Frau und Labrador gebissen – Polizei übergibt Akten
Angriff bei Schleppjagd: Ermittlungen beendet

Bielefeld (WB). Einen Monat nach den Beißattacken bei einer Schleppjagd in Bielefeld-Sennestadt hat die Polizei ihre Ermittlungen abgeschlossen. »Die Akten werden jetzt der Staatsanwaltschaft übergeben«, berichtet Polizeisprecherin Sarah Siedschlag auf WESTFALEN-BLATT-Anfrage.

Donnerstag, 03.10.2019, 09:00 Uhr
Labrador Joe kämpfte nach den Bissen ums Überleben.

Wie berichtet, sollen am 1. September zwei Dutzend Jagdhunde über eine Bielefelderin (41) und ihren Labrador Joe hergefallen sein. Dabei erlitt die Frau einen Wadenbiss, auch ihr Hund wurde mehr als zehnmal gebissen und verletzt. Zuvor hatte sie sich ein Wortgefecht mit zwei Reiterinnen geliefert, die der Schleppjagd vorausgeritten waren und sie aufgefordert hatten, mit ihrem Hund den Weg zu verlassen.

Ermittelt wird nach Angaben der Polizei wegen fahrlässiger Körperverletzung und unterlassener Hilfeleistung sowie wegen Sachbeschädigung – aufgrund der Labrador-Verletzungen. Letztlich entscheidet die Staatsanwaltschaft darüber, ob Anklage erhoben wird. Auch gegen das 41-jährige Opfer wird nach Polizeiangaben ermittelt – wegen Beleidigung.

Schleppjagd ordnungsgemäß angemeldet

Eine Schleppjagd ist eine Jagd hinter der Hundemeute auf einer künstlichen, zuvor gelegten Fährte. Die 41-jährige Frau war am 1. September gegen 13.30 Uhr mit ihrem Labrador in einem Waldstück am Senner Hellweg unterwegs. Dabei stieß sie nach Polizeiangaben auf die zwei Reiterinnen. Die Frauen warnten die 41-Jährige vor der Jagdhund-Meute. Bei einem Wortgefecht kam es laut Polizei zu Beleidigungen.

Die Bielefelderin sei schließlich in einen anderen Waldweg abgebogen, nur kurze Zeit später kam es dann zu den Beißattacken. Die Bielefelderin sprach von etwa 26 Hunden, die sie und ihren Labrador angegriffen hatten. Reiter mit Peitschen hätten die Jagdhunde schließlich vertrieben.

Nach Angaben der Stadt Bielefeld wurde die von Oerlinghausen in den Bielefelder Süden führende Schleppjagd ordnungsgemäß angemeldet. Allerdings müsse der Veranstalter auch für die Sicherheit und Ordnung sorgen, heißt es.

Kommentare

Wegst  wrote: 03.10.2019 10:52
Warum dürfen hier eine Herde Hunde frei laufen
Warum wird so etwas noch genehmigt?
Was passiert wenn da Kinder in Wald sind ...
Was passiert wenn da Wildtiere den Weg kreuzen?
Es ist Sache der Reiter die Hunde unter Kontrolle zuhaben. Besser wäre sowas nicht mehr zu genehmigen...
Muss erst was passieren bevor das Amt , ihre Genehmigung überdenkt.
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