Positive Jahresbilanz 2018/19: mehr Stellen – weniger Bewerber Facettenreicher Ausbildungsmarkt

Bielefeld (WB). Der Ausbildungsmarkt in Bielefeld bietet viele Möglichkeiten. Die Zahlen für das Jahr 2018/2019 bewertet Thomas Richter, Leiter der Agentur für Arbeit in Bielefeld, als positiv. »Wir sind auf einem guten Weg. Der Trend der vergangenen Jahre wird fortgeschrieben. Das ist eine gute Botschaft in Richtung Wirtschaft.«

Von Arndt Wienböker
Zeigen sich mit der Jahresbilanz auf dem Ausbildungsmarkt zufrieden (von links): Birgit Stehl (Geschäftsführerin der Handwerkskammer OWL), Thomas Richter (Leiter der Agentur für Arbeit Bielefeld) und IHK-Geschäftsführerin Ute Horstkötter-Starke.
Zeigen sich mit der Jahresbilanz auf dem Ausbildungsmarkt zufrieden (von links): Birgit Stehl (Geschäftsführerin der Handwerkskammer OWL), Thomas Richter (Leiter der Agentur für Arbeit Bielefeld) und IHK-Geschäftsführerin Ute Horstkötter-Starke. Foto: Arndt Wienböker

Die Unternehmen im Stadtgebiet meldeten im Zeitraum von Oktober 2018 bis September 2019 insgesamt 2471 und damit 112 Ausbildungsstellen mehr als noch vor einem Jahr. Das entspricht einem Anstieg von 4,7 Prozent. Das Plus an Ausbildungsstellen würde zeigen, dass sich die Unternehmen intensiv mit dem Fachkräftebedarf auseinandersetzen, betont Richter: »Die Ausbildung von Nachwuchs im System der dualen Ausbildung sehe ich für unsere Wirtschaft als eine zukunftsweisende Lösung, um einem Fachkräfteengpass entgegenzuwirken. Daher ist das gute Niveau kein Grund zum Nachlassen, sondern ein Ansporn, weiter in den Nachwuchs zu investieren.«

171 Bewerber unversorgt

Zugleich nahm die Zahl der jugendlichen Bewerber in Bielefeld um 65 auf 2840 (2,2 Prozent) ab. Rein rechnerisch gab es in Bielefeld im zurückliegenden Ausbildungsjahr 0,87 Stellen je Bewerber, eine leicht positive Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr. Im Agenturbezirk Bielefeld (mit dem Kreis Gütersloh) liegt das Verhältnis Ausbildungsstelle/Bewerber bei 1,01. Rechnerisch war im gesamten Bezirk (Bielefeld und Gütersloh) also für jeden Suchenden eine Ausbildungsstelle gemeldet. Erfreulich sei auch die Situation der jungen Geflüchteten: 371 (7,1 Prozent) konnten im Agenturbezirk ins System der Ausbildung integriert werden.

Zum Ende des Ausbildungsjahres waren im Stadtgebiet Bielefeld 171 Bewerber noch unversorgt (10,3 Prozent mehr als im Vorjahr). Die Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen sank dagegen um mehr als 37 Prozent auf 132. Richter: »Der demografische Wandel wird spürbar. Wir können nicht alle Jugendlichen versorgen. Es gilt, Berufs- und Ausbildungsangebote noch bekannter zu machen – etwa durch Praktika.« Gleichzeitig sei eine frühzeitige Beratung wichtiger denn je. Die Stadt Bielefeld sei zudem der Einpendler-Magnet in der Region. 38,3 Prozent der Auszubildenden haben ihren Wohnsitz im Umland, also außerhalb Bielefelds.

Kaufmännische Berufe legen zu

Eine unterm Strich positive Bilanz zog auch IHK-Geschäftsführerin Ute Horstkötter-Starke. Für die Stadt Bielefeld hat sich die Zahl der neu eingetragenen Ausbildungsverträge mit 1500 (Vorjahr 1476) marginal erhöht. Während in den gewerblich-technischen Berufen ein Rückgang verzeichnet wurde, gab es in den kaufmännischen Berufen einen Anstieg. Deutliche Zuwächse von 9,3 Prozent auf 352 wurden in den Handelsberufen registriert, besonders bei den Verkäufern (22 Verträge mehr). Bei den Metallberufen (minus 11 Prozent) oder im Bereich Druck und Papier (minus 15,2 Prozent) gab es dagegen Rückgänge. Die Industrie- und Handelskammer werde sich weiterhin für die Förderung der Beruflichen Bildung einsetzen und Projekte wie die »Bildungslotsen« forcieren. »Die jungen Menschen müssen mehr über die Berufe wissen, für die sie sich bewerben. Da besteht noch Handlungsbedarf«, so Ute Horstkötter-Starke.

Das Handwerk bietet gute Chancen

Birgit Stehl, Geschäftsführerin der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld, wirbt für die Ausbildungsberufe im Handwerk: »Hier kann man sich als junger Mensch selbst verwirklichen. Das Handwerk mit seinen vielen Facetten bietet gute berufliche Chancen.« Das würden auch immer mehr Abiturienten erkennen. Hier ist in ganz OWL ein Zuwachs von 18 Prozent zu verzeichnen.

Zum 30. September sind in der Region 3840 neue Ausbildungsverträge im Handwerk abgeschlossen worden. Bielefeld liegt bei einem Plus von 3,39 Prozent oder 549 Verträgen. Im Stadtgebiet legten vor allem die Berufe Metallbauer, Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sowie Friseure zu. Rückgänge gab es bei Elektronikern, Fleischern und Maßschneidern.

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