Bielefelder Christoph Walkenhorst trifft 2020 in Barcelona die Weltelite
Der Traum vom großen Poker-Geld

Bielefeld (WB). Der Bielefelder Christoph Walkenhorst lebt einen Traum – den Traum von einer Karriere als professioneller Pokerspieler. Diesem ist der 35-Jährige ein Stückchen näher gekommen. Im nächsten Jahr nimmt er in Barcelona an einem der größten Live-Pokerturniere der Welt teil und spielt um ein Millionen-Preisgeld.

Dienstag, 08.10.2019, 10:00 Uhr
Der Bielefelder Christoph Walkenhorst mit dem »Platinum Pass«, der ihm die Teilnahme an der Poker-Stars Players Championship 2020 in Barcelona garantiert. Foto: Joe Giron

Bei der Poker-Stars Players Championship, kurz PSPC, in der spanischen Metropole wird Christoph Walkenhorst vom 20. bis 24. August 2020 gegen einige der besten Pokerspieler der Welt antreten. »Allein das ist schon der Hammer«, sagt der Bielefelder. Der hat allein durch seine Teilnahme bereits gewonnen. Bei diesem Mega-Event handelt es sich um ein Buy-In-Turnier. Das heißt, die Teilnehmer können sich ins Turnier einkaufen – für 26.466 Euro! Das allerdings bleibt Walkenhorst erspart.

Er sicherte sich nämlich bei der Ende August in Barcelona ausgetragenen European Poker Tour (EPT) einen sogenannten »Platinum Pass«, der ihm freien Eintritt und einen Platz für die PSPC im nächsten Jahr garantiert. »Ich kann es zwar immer noch nicht so richtig fassen, aber das ist natürlich eine Riesenchance, die ich nutzen will«, betont der zweifache Familienvater, der mit Frau und Kindern in Bielefeld lebt.

Der Sieger kassiert mehr als 5 Millionen US-Dollar

Bei der Premiere der Poker-Stars Players Championship, die Anfang dieses Jahres auf Paradise Island (Bahamas) ausgetragen wurde, gingen mehr als 1000 Pokerspieler aus der ganzen Welt an den Start und spielten um ein Preisgeld (»Pot«) in Höhe von 26,5 Millionen US-Dollar. Der Sieger, ein Spanier namens Ramon Colillas, kassierte die unglaubliche Summe von 5,1 Millionen Dollar. »Das Schlechteste, was mir passieren kann, ist also ein bezahlter Sechs-Tage-Urlaub in Barcelona«, schmunzelt Christoph Walkenhorst. Dessen bislang höchstes Preisgeld liegt übrigens bei 350 Euro. Der Traum vom großen Poker-Geld ist diesmal aber nicht unrealistisch, denn die Top 200 der PSPC bekommen »Cash«. Walkenhorst: »Und es sitzen neben Leuten wie mir auch einige Millionäre mit am Tisch. Die Szene mischt sich, allein das ist total abgefahren und reizvoll.«

Christoph Walkenhorst tritt in der Variante »Texas Hold’em No Limit« an, eine der populärsten Arten des Pokerspiels. Dabei halten die Akteure zwei verdeckte Karten auf der Hand, fünf Karten (Board cards) liegen offen auf dem Tisch. Und was ist das Besondere am Pokern? Christoph Walkenhorst, der im wirklichen Leben als Sozialarbeiter in Bielefeld unterwegs ist, braucht nicht lange nachzudenken. »Poker ist ein Strategiespiel. Das ist reiner Nervenkitzel, es wird nie langweilig.«

Sonnenbrille oder Halstuch?

Das Bluffen gehört natürlich mit dazu, ist ein wichtiger Bestandteil der Psycho-Spielchen am Tisch. Welche Karten hält der Gegner auf der Hand? »Ein Zucken im Auge oder im Mundwinkel können einen verraten – genauso wie eine pulsierende Halsschlagader«, erklärt der Bielefelder. Um diese im Fachjargon »Tells« genannten Reaktionen weniger »lesbar« zu machen, würden viele Spieler eine Sonnenbrille oder ein Halstuch tragen. Christoph Walkenhorst hat auf derlei »Zubehör« bislang verzichtet. »Ich denke aber darüber nach, zumindest einen Sonnenbrille mit nach Barcelona zu nehmen«, sagt er.

Bislang ist Pokern (»Das schönste Spiel der Welt«) für ihn nur ein Hobby gewesen. »Angefangen habe ich vor mehr als 15 Jahren im privaten Kreis mit einigen Kumpels.« Das war die Zeit, als ein gewisser Chris Moneymaker mit dem Gewinn der Poker-Weltmeisterschaft (2003) einen echten Boom auslöste. Einmal vom Poker-Virus infiziert, spielte Walkenhorst fortan Turniere im Online-Raum Poker-Stars. Geld verdient habe er mit seiner großen Leidenschaft bislang nicht.

»Ich habe nichts zu verlieren«

Das soll nun anders werden. »Die Teilnahme an der PSPC ist wirklich eine große Chance für mich. Ich habe nichts zu verlieren, kann aber als reicher Mann nach Hause kommen. Eine Profi-Karriere als Pokerspieler ist mein absoluter Traum.«

Dafür wird Christoph Walkenhorst noch einiges tun müssen, zumal »Live-Turniere etwas ganz anderes sind.« Mit Coach Felix Schneiders will er sich intensiv auf das Mega-Event im August 2020 im Casino von Barcelona vorbereiten. Seine Herkunft wird der 35-Jährige dabei nicht vergessen. Im Gegenteil: »Bielefeld ist eine wunderschöne Stadt, die durch die Bielefeld-Verschwörung und die ‘Bielefeldmillion’ in der ganzen Welt bekannt geworden ist. Ich will beweisen, dass es Bielefeld auch wirklich gibt und meine Heimatstadt ein für alle Mal auf die Landkarte bringen.«

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