könne auch der frühere Schlecker-Markt sein. Der stehe seit 2011 leer, in den Leitungsabschnitten dort befinde sich dementsprechend stehendes Trinkwasser, befürchtet ein Bewohner des Hauses.

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