Befürworter von Hochbahnsteigen in Brackwede beklagen geringen Mut der Planer
Hauptstraße: 2019 keine Entscheidung

Bielefeld (WB/peb). Eine Entscheidung im Genehmigungsverfahren zum Umbau der Brackweder Hauptstraße wird es in diesem Jahr nicht mehr geben. Das sagte Andreas Moseke, Sprecher der Bezirksregierung Detmold, im Nachgang zum Erörterungstermin am Dienstag in Brackwede . Zehn Stunden lang hatten Einwender ihre Bedenken zum geplanten Umbau der Straße mitsamt dem Bau dreier Hochbahnsteige begründet und darüber mit Vertretern der Stadt Bielefeld und von Mobiel diskutiert.

Donnerstag, 03.10.2019, 15:00 Uhr
Vor allem der im Zentrum der Hauptstraße geplante Hochbahnsteig sorgt seit Jahren für Diskussionen. Foto: Peter Bollig

Dabei war auch die voraussichtliche Länge der Bauzeit von 20 Monaten mit all ihren vorhersehbaren Einschränkungen Gegenstand der Betrachtung. »Es wurde deutlich, dass es sich bei dem Projekt um eine sehr komplexe Planung auf beengtem Raum handelt, die den Versuch unternehmen muss, möglichst allen betroffenen Belangen in ausreichender Weise Rechnung zu tragen«, fasste Moseke zusammen. Ob dies am Ende gelungen sei, werde die Bezirksregierung nun in einer gründlichen Überprüfung feststellen müssen.

Es sei derzeit »noch deutlich zu früh für eine Prognose dazu, ob und in welchem Umfang eigene Weiterermittlungen anzustellen sind«, so Moseke, und ob die Stadt von der Bezirksregierung noch Prüfaufträge erhält, um einzelne Aspekte der Planung intensiver zu beleuchten. Wann das Verfahren mit einer Ablehnung oder Zustimmung durch die Bezirksregierung endet, sei noch nicht absehbar.

Ein eigenes Fazit zieht unterdessen die Bürgerinitiative »Hochbahnsteig hier & jetzt«, die feststellt, dass die vorgelegte Planung aufgrund der Enge des verfügbaren Straßenraums schwierig sei. »Wir bedauern, dass Politik und Verwaltung nicht den Mut hatten, die Hauptstraße wirklich neu zu denken, ohne Autoverkehr – bis auf Anlieger, Taxen und Lieferverkehr – und ohne Pkw-Stellplätze, dafür aber mit hoher Aufenthaltsqualität. Wir sind davon überzeugt, dass eine hohe Aufenthaltsqualität mit Außengastronomie etc. für den Einkaufsstandort Hauptstraße wichtiger ist als die unmittelbare Autoerreichbarkeit«, schreiben Dr. Godehard Franzen, Wolfgang Baum und Karola Rengis für die Initiative. Stadtbahnen in Niederflurtechnik hätten viele Probleme gelöst, diese Chance sei aber mit dem »Nein« der Bürger zu einer Linie 5 verspielt worden.

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