Mit der Krimifolge »Ins Gesicht geschrieben« schließt sich an diesem Samstag ein Kreis
Wilsberg und die Bielefelder

Bielefeld (WB). Schon in frühen Folgen der seit 1995 bestehenden ZDF-Reihe »Wilsberg« wird Bielefeld erwähnt. Doch erst 24 Jahre nach der ersten Episode wird an diesem Samstag um 20.15 Uhr die erste in Bielefeld gedrehte Folge gezeigt. Damit schließt sich ein Kreis. Das WESTFALEN-BLATT blickt auf die lange Verbindung zwischen Wilsberg und Bielefeld – und auf die neue Episode.

Samstag, 02.11.2019, 04:00 Uhr aktualisiert: 02.11.2019, 07:36 Uhr
Mördersuche in Bielefeld: Privatdetektiv Georg Wilsberg (Leonard Lansink) ermittelt mit Unterstützung seiner Patentochter Alex Holtkamp (Ina Paule Klink) auf fremdem Terrain. In Bielefeld geht es um eine in der Stadt entwickelte Gesichtserkennungs-App – mit verheerenden Folgen für Betroffene. Foto: ZDF, Montage: Heinz Stelte

Die Handlung

Erste in Bielefeld gedrehte Wilsberg-Folge

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  • Erste in Bielefeld gedrehte Wilsberg-Folge
Foto: Thomas Kost/ZDF
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Die im Oktober 2018 gedrehte Folge »Ins Gesicht geschrieben« dreht sich um die Gesichtserkennungsapp »Face 23«. Die umstrittene App identifiziert Menschen per Gesichtserkennung und trägt alle im Netz verfügbaren Informationen zu einer Person zusammen – mit verheerenden Folgen für Betroffene. Privatdetektiv Georg Wilsberg (Leonard Lansink) will eigentlich seinen beim Bielefelder Bauamt beschäftigten alten Freund Manni (Heinrich Schafmeister) in Bielefeld wiedersehen.

Doch während er Manni nicht antrifft, der erst in der zweiten Bielefelder Folge zu sehen ist, gerät seine Patentochter Alex Holtkamp (Ina Paule Klink) in Bedrängnis: Ein Video im Internet kursiert, das Alex neben einem Toten zeigt, dem Entwickler einer neuen App. Wilsberg nimmt die Ermittlungen auf.

Die Kritik

Große Spannung und Nervenkitzel liefert die Folge zwar nicht, aber immerhin ist die Suche nach dem Mörder durchaus abwechslungsreich und die Auflösung nicht unbedingt vorhersehbar. In jedem Fall aber gibt es jede Menge Bielefelder Lokalkolorit und viele witzige Dialoge. Das liegt vor allem an dem Schlagabtausch zwischen dem Münsteraner Kommissar Overbeck (Roland Jankowsky) und dem Bielefelder Kommissar Drechshage (Stefan Haschke).

Der droht dem »Hilfssheriff aus der Fahrradstadt« damit, ihm ein Disziplinarverfahren an den Hals zu hängen. »Dann dürfen sie höchstens noch den Polizeiparkplatz bewachen.« Lachen ist auch garantiert, wenn sich der Technikmuffel Wilsberg mit einer App herumschlagen muss. »Ich bin Offliner«, sagt er und wehrt sich gegen jegliche Verdächtigungen, nur weil er nicht in den sozialen Medien unterwegs ist. Er nehme an dem »ganzen Internetquatsch« nicht teil, sagt er.

Natürlich kommen die Bielefelder auf ihre Kosten, die reihenweise Sehenswürdigkeiten zu Gesicht bekommen, auch wenn die Einblendungen in vielen Fällen leider nur kurz sind.

Schauplätze und Statisten

Wie exklusiv berichtet , sind einige Gebäude und Orte in der Folge zu sehen: der Hochbunker an der Neustädter Straße, das Alte Rathaus, das Neue Rathaus, das Stadttheater, das Kachelhaus, der Mirabellenplatz, die Fassade des Brauhauses, die St.-Jodokus-Kirche. Eine prominente Rolle spielen die Sparrenburg und der Bürgerpark. Und natürlich laufen auch immer wieder Menschen aus Ostwestfalen durchs Bild. Denn allein in den beiden Bielefeld-Folgen kamen 100 Statisten zum Einsatz. In Bielefeld drehte das 40-köpfige »Wilsberg«-Produktionsteam aber nur acht Tage, weitere sieben Wochen in Köln und Münster.

So begann alles

Der gebürtige Bielefelder Martin Neumann formte aus dem »Wilsberg«-Roman des Münsteraner Autors Jürgen Kehrer einen TV-Hit. Der für die Serie verantwortliche ZDF-Redakteur baut mit seinem Team in jede Folge einen humorvollen Bezug zu Bielefeld ein. »Es begann als kleiner Insider-Spaß, der sich schnell zum Kult entwickelte«, sagt Neumann. »Irgendwann ist es aufgefallen – und die Welle ging dann so richtig los.«

Viele Bezüge zu Bielefeld

Im Jahr 2014 wurde erstmals ein Bielefelder Stadtteil im »Wilsberg«-Krimi genannt: In der Folge »Nackt im Netz« wird ein Computerserver in Sennestadt erwähnt, ein Jahr später eine fiktive Tapas-Bar in Schildesche.

WESTFALEN-BLATT-Leser durften Vorschläge für weitere Stadtteile machen: So kamen Ubbedissen, Senne, Stieghorst, Brake, Vilsendorf und Lämershagen auf humorvolle Weise zur Geltung. Sennestadt wurde sogar in der 50. Folge erwähnt. WESTFALEN-BLATT-Leser durften auch Vorschläge liefern, welche Bielefelder Sehenswürdigkeiten namentlich genannt werden sollen. So wurden im Dezember 2017 die Sparrenburg, der Tierpark Olderdissen und der Eiserne Anton in der Episode »Münster Leaks« erwähnt.

Den bisher größten Bezug zur Leineweberstadt hatte im Jahr 2012 die Folge »Bielefeld-Verschwörung«. Gedreht wurde damals aber nicht in Bielefeld. Drei »Wilsberg«-Folgen feierten bislang zudem Premiere in Bielefeld – als gemeinsame Aktion von ZDF, Cinestar und dem WESTFALEN-BLATT.

Blick in die Zukunft

Die zweite in Bielefeld gedrehte Folge »Bielefeld 23« bezieht sich inhaltlich auf die erste Episode und soll im Jahr 2020 gezeigt werden. Ein Sendetermin steht noch nicht fest. Klar ist aber, dass die Folge vorab am 16. Dezember im Cinemaxx läuft – als Aktion von ZDF, Cinemaxx, Warner Bros und Bielefeld Marketing.

Und spielt Bielefeld auch künftige eine besondere Rolle in den »Wilsberg«-Krimis? »Bielefeld-Bezüge soll es immer geben«, sagt Martin Neumann. »Nur kann ich die natürlich nicht jetzt schon verraten.« Verraten wird auch noch nicht, wer den ersten Mord in einem Bielefelder »Wilsberg«-Krimi begeht. Die Auflösung erfolgt am Samstagabend.

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