Wo die Stadt Wohnen und Gewerbe ansiedeln will
Hier geht noch was

Bielefeld (WB). Wo können in Bielefeld neue Wohngebiete entstehen, wo neue Gewerbeflächen erschlossen werden? Darauf will die Verwaltung jetzt Antworten geben.

Sonntag, 20.10.2019, 08:00 Uhr
33,6 Hektar für künftigen Wohnraum: die Catterick-Kaserne an der Detmolder Straße. Foto: Thomas F. Starke

In der nächsten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses am 29. Oktober sollen den Kommunalpolitikern ein »Perspektivplan Wohnen 2020/35« und die »Gewerbeflächenbedarfsprognose 2035« vorgestellt werden. 

Wohnen

Eine von der Verwaltung eingesetzte Arbeitsgruppe kommt auf 200 Hektar größere Flächenreserven für Wohnungsbau. Dies sei ein »nicht unerhebliches Flächenpotenzial«. Doch da müsse unterschieden werden: Einerseits wiesen viele dieser Flächen qualifiziertes Planungsrecht auf und würden derzeit bereits vermarktet oder die Vermarktung stünde kurz bevor. In diese Kategorie fielen rund 30 Prozent der Flächenreserven. Andererseits bestehe auf verschiedenen Reserveflächen, in Summe rund 24 Prozent, qualifiziertes Baurecht, ohne dass dieses bislang zur Umsetzung von Wohnbebauung genutzt wurde. In anderen Fällen wurden Planverfahren eingeleitet, konnten jedoch bislang nicht zum Abschluss gebracht werden. Dies betrifft rund 40 Prozent der Flächenreserven. Keine Entwicklungsper­spektive als Wohnbauland sehen die Experten für nur rund sechs Prozent der größeren Reserveflächen.

Teils sind es Flächen, von denen seit langem bekannt ist, dass sie der Wohnbebauung dienen sollen. Dazu gehören etwa die bisher noch von den Briten genutzten Kasernenanlagen, die Catterick-Barracks in Stieghorst mit 33,6 Hektar oder die Rochdale-Barracks in Mitte mit 8,9 Hektar. Auch bereits jetzt hochumstrittene Flächen wie die westlich der Universität im Entwicklungsbereich Dornberg-Babenhausen gehören dazu. Aber auch im Bereich Windflöte oder Eckardtsheim wurden größere Areale markiert.

Gewerbe

Ausbaureserve null, heißt es bei den Gewerbeflächen. Auch das soll sich durch die Gewerbeflächenbedarfsprognose ändern. Der Bedarf bis zum Jahr 2035 wird auf 58 bis 80 Hektar geschätzt. Untersucht und kategorisiert wurden 452,2 Hektar.

In der Kategorie A sind die städtebaulich geeigneten Areale für eine gewerbliche Entwicklung zusammengefasst. Dazu zählen der Bereich Eisenstraße in Brackwede (16,2 Hektar), in Sennestadt das Areal Gut Wilhelmsdorf-Ost (nördlicher Teil) mit 9,4 Hektar und in Heepen Flächen an der Friedrich-Hagemann-Straße (3,3 Hektar). Macht unterm Strich 28,9 Hektar. In der Kategorie B (grundsätzlich für Gewerbe geeignet) wären 23,4 Hektar verfügbar. Sie befinden sich in Brackwede (Steinhagener Straße, sechs Hektar), Heepen/Stieghorst (Kornkamp Nord, 10,2 Hektar) und Jöllenbeck (Telgenbrink, 7,2 Hektar). Um der Nachfrage zu entsprechen, müssten auch noch Flächen aus der Kategorie C (eingeschränkte Eignung) hinzukommen.

Baulandstrategie

Die im Juli beschlossene Baulandstrategie soll dazu beitragen, neue Wohnbau- und Gewerbeflächen zu bezahlbaren Preisen zu entwickeln. Neue Flächen sollen nur ausgewiesen werden, wenn bei ihnen die Stadt als Grundstücks-Zwischenhändler auftritt. Vor dem Hintergrund des Regionalplans will die Stadt den künftigen Bedarf an Siedlungsflächen für Wohnen und Gewerbe grundsätzlich klären.

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