Schulessen in Bielefeld: Belieferung durch Stadtteilküchen ist erst einmal vom Tisch
Erst mal ein Konzept, dann wird gekocht

Bielefeld (WB). Gesundes Schulessen – das wollen alle. Wie das aber gehen soll, dafür will das Amt für Schule zunächst ein Konzept erarbeiten lassen. Klingt gut, kommt aber erst einmal teuer: Denn jetzt sollen 270.000 Euro dafür investiert werden, dass ein Fachingenieurbüro »die vorhandene Kücheninfrastruktur durch Begehung aller Schulstandorte« prüft.

Mittwoch, 02.10.2019, 13:00 Uhr
Gesundes Schulessen wollen alle. Wie das gelingen könnte – dafür soll ein Konzept erarbeitet, die Küchenausstattungen in den Schulen extern für hohe Kosten überprüft werden. Foto: dpa

Fad im Geschmack, zu wenig frisches Gemüse oder Salat, fehlende Beilagen, zu kleine Portionen: Die Liste der Klagen über das Schulessen war lang. Nicht besser wurde die Lage, als der Hannoveraner Caterer »Vomfeinsten«, der 19 Bielefelder Schulen der Sekundarstufe I mit Mittagessen beliefert hatte, nach nur einem Jahr zum Ende des vergangenen Schuljahres kündigte. Die Stadt musste kurzfristig Ersatz beschaffen.

Preise zwischen 2,20 und 4,50 Euro

Drei verschiedene Lieferanten sorgen jetzt dafür, dass die Schüler mittags etwas in den Magen bekommen. Vertragslaufzeit: ein Jahr. Dann soll europaweit neu ausgeschrieben werden. Unter Anwendung des »Konzeptes für gesundes Schulessen«.

In seiner nächsten Sitzung (10. September) berät der Schulausschuss über die Möglichkeiten von Frischeküche (Warmverpflegung, zwei Schulen) bis Cook & Chill beziehungsweise Freeze, also das Gekochte zunächst tiefzukühlen und vor Ort aufzuwärmen. Vom Tisch ist laut Ausschuss-Vorlage der Wunsch, den SPD, Grüne, Bürgernähe/Piraten noch im Sommer favorisiert haben: nämlich die generelle, flächendeckende Belieferung von Stadtteilküchen an Schulen in deren Umfeld. Das komme in Zukunft nur in Frage, wenn Schule und Quartiersküche quasi Tür an Tür liegen würden. Als Beispiel dafür gilt die Diesterwegschule.

Der tägliche Essenspreis schwankt an den Bielefelder Schulen zwischen 2,20 und 4,50 Euro. geplant ist, bei Schul- oder OGS-Neubauten nach Möglichkeit Frischeküchen mit einzubauen. Die kosteten jeweils rund 200.000 Euro mehr als eine herkömmliche Schulküche, in denen gekühltes Essen angeliefert und aufgewärmt wird (Cook & Chill). Martinschule und Hellingskampschule könnten mit solchen Frischeküchen ausgestattet werden.

Auf Fertigprodukte soll verzichtet werden

Zu den inhaltlichen Standards für gesundes Essen an den Bielefelder Schulen gehören unter anderem eine »Nachschlagsregelung, damit alle satt werden«, dass es einmal pro Woche Fisch »aus nachhaltiger Fischwirtschaft« gibt, dass frisch gekochte Kartoffeln, Naturreis oder Nudeln, Gemüse, Salat, Rohkost zu jeder Mahlzeit dazu gehören. Ein- bis zwei mal pro Woche soll eine vegetarische Speise wie Auflauf, Bratling, oder auch Grieß- oder Reisbrei auf dem Speiseplan stehen. Auf Dosenware und Fertigprodukte soll verzichtet werden, außerdem auf frittierte Speisen (Pommes frites). Einweggeschirr ist verboten.

Kritisiert wurde im Sommer von der SPD auch das komplizierte Bestellsystem, das ein Grund dafür sei, dass nur vergleichsweise wenige Schüler mittags in der Mensa essen würden. Bei einer verbindlichen Vorbestellzeit soll es aber bleiben – von zwei bis drei Werktagen.

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