Jesidische Großfamilie und Komplize beschäftigen Amts- und Landgericht gleichzeitig
Drogenclan hält Justiz in Atem

Bielefeld (WB). Die Mitglieder der seit Jahrzehnten als schwerkriminell bekannten Bielefelder Großfamilie M. sorgen erneut für viel Furore bei der hiesigen Justiz. Aktuell laufen drei Verfahren gegen den kurdisch- jesidischen Drogenclan und einen ihrer Komplizen. Die fünf Angeklagten sitzen verteilt in verschiedenen Gefängnissen in Untersuchungshaft.

Samstag, 07.09.2019, 10:00 Uhr aktualisiert: 07.09.2019, 13:34 Uhr
Der Clan soll zentnerweise mit Drogen gedealt haben. Foto: dpa

Der Prozess gegen Cihan (33) vor einem Schöffengericht des Amtsgerichtes ist immer noch nicht abgeschlossen. Seit dem 23. August wird gegen den Jesiden mit deutscher Staatsbürgerschaft verhandelt. Dem massiv vorbestraften Mann droht wegen seiner zahlreichen Straftaten inzwischen die Sicherungsverwahrung.

Wertvolle Beute

Er soll zusammen mit Komplizen am 11. Juli und am 31. Dezember 2018 in Wohnungen in Kirchdornberg und in Halle eingebrochen sein und wertvolle Beute wie hohe Bargeldsummen und eine teure Rolexuhr gemacht haben. Die Fortsetzung des Prozesses am Freitag wurde auf den 18. September vertagt. Eine mutmaßliche Tippgeberin und Mittäterin von Cihan M. ist untergetaucht und wird jetzt gesucht. Die Frau, die zuletzt in Dornberg wohnte, soll vor Gericht als Zeugin gehört werden. Zudem soll ein weiterer Polizist gegen Cihan M. aussagen.

Geredet hat am Freitag vor dem Schöffengericht bereits der mutmaßliche Komplize des jesidischen Drogenclans. Der Deutsch-Türke Taylan C. (31) belastete seinen ehemaligen Kumpan Cihan M., die angeklagten Einbrüche begangen zu haben. Unter anderem habe der Clan eine bei einem Einbruch bei der Feuerwehr erbeutete hydraulische Rettungsschere besessen. Damit sollten Türen aufgebrochen werden, sagte der Deutsch-Türke aus.

Kronzeuge im Drogenverfahren

Taylan C. muss sich von nächster Woche an vor dem Bielefelder Landgericht verantworten. Am Donnerstag beginnt für ihn das Hauptsacheverfahren – der Drogenprozess. Die Verhandlung wegen bandenmäßigen Rauschgifthandels mit mehr als 190 Kilo Marihuana, Haschisch und Kokain ist nur auf zwei Tage angesetzt.

Taylan C. gilt als der Kronzeuge im Drogenverfahren gegen den Jesidenclan M. Er soll nach seiner Verhaftung bei der Kripo umfangreich ausgesagt haben. Aus Wut auf Cihan M., wie er sagte. Der 33-Jährige soll ihm eine große Drogenlieferung gestohlen haben.

Der Prozess gegen Clanchef Adil M. und drei seiner Söhne (19/32/33) findet ebenfalls vor dem Landgericht statt. Die Verhandlung, bei der es um den Handel mit 200 Kilo Drogen geht, ist bislang noch nicht terminiert.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6905269?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198387%2F2513179%2F
Ein Ende und ein Anfang
Rheda-Wiedenbrück: Eine Luftaufnahme der Tönnies Holding. Foto: Guido Kirchner/dpa
Nachrichten-Ticker