Spatenstich für das neue Hörsaalgebäude der Bielefelder Uni – 2020 soll es fertig sein
Doppelt wertvoll, doppelt so teuer

Bielefeld (WB). Zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt die Universität mit dem Y-Gebäude. Ab 2020 wird der Bau zunächst Ausweichquartier für den Audimax, danach wichtige Raumalternative angesichts steigender Studentenzahlen. Am Donnerstag war Spatenstich – inklusive teurer Überraschung.

Freitag, 01.11.2019, 09:00 Uhr aktualisiert: 01.11.2019, 14:40 Uhr
Prorektorin Claudia Riemer und Stephan Becker beim symbolischen Spatenstich an der Konsequenz. Foto: Sellmann

Wenn das neue Hörsaalgebäude mit großem Auditorium für 700 Studenten und drei Seminarräumen im nächsten Jahr planmäßig fertig gestellt ist, werden auf 1010 Quadratmetern Nutzfläche voraussichtlich insgesamt 13,3 Millionen Euro verbaut sein. Und damit deutlich mehr als zu Beginn der Planungen 2017 veranschlagt, räumte Uni-Kanzler Dr. Stephan Becker ein: »Dass alles teurer werden wird, ist eine Folge der Baukonjunktur.«

»Im Rahmen der Kostenrichtwerte«

Bei den gestiegenen Kosten von ursprünglich kolportierten 6,5 Millionen auf nunmehr 13,3 Millionen Euro für die Planungen, den Bau und die Ersteinrichtung würden insbesondere die Erd- und Holzarbeiten ins Gewicht fallen. Deshalb habe die Uni mehr Geld aufbringen müssen. »Wir bewegen uns aber immer noch im Rahmen der Kostenrichtwerte«, sagte Becker. Von der Gesamtsumme übernimmt der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW 3,75 Millionen Euro.

Anstoß für den Bau des Y-Gebäudes war der zeitliche Verzug bei der Sanierung des Audimax. Der mit 1200 Plätzen größte Hörsaal der Universität kann länger nicht genutzt werden als ursprünglich geplant. Die Risikoprüfung der Modernisierungsmaßnahmen im Hauptgebäude hat außerdem ergeben, dass eine störungsfreie Nutzung des Audimax schwierig werden könnte, weil er an drei Stellen von der Baustelle umgeben sein wird.

Dass der Hörsaal des zweistöckigen Y-Gebäudes lediglich Platz für 700 Studenten bieten wird, ist laut Prorektorin Professor Dr. Claudia Riemer kein Problem: »Das Audimax brauchen wir in Gänze eigentlich nicht.« Schwierig sei es immer gewesen, größere Veranstaltungen oberhalb der Kapazitäten des zweitgrößten Hörsaals (400 Plätze) abzuhalten.

Umzug ins Kino und Lokschuppen

Dafür waren in der Vergangenheit bereits Kinosäle in der Stadt angemietet worden. Und eine solche Notlösung sei auch ab dem nächsten Jahr wieder erforderlich. Denn wenn der Audimax außer Betrieb genommen werden muss, werde das Y-Gebäude noch nicht fertig sein. Ab dem Sommer werden – »etwa eine Handvoll« (Riemer) – Vorlesungen insbesondere der Fakultäten für Rechts- und Wirtschaftswissenschaften verlegt. Für zwei Semester hat die Uni Räume im Cinemaxx und im Lokschuppen reserviert.

Stephan Becker sprach von einem »schönen Entwurf«, den das Münsteraner Büro Behet Bondzio der Jury eines Architektenwettbewerbs vorgelegt hatte. »In der Einfachheit liegt der Pfiff«, sagte Becker. Es werde keine Fläche vergeudet, das Gebäude passe sich an die Hanglage an und minimiere so die notwendigen Erdarbeiten. Zu finden ist es an der Straße Konsequenz, der Verlängerung der Morgenbreede, zwischen dem Neubau des Bürogebäudes und der Experimentalphysik.

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