Preissteigerungen betreffen alle Stadtbezirke Wohnraum ist knapp und wird immer teurer

Bielefeld (WB). Es gibt so gut wie keine leer stehenden Wohnungen. Mieten und Immobilienpreise in Bielefeld steigen deutlich – und zwar in allen Stadtbezirken. Das weist der Wohnungsmarktbericht für die Jahre 2017/2018 aus.

Von Burgit Hörttrich

Und das, so Norbert Metzger und Eduard Knaak (beide Bauamt), obwohl in Bielefeld in den Jahren 2017/2018 2200 neue Wohnungen und Einfamilienhäuser fertig gestellt worden seien. Im Vergleich mit sechs nordrhein-westfälischen Großstädten belegt Bielefeld nach Bonn mit dieser Anzahl von Neubauwohnungen Platz 2. Ziel sei es, so Metzger, »bis Ende 2020 5000 neue Wohnungen geschaffen zu haben«.

Es gebe nur rund 500 leer stehende Wohnungen (0,3 Prozent des Gesamtbestandes von 171.000 Wohnungen), eine »gesunde Fluktuationsreserve« liege bei zwei bis drei Prozent.

80er-Jahre-Häuser steigen im Wert

Die Kaufpreise von Eigenheimen und Eigentumswohnungen machten zudem einen deutlichen Sprung nach oben. Knaak sagt, dass ein Haus aus den 1980er Jahren zur Zeit für durchschnittlich 395.000 Euro angeboten werde: »95.000 Euro mehr als noch vor einem Jahr.«

Auch die Mieten seien gestiegen: für bestehende Wohnungen im Mittel auf 7,47 Euro pro Quadratmeter. Bei Neubauwohnungen liegt die Durchschnittsmiete bei 10,19 Euro pro Quadratmeter. Das seien Steigerungen seit 2010 von 31 beziehungsweise 48 Prozent, sagt Metzger. 30 Prozent des Haushaltsaufkommens für die Miete auszugeben, galt in Bielefeld bislang als üblich, betont er. »Aber das ist offenbar auf Dauer nicht haltbar.«

Mietsteigerungen seien in allen Stadtbezirken zu verzeichnen. In Mitte und Gadderbaum habe die Quadratmeter-Durchschnittsmiete die Acht-Euro-Grenze erreicht, nur noch in Brackwede und Senne lägen die Mieten im Mittel noch unter sieben Euro.

12.100 geförderte Wohnungen

Die Zahl der Ein-Personen-Haushalte werde bis zum Jahr 2025 um 2400 steigen, sagt der aktuelle Wohnungsmarktbericht aus. Mit einbezogen habe man in diese Modellrechnung Studenten und Mitarbeiter, die wegen der künftigen Medizinischen Fakultät nach Bielefeld kämen. Dasselbe gelte für die Zwei-Personen-Haushalte, die um 2775 anwachsen könnten.

In Bielefeld gebe es 12.100 geförderte Wohnungen im Bestand. Ziel sei es, 350 zusätzliche Wohnungen pro Jahr fördern zu können, um, wie Metzger ausführt, »zumindest den Status quo zu halten«. 3400 Haushalte mit Wohnberechtigungsschein seien auf der Suche, der Versorgungsgrad läge nur bei 31 Prozent.

Metzger freut sich darüber, dass die Zahl der Bauanträge im ersten Halbjahr 2019 wieder gestiegen sei – nach einem Rückgang um 30 Prozent 2018 auf 870 Wohneinheiten. Gleichzeitig räumt er ein, dass die Genehmigungszeiträume »unkalkulierbar« seien.

Der Wohnungsmarktbericht ist kostenfrei in der Bauberatung im Technischen Rathaus zu haben.

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