Vesperkirche: Bei einer kostenlosen warmen Mahlzeit sollen Menschen miteinander ins Gespräch kommen
Neustädter Marienkirche wird zum Speisesaal

Bielefeld (WB). Die Vesperkirche nimmt konkrete Formen an. Vom 3. bis 23. Februar sind alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen, bei einem Mittagessen in der Neustädter Marienkirche miteinander ins Gespräch zu kommen.

Sonntag, 06.10.2019, 15:00 Uhr
Uwe Moggert-Seils (von links), Superintendent Christian Bald, Pfarrerin Christel Weber und Ulrich Wolf-Barnett gehören zum Organisationsteam der Vesperkirche. Foto: Bernhard Pierel

»Das Angebot richtet sich nicht nur an Menschen in prekären Lebenssituationen, sondern an alle Bürger. Der Fokus liegt auf der Begegnung von Menschen aus unterschiedlichen Milieus«, verdeutlicht Christel Weber. Die Pfarrerin der Neustädter Marienkirche gehört mit zu einem 50-köpfigen Vorbereitungsteam, das seit Monaten mit der Organisation der so genannten Vesperkirche befasst ist.

Jeden Tag werden im Projektzeitraum von 11.30 bis 14 Uhr zwei kostenlose Mahlzeiten – eine davon vegetarisch – angeboten. Die Besucher können unangemeldet kommen und sitzen an schön eingedeckten Tischen. »Wir wollen keine Kantine eröffnen, sondern Gastlichkeit mit Würde anbieten«, betont Ulrich Wolf-Barnett.

Der ehemalige Pfarrer der Neustädter Marienkirche kümmert sich im Projektteam um die Ehrenamtlichen. »Pro Tag benötigen wir 35 Freiwillige. Sie nehmen Essensbestellungen entgegen, servieren die Gerichte und räumen die leeren Teller wieder ab. Auch für die Spülstraße, die draußen eingerichtet wird, brauchen wir Helfer«, erklärt Wolf-Barnett. Pro Tag sollten fünf Stunden Arbeitszeit eingeplant werden.

500 Mahlzeiten pro Tag

Freiwillige können sich ab sofort im Internet unter www.vesperkirche-bielefeld.de unter dem Menüpunkt »mitmachen« anmelden. »Wir haben mit einer Agentur zusammen ein Programm entwickelt, das eine Anmeldung einfach macht«, erklärt Uwe Moggert-Seils, Sprecher des Evangelischen Kirchenkreises. Ehrenamtliche ab 18 Jahren können sich zu einem einmaligen Dienst anmelden oder mehrere Einsätze – maximal acht Tage – buchen. »Voraussetzung ist, dass sie jedem Menschen mit Offenheit begegnen«, betont Moggert-Seils.

Das Catering besorgt Pro Servita, die Speisenversorgung der Diakonischen Altenzentren Bielefeld. Aktuell wird mit bis zu 500 Mahlzeiten pro Tag kalkuliert.

Ermöglicht wird die Vesperkirche rein durch Spenden. »Wir rechnen mit einem Betrag in sechsstelliger Höhe«, sagt Christian Bald. Bielefelds Superintendent beruft sich auf das Martin-Buber-Zitat »Alles wirkliche Leben ist Begegnung«. »Dieses Versprechen soll die Vesperkirche einlösen«, sagt Bald.

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