Zum dritten Mal seit 2013 sind Wohnungen in dem Gebäudekomplex im Bielefelder Süden belastet
Legionellen im Senne-Center

Bielefeld (WB). Die Hausverwaltung des Senne-Centers an der Max-Planck-Straße hat in den vergangenen Jahren einiges unternommen, um das Trinkwasser im Gebäude von Legionellen zu befreien. Nachhaltig geholfen hat das nicht; das Gesundheitsamt hat jetzt den dritten Befall seit 2013 gemessen.

Montag, 04.11.2019, 18:10 Uhr aktualisiert: 04.11.2019, 18:40 Uhr
Das Senne-Center mit gut 130 Wohnungen ist eines der größten Wohngebäude in Bielefeld. In den vergangenen Jahren wurden dort immer wieder Legionellenbelastungen registriert und Duschverbote verhängt. Foto: Arndt Wienböker

Mit mehr als 130 Wohnungen ist das Senne-Center, gebaut in den 1960er Jahren und aufgeteilt in Eigentumswohnungen, eines der größten Wohngebäude der Stadt. In der Bauweise soll einer der Gründe liegen, warum bei Trinkwasserproben immer wieder Legionellen in einem gesundheitsgefährdenden Ausmaß festgestellt werden, sagt Christoph Krieg, Geschäftsführer der Haus & Grund GmbH, die die Hausverwaltung für das Senne-Center übernommen hat. Weil Warm- und Kaltwasserleitungen zu nah beieinanderlägen, werde Kaltwasser so erwärmt, dass ein Ausbreiten der Legionellen begünstigt werde.

Bislang keine Erkrankungen

Eine Erkrankung von Bewohnern sei bislang nicht aufgetreten, sagt Christoph Krieg. Um das zu verhindern, sei jeweils ein Duschverbot in allen Wohnungen verhängt worden. Denn Legionellen werden durch das Einatmen des belasteten Wasserdampfs gefährlich, nicht etwa durch das Trinken des Wassers.

In der Vergangenheit wurden demnach bereits tote Abschnitte im Leitungssystem, die ein Ausbreiten der Legionellen begünstigen, entfernt, Sterilfilter in Wasserentnahmestellen eingesetzt. Zuletzt wurden die Leitungen thermisch entkeimt, eine Fachfirma nehme regelmäßig Spülungen vor. Außerdem »wurde eine Entkeimungsanlage eingebaut«, sagt Krieg. Die habe Erfolge gebracht, Proben seien längere Zeit ohne Befund gewesen. Die Leitung in der Verantwortung der Hausverwaltung sei unbelastet. Die Probleme würden in den Wohnungen auftreten, weil sich Bewohner nicht an die Spülpläne hielten, durch die Legionellen aus den Leitungen gespült werden sollen. Das soll ein Ausbreiten der Bakterien insbesondere dort verhindern, wo Wasser lange in den Rohren steht und sich die Legionellen so vermehren könnten. Etwa in wenig genutzten Gästebädern.

Sanierung kostet 1,2 Millionen Euro

Eine dauerhafte Lösung indes soll die Totalsanierung des Leitungssystems bringen, sind sich das Gesundheitsamt sowie Haus & Grund einig. Die würde aber, schätzt Christoph Krieg, rund 1,2 Millionen Euro kosten. Und dieses Geld sei nicht da, weil die Wohnungseigentümer gerade erst in eine teure Dachsanierung investiert hätten. Das Geld solle erst angespart werden, die Entkeimungsanlage sollte eigentlich die Zeit bis zu dieser Sanierung überbrücken.

Bei der Stadt prüft man indes, ob es eine rechtliche Handhabe gibt, weitere Maßnahmen anzuordnen, insbesondere die Sanierung zu beschleunigen. »Wir müssen die Bewohner schützen«, sagt Sozialdezernent Ingo Nürnberger. Dazu brauche es eine technische Lösung, »auf die wir uns verlassen können«.

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