Sozialdezernent Ingo Nürnberger macht Brackweder Bezirksvertretern und Anliegern Hoffnung
»Den Treppenplatz zurückerobern«

Bielefeld (WB). »Der Treppenplatz ist ein wichtiges Stadtteilzentrum mit großem Potenzial, aber leider wenig Aufenthaltsqualität.« Das sagt Ingo Nürnberger zu Brackwedes Brennpunkt Nummer eins. Der Sozialdezernent hatte sich am 9. August bei einer offenen Sprechstunde vor Ort umgehört und stellte seine daraus gewonnenen Erkenntnisse jetzt in der Brackweder Bezirksvertretung vor.

Sonntag, 08.09.2019, 08:00 Uhr
Die Blumenkübel im Vordergrund sind eine Übergangslösung. Damit sollen die dem Abriss geweihten Mauern blockiert werden, auf denen Mitglieder der örtlichen Trinkerszene gerne Platz nehmen. Allerdings sitzen die auch gerne mal in den Kübeln. Foto: Markus Poch

Was die Bezirksvertreter erst im Juni beschlossen hatten, nämlich den Abriss zweier Mauervorsprünge, auf denen sich die dort ungeliebte Trinkerszene gerne tummelt, ist ein anderer Ansatz, als der, den Nürnberger verfolgt, um den Treppenplatz aufzuwerten: »Es ist nicht damit getan, die Leute zu verdrängen«, betonte er. »Sonst landen die im Stadtpark oder woanders. Wenn wir den Treppenplatz zurückerobern wollen, dann reichen Repressionen nicht aus.«

Streetworker-Projekt

Der Sozialdezernent sprach von einem »großen Handlungsbedarf« seitens der Stadt und empfahl ein »ganzheitliches Herangehen« in den drei Bereichen Sozialarbeit, Ordnung und Sicherheit sowie stadtplanerische Maßnahmen. Was Baumaßnahmen angeht, rechnet Nürnberger allerdings weder mit Fördergeldern des Landes noch des Bundes. Er will deshalb »in die Investitionspläne der Stadt reinkommen«, um die Aufenthaltsqualität auf dem Treppenplatz zu verbessern. »Wir reden hier sicher nicht über Millionenbeträge«, sagte er, »aber sechsstellig werden wir immer.«

Des weiteren schwebt Nürnberger ein größer angelegtes Streetworker-Projekt für mehrere Stadtteile vor. Dessen Mitarbeiter sollen sich um die Brackweder Drogendealer und alkoholkranken Menschen sowie schwänzende Schüler kümmern. »Aber auch da sind wir bei einem sechsstelligen Betrag, den der Rat zur Verfügung stellen muss.« In jedem Fall will der Sozialdezernent einen früheren Mobiel-Bus als flexiblen Aufenthaltsraum etablieren und auch die muslimische Gemeinde als Kooperationspartner gewinnen. Ein Lob verteilte Nürnberger in diesem Zusammenhang an Stadtteilkoordinatorin Sonja Frisch, die es mit positiven Aktionen verstehe, am Image des Treppenplatzes zu arbeiten. Dafür soll es künftig ein spezielles Budget geben.

Mehr Ordnungskräfte

Den Bereich Ordnung und Sicherheit sieht Nürnberger bereits ganz gut aufgestellt: »Das Ordnungsamt hat seine Präsenz auf dem Treppenplatz erhöht«, sagte er. Außerdem seien im neuen Jahr vier weitere Mitarbeiter für solche Arbeiten vorgesehen.

»Wir sind froh, dass die Probleme der Brackweder Bezirksvertretung mit Ihrer Unterstützung bis in den Verwaltungsvorstand vordringen«, sagte Bezirksbürgermeisterin Regina Kopp-Herr zum Dezernenten. »Es ist gut, dass Sie sehen, dass hier etwas passieren muss«, ergänzte SPD-Fraktionschef Hans-Werner Plaßmann. Er habe das Gefühl, dass da jetzt zugepackt werde und zwar nicht nur halbherzig. Plaßmann: »Ich bin zuversichtlich, dass wir hier bald wieder ein Zentrum haben, in das wir gerne gehen.« Vincenzo Copertino (CDU) sagte: »Wir können jede Belebung des Treppenplatzes nur Begrüßen. Wir unterstützen Sie da jederzeit gerne.«

Jan Dopheide (UBF) bat Nürnberger darum, das Thema »Alkoholverbot auf dem Treppenplatz« erneut in die Gremien zu tragen. Peter Diekmann (CDU) erinnerte den Dezernenten daran, dass bei einer möglichen Sanierung des Treppenplatzes daran gedacht werden müsse, diese dem Gesamtkonzept der Hauptstraßenneugestaltung unterzuordnen.

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