Kunstwerk erhält Platz im Park der Menschenrechte
Das »Ich-Denkmal« kommt

Bielefeld(WB). Die Idee ist so simpel wie reizvoll: Jeder Mensch ist einzigartig – und kann dies zeigen, wenn er auf einen Sockel steigt und selbst zum Denkmal wird. Dass es in Bielefeld tatsächlich bald ein »Ich-Denkmal« geben wird, dafür haben die Initiatoren jedoch zwölf Jahre kämpfen müssen. Am 27. September wird es im Park der Menschenrechte eingeweiht.

Samstag, 07.09.2019, 12:00 Uhr
Lars Jauer (von links), Timo Leuschner und Fabian Barczewski von der Firma Jauer Natursteine in Quelle fertigen im Auftrag der Bielefelder Flaneure das Ich-Denkmal.

Damit wird Bielefeld nach Frankfurt/Main und Kassel die dritte Stadt deutschlandweit, in der es ein »Ich-Denkmal« geben wird. Dieses besteht aus einem Steinsockel, an dessen Vorderseite in goldenen Lettern das Wort »Ich« steht und das auf der Rückseite über Stufen verfügt, so dass jeder, der möchte, sich auf den Sockel stellen und so selbst zum Teil des Kunstwerks werden kann.

Die Idee zu dieser ungewöhnlichen Version eines Denkmals stammt von dem Schriftstellers und Satiriker Hans Traxler. In Frankfurt war, wie damals berichtet, die Gruppe der Bielefelder Flaneure um Norbert Schaldach und Marcus Langer 2007 auf das dortige »Ich-Denkmal« aufmerksam geworden und hatte die Idee entwickelt, auch in Bielefeld eines aufzustellen. Es folgten die Vorstellung in der Politik, mehrere publikumswirksame Präsentationen in der Öffentlichkeit, für die die Akteure auch ein Modell aus Holz hatten bauen lassen, und eine Sammlung von Spenden, um das Projekt zu finanzieren.

Am 27. September soll Denkmal übergeben werden

Während das nötige Geld schnell beisammen war, wurde die Suche nach einem geeigneten Standort fast zur unendlichen Geschichte. Während sich die Initiatoren einen gut sichtbaren Platz in der Innenstadt wünschten, stießen diese in der Politik teils auf wenige Gegenliebe, andere Orte erwiesen sich als unpraktikabel.

Nachdem es nun lange Zeit still war um das Projekt, teilten die Bielefelder Flaneure am Freitag mit, dass der Durchbruch gelungen sei und das »Ich-Denkmal« im Park der Menschenrechte an der Straße Am Bach aufgestellt werde. »Das war der erste Platz, den wir vorgeschlagen haben. Und ein besserer Standort ist kaum denkbar, denn Hans Traxlers Ich-Denkmal-Idee lautet: Jeder Mensch ist einzigartig, also ein Wesenskern der Menschenrechte«, erklärt Norbert Schaldach.

Gefertigt wird der 1,8 Tonnen schwere Sockel aus rotem und weißen Mainsandstein derzeit im Betrieb der Firma Jauer Natursteine in Quelle. Angebracht wird daran auch eine Erklärtafel mit Zeichnungen von Hans Traxler.

Am Freitag, 27. September, wollen die Bielefelder Flaneure das »Ich-Denkmal« um 17 Uhr als Geschenk an die Stadt übergeben.

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