Kesselbrink: nach Leerstand neue Nutzung ab November – BGW möchte verkauften
Der Würfel für die Jugend

Bielefeld (WB). Bereits ab November soll der »Grüne Würfel« auf dem Kesselbrink wieder genutzt werden. Die Stadtverwaltung und »Die Falken« sollen ein Sofortprogramm als Anlaufstelle für junge Menschen, Familien und Anwohner organisieren (das WESTFALEN-BLATT berichtete damals exklusiv). Mit Beginn des Jahres 2020 soll aus dem Provisorium bei Erfolg ein Dauerangebot werden.

Samstag, 05.10.2019, 04:00 Uhr
Ab November soll der »Grüne Würfel« belebt werden: Das Sozialdezernat hat ein Konzept erarbeitet. Foto: Bernhard Pierel/Archiv

Die BGW als Eigentümerin der Immobilie kann sich zudem einen Verkauf vorstellen. Die Nutzung des Gebäudes sei nicht umsonst, räumt Sozialdezernent Ingo Nürnberger ein. Die BGW habe aber als Vermieterin »ein faires Angebot« gemacht. In die Karten spiele dem Konzept ausgerechnet die Sanierung des Jugendzentrums »Kamp«.

Am Ersatzstandort könne nur, so Nürnberger, ein reduziertes Angebot erbracht werden. Der Träger, »Die Falken«, könnte deshalb fachkundige Mitarbeiter (1,5 Stellen) über den bestehenden Leistungsvertrag, also ohne Mehrkosten, bereit stellen. Dazu kämen für die Monate November und Dezember Kosten für Sachmittel in Höhe von 20.000 Euro.

Vorgesehen sei im Erdgeschoss des Grünen Würfels eine »kleine Gastronomie«, ein Loungebereich ohne Konsumzwang und ein Angebot von Freizeitaktivitäten wie Spielecke oder Kicker. In den weiteren Stockwerken seien Nutzungen durch das Projekt »Klima-Netze 2.0«, Beratungsangebote (Drogen-, Spiel-, Internetsucht) und medienpädagogische Angebote denkbar.

Flexible Ausstattung gewünscht

Die Ausstattung, wünscht sich der Sozialdezernent, solle so flexibel sein, dass zum Beispiel kleinere Kulturveranstaltungen wie Theater, Lesungen oder Strategiespiel-Events stattfinden könnten. Einen festen Termin gibt es bereits: eine Theaterperformance am 20. November, zu dem die Veranstalter 90 Hocker für ihr Publikum mitbringen würden. Nürnberger weist darauf hin, dass zahlreiche Akteure Unterstützung angeboten hätten: von AWO und BAJ bis zum Kanal 21 und dem Kulturamt. Die nötigen Sachmittel in Höhe von 60.000 Euro pro Jahr seien zwar mehr als andere Jugendzentren bekämen, dafür sei deren Personalausstattung besser, betont Nürnberger.

Seiner Vorstellung nach soll der »Grüne Würfel« vor allem den Raum bieten, das Personal solle die Nutzungen koordinieren und ein Profil entwickeln. Die Mittel für den Betrieb des »Würfels« für die Jahre 2020 bis 2022 in Höhe von 550.000 Euro seien durch nicht verbrauchte Mittel (Prävention/Integration) gesichert. Dass der Kesselbrink verbesserungswürdig ist, weiß Nürnberger genau: »Ein Teil funktioniert wunderbar mit Sport und Veranstaltungen, der andere nicht. Je länger der Leerstand bleibt, desto gemütlicher machen es sich die, für die der Platz eigentlich nicht gedacht ist.«

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