Initiative Radentscheid demonstriert gegen »Streifenlösung«
Lebensgefahr statt Schutz

Bielefeld (WB). Als »Todesstreifen« bezeichnet Michael Schem die Schutzstreifen entlang des frisch sanierten, 250 Meter langen Teilabschnittes der Heeper Straße zwischen Kesselbrink und Viktoriastraße. Schem ist einer der Sprecher des »Radentscheids« .

Sonntag, 06.10.2019, 12:00 Uhr
Kein Schutz: Öffnet ein Fahrer die Autotür, muss der Radfahrer in den fließenden Verkehr ausweichen. Foto: Bernhard Pierel

Mit einer demonstrativen (angemeldeten) Sperrung zwangen die Aktivisten am Freitag für zwei Stunden den Autoverkehr zu einem Umweg durch die Kronenstraße.

Der Radentscheid sammelt Unterschriften für ein Bürgerbegehren für sichere und schnelle Radwegeverbindungen in Bielefeld. Die Minimalanzahl von 10.247 sei erreicht, Ziel sei »mindestens« das Doppelte. Der Radentscheid fürchtet, dass auch die 3500 Meter der Heeper Straße, die ebenfalls umgebaut werden sollen, auch nur solche »handtuchschmalen« Schutzstreifen bekommen sollen. Bärbel Mörchen betont, dass sie kein Einzelfall seien und nennt Voltmannstraße, Jöllenbecker Straße und Apfelstraße.

»Öffnet ein Fahrer unachtsam die Autotür, kann ein Radfahrer stürzen«

Sie weist darauf hin, dass an der Stapenhorststraße die Autoparkplätze reduziert worden seien, um Radfahrern mehr Sicherheit zu bringen. Jetzt, am Teilstück Heeper Straße, seien aber erneut zwei Meter breite Parkstreifen angelegt worden. Mörchen: »Öffnet ein Fahrer unachtsam die Autotür, kann ein Radfahrer stürzen und schwer verletzt werden oder er ist gezwungen, in den fließenden Verkehr auszuweichen.« Sebastian Lisken spricht von einer »lebensgefährlichen Falle«.

Die Planungen speziell für die Kreuzungsbereiche der Heeper Straße mit Huberstraße und Lohbreite seien »verheerend«: »Wir brauchen sichere Lösungen.« Radfahrer würden durch »Verkehrsplanungen aus der Vergangenheit« an den Rand gedrängt.

Radentscheid will Bürgerbegehren initiieren

Radwege müssten mindestens zwei Meter breit und vom Autoverkehr getrennt sein. Das wäre, betont Michael Schem, eben auch in der Heeper Straße möglich gewesen. »Wenn man den Parkstreifen mit 16 Stellplätzen weggelassen hätte.« Der Schutzstreifen erwecke zudem den Anschein von Sicherheit. Dabei befinde er sich exakt im »Aufschlagsbereich der Autotüren«.

Obendrein sei auch noch erlaubt, auf diesen Schutzstreifen als Autofahrer kurz anzuhalten. Bärbel Mörchen: »Das aber will der Verkehrsminister ändern – hoffentlich.«

Dass immer noch Planungen mit solch schmalen Schutzstreifen realisiert würden, sei einer der Anlasse, warum der Radentscheid ein Bürgerbegehren initiieren wolle, so Michael Schem.

Kommentare

Kurt  wrote: 07.10.2019 03:04
Schlechte Planung
Genauso ist es am Kesselbrink. Dort wurden etwa auf Höhe von Küchen-Siebrasse Parkboxen quer zur Fahrbahn angelegt. Für viele Fahrzeuge sind diese zu kurz, sodass die mit dem Heck auf dem Schutzstreifen stehen - vom blinden rückwärts Heraussetzen einmal ganz abgesehen.
Solche blöden Parkboxen wurden auch vor der Schollen-Philharmonie an der Albert-Schweizer-Straße angelegt - gleiches Problem für Radfahrer, die die Straße von der Kreuzung kommend befahren. Dazu verengt sich die Fahrbahn auch noch!
Wer das plant, sollte echt mit anderen Aufgaben betreut werden!
Kurt
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