Folge 36: Kathrin Schumacher ist Sachbearbeiterin für die Reinigung der Universität
Dem Schmutz keine Chance

Bielefeld (WB). Wenn Kathrin Schumacher durch die Universität geht, lässt sie ihre Blicke schweifen: Liegt irgendwo Schmutz herum? Ist etwas beschmiert? Quellen womöglich Mülleimer über? »Ich kann einfach nichts anders, das steckt in mir drin«, sagt sie lachend. Schließlich ist die 59-Jährige als Sachbearbeiterin der Liegenschaftsverwaltung, neudeutsch Facility Management, für die Reinigung zuständig.

Dienstag, 01.10.2019, 15:00 Uhr
Kathrin Schumacher ist seit neun Jahren für die Reinigung der Universität inklusive sämtlicher Gebäude »drumherum« zuständig. Die Reinigungskräfte leeren auch die Abfallbehälter – dabei wird der Müll streng getrennt. Die Abfallwirtschaft allerdings liegt in anderen Händen.

Nachdem sie zunächst als Sekretärin bei Nixdorf im benachbarten Paderborn gearbeitet hatte, wechselte Kathrin Schumacher 1996 an die Universität Bielefeld. »Ich war Büro- und Schreibkraft, habe dann zum Beispiel die Dienstwohnungen im Zentrum für interdisziplinäre Forschung und die Wohnungen des internationalen Begegnungszentrums betreut, war in der Parkraumbewirtschaftung und in der Hörsaal- und Seminarraumvergabe«, zählt sie auf. Vor neun Jahren übernahm sie dann die Organisation der Uni-Reinigung.

Seitdem beginnt ihr Arbeitstag vor Tau und Tag: Um 4 Uhr steht sie auf und radelt bald darauf fast täglich von Jöllenbeck zur Universität. »Nur wenn es ganz stark schüttet, nehme ich das Auto.« Schließlich wird ab 5 Uhr geputzt, und Kathrin Schumacher ist für 80 Reinigungskräfte der drei Reinigungsfirmen, mit denen die Universität kooperiert, zuständig.

Büros sind einmal pro Woche dran

Was sie machen, ist genau festgelegt. »Zur so genannten Unterhaltungsreinigung gehört etwa, dass die Büros einmal in der Woche geputzt werden«, erklärt sie. Die Böden werden gefeudelt, die freien Flächen – von Schreibtisch zu Schreibtisch sehr unterschiedlich – und Fensterbänke werden abgewischt, die Griffspuren an den Türen entfernt und die Mülleimer entleert. Toiletten hingegen sowie Seminarräume und Hörsäle werden täglich gereinigt. Ihr Augenmerk legt Kathrin Schumacher auf die zentrale Halle: »Die muss sauber sein, das ist wichtig für den ersten Eindruck.« Und ergänzt: »Wir haben gerade für einige tausend Euro Kaugummis vom Boden entfernen lassen.«

Zuständig ist die 59-Jährige aber längst nicht nur für das Uni-Hauptgebäude: Auch die immer zahlreicheren »Nebengebäude« fallen in ihren Aufgabenbereich, vom ZiF bis zum Citec und auch der jüngst hinzu gekommene Innovationscampus. Entsprechend kennt Kathrin Schumacher die Universität ganz genau und bis in den sprichwörtlichen letzten Winkel – unterirdische Technikräume inklusive. »Schließlich passiert laufend irgendetwas und wenn es ein geplatztes Rohr ist, nach dessen Reparatur geputzt werden muss.«

Denn neben der Unterhaltungsreinigung gibt es noch die Sonderreinigung. Die ist fällig, wenn in Aufzügen Wegweiser beschmiert worden sind, wenn Toiletten mutwillig verschmutzt wurden oder vielleicht auch einmal jemandem plötzlich schlecht wurde. Über ein Störungsmanagement-System kann zudem jeder, dem Verunreinigungen auffallen, diese telefonisch oder per Mail melden. »Wir haben eine kleine ad-hoc-Truppe, die dann sofort losgeschickt werden kann«, sagt Kathrin Schumacher. Diese Mitarbeiter werden auch bei Reklamationen aktiv, wenn etwa ein Büroraum versehentlich nicht gereinigt wurde. Oder wenn, wie seit einigen Wochen, wieder Berge von Altkleidern in einem Parkhaus gefunden wurden. »Eine Erklärung dafür haben wir noch nicht«, sagt Kathrin Schumacher.

250.000 Rollen Toilettenpapier

Schwindelfrei müssen zudem die Reinigungskräfte sein, die von außen die zahlreichen Fenster der Universität putzen: Sie werden in Arbeitskörben der so genannten »Fassadenbefahranlage« vom Dach herabgelassen. An sehr heißen Tagen allerdings streicht Kathrin Schumacher diese Putzaktion: Die Fenster wären, kaum mit Waschlauge benetzt, schon wieder trocken.

Zu den Obliegenheiten der 59-Jährigen gehört auch die Bestellung von Flüssigseife, Papierhandtüchern und Toilettenpapier. 250.000 Rollen benötigt die Universität im Jahr, zudem 3000 Kartons Handtuchpapier – »das entspricht 15 Millionen Blatt«.

Ihren Ausgleich zu dem durchaus auch hektischen Berufsalltag findet Kathrin Schumacher beim Sport. Sie legt nicht nur möglichst viele Wege mit dem Fahrrad zurück, sondern ist bis vor Kurzem auch dreimal in der Woche ins Fitness-Studio gegangen. »Derzeit kümmere ich mich aber mehr um meine kranke Mutter.« Darüber hinaus erfreut sich die Mutter eines erwachsenen Sohnes schon an der kleinen Enkeltochter. Und schließlich ist da noch der Hausgarten, dessen Pflege ihr Ehemann Kathrin Schumacher überlassen hat, wie sie schmunzelnd sagt.

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