Protestzug in der Innenstadt – mit Video Klimastreik: 11.500 Menschen demonstrieren

Bielefeld (WB). Tausende Menschen nehmen an dem Klimastreik in Bielefeld teil. Der Start verzögerte sich aktuell aufgrund des Polizeieinsatzes am Jahnplatz. Mittlerweile hat der Protestzug begonnen. Auch in weiteren Städten in OWL wurde demonstriert.

Von Michael Schläger, Peter Bollig, Stefan Biestmann und Lisa Bergen
Der Klimastreik beginnt am Hauptbahnhof.
Der Klimastreik beginnt am Hauptbahnhof. Foto: Peter Bollig

16.15 Uhr: Der Veranstalter beendet für heute den Bielefelder Klima-Protest. Mit fast 12.000 Teilnehmern haben doppelt so viele Menschen Maßnahmen gegen die Erderwärmung eingefordert wie erwartet. Aus Sicht der Polizei verlief die Veranstaltung »friedlich und ohne besondere Ereignisse«.

15.30 Uhr: Vorläufige Bilanz der Polizei: Eine insgesamt friedliche Veranstaltung. Polizei freut sich über sehr gelassene Stimmung unter den Teilnehmern. Aktuell ist nur noch der Niederwall für den Verkehr gesperrt. Es gab größere Rückstaus in den Straßenabschnitten.

Abschlusskundgebung am Rathaus Foto: Peter Bollig

15 Uhr: Die Abschlusskundgebung am Rathaus läuft bereits. Die Vertreter verschiedener Gruppen sprechen. Einige Teilnehmer sind bereits auf dem Heimweg. Alles ist immer noch friedlich.

13.50 Uhr: Die Polizei geht von 11.500 Teilnehmern aus. Der Zug erreicht jetzt den Adenauerplatz, wo eine weitere Zwischenkundgebung stattfindet. Die Strecke vom Jahnplatz bis zum Adenauerplatz ist aktuell noch gesperrt. Es kommt zu leichten Rückstaus.

Der Protestzug führt durch die Innenstadt. Foto: Peter Bollig

13.30 Uhr: Der Willy-Brandt-Platz ist für den Verkehr freigegeben. Es geht weiter zum Adenauerplatz.

13.20 Uhr: Die Veranstalter sprechen schon von mehr als 10.000 Teilnehmer

13 Uhr: Die Demonstranten machen auf dem Jahnplatz lautstark auf sich aufmerksam. Parolen wie »Wer nicht hüpft, der ist für Kohle« werden gerufen. Bislang verläuft alles friedlich.

12.45 Uhr: Der Protestzug hat den Jahnplatz erreicht. Hier ist jetzt die Zwischenkundgebung.

Zwischenkundegebung auf dem Jahnplatz. Foto: Stefan Biestmann

12.30 Uhr: Der Klimastreik beginnt mit gut 25 Minuten Verzögerung. Der Streik geht doch auf der geplanten Strecke los. Mehrere tausende Menschen marschieren mit. Der Bahnhofsvorplatz ist gefüllt. Transparente werden hochgehalten.

12 Uhr: Der eigentlich für 12.05 Uhr geplante Start der Demo verzögert sich aufgrund des Polizeieinsatzes am Jahnplatz. Ein Mann hatte Frau am Bahnsteig mit einem Messer attackiert und dabei mehrere Menschen verletzt. Eventuell könnte auch die Route geändert werden – über die Mindener Straße.

Es ist ein zivilgesellschaftliches Aktionsbündnis, an dem allen voran die »Fridays for Future«-Aktivisten beteiligt sind. Mit dabei sind Umweltorganisationen, der Evangelische Kirchenkreis, aber auch der Seniorenrat. Mehr als 40 Partner haben sich zusammengetan.

Wie verläuft die Demo?

Los geht’s symbolträchtig um fünf Minuten nach 12 am Hauptbahnhof. Dann zieht der Zug zum Jahnplatz, wo die erste Zwischenkundgebung geplant ist. Weiter geht es über die Alfred-Bozi-Straße zum Adenauerplatz. Hier sind wieder Redebeiträge vorgesehen. Dann verläuft die Demo-Route über Kreuzstraße und Niederwall zum Rathaus, wo die Abschlusskundgebung geplant ist.

für Autofahrer wichtig

Entlang des Demonstrationszuges müssen mehrere Straßen und Verkehrsknotenpunkte nacheinander zeitweise für den Verkehr komplett gesperrt werden. Es kann zu erheblichen Behinderungen kommen.

Was ist mit Bus und Bahn?

Der Stadtbahnverkehr wird erheblich eingeschränkt. Sobald der Adenauerplatz und die Kreuzstraße gesperrt werden, wird die Linie 1 nur noch zwischen Schildesche und dem Jahnplatz verkehren.

Wenn der Niederwall gesperrt wird, wird die Linie 2 nur noch zwischen Altenhagen und Jahnplatz unterwegs sein. Zwischen Sieker und Jahnplatz wird der Stadtbahnverkehr in dieser Zeit ausgesetzt. Sobald die Nikolaus-Dürkopp-Straße gesperrt wird, fährt die Linie 3 nur zwischen Babenhausen-Süd und Jahnplatz. Der Schienenersatzverkehr startet und endet am Kesselbrink vor der Polizeidienststelle.

Die Linie 4 wendet ab 13 Uhr am Hauptbahnhof. Grundsätzlich sollen so viele Innenstadt-Buslinien wie möglich über den OWD umgeleitet werden, sobald der Jahnplatz gesperrt ist. Das gilt für die Linien 21, 22 und 25/26, 87 und 95. Die Linien 23, 27, 29 und 369 enden am Kesselbrink. Die Linie 24 fährt einen Inselverkehr zwischen Sieker und Kesselbrink und zwischen Dornberg-Bürgerzentrum bis Tierpark. Die Linie 28 endet in Bethel und wendet über den Schildhof.

Warum läuten die Glocken?

Um 12.30 Uhr läuten die Glocken in 14 Bielefelder Kirchen. Der Kirchenkreis folgt dem Aufruf der Evangelischen Kirche von Westfalen. »Menschen aller Generationen sind aufgerufen, ein starkes Zeichen für eine menschenwürdige Zukunft zu setzen«, heißt es. In der Neustädter Marienkirche beginnt außerdem um 12 Uhr eine Andacht.

Welche Schulen machen mit?

Auch Bielefelder Schulen beteiligen sich an der Demo, allerdings nicht immer auf die gleiche Art und Weise. »Das Ratsgymnasium bereitet Unterricht zum Thema Klimaschutz vor und nach, falls es auf Interesse bei den Schülern stößt«, sagt Schulleiter Hans-Joachim Nolting. Das Helmholtz-Gymnasium hingegen wird mit einigen Klassen an der Klimaschutzdemonstration aktiv teilnehmen. Ebenfalls die Laborschule. Bedingung sei für Schüler, eine schriftliche Zustimmung der Eltern vorzulegen. Für das Oberstufenkolleg sei es selbstverständlich, Teil der Demo zu sein, heißt es von dort – aber ausdrücklich nicht als Mit-Organisator.

Warum das Radio schließt

»Radio Bielefeld« präsentiert zwischen 6 und 17.59 Uhr keine Nachrichten, und es gibt auch keine Live-Moderationen. Aufgezeichnete Erklärungen werden jede Viertelstunde über die Hintergründe der außergewöhnlichen Programmgestaltung informieren. »Umwelt, Natur und Klima werden nicht besser, wenn alle so weitermachen wie immer, deshalb machen auch wir am Freitag vieles anders«, meint »Radio Bielefeld«-Chefredakteur Timo Fratz.

Was passiert noch?

Der Streiktag ist Auftakt einer »Climate Week« mit Veranstaltungen bis zum 29. September. Zen­trum ist das Klimacamp, das auf dem Altstädter Kirchplatz eingerichtet wird. Dort wollen auch Klima-Aktivisten übernachten. Das komplette Programm gibt es hier .

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