Nach sieben Jahren Leerstand
Pachtvertrag für »Hofbräu« im Ratskeller unterzeichnet

Bielefeld (WB). Nach sieben Jahren Leerstand wurde am Donnerstag der Pachtvertrag für den Ratskeller unterzeichnet: Dort zieht das » Hofbräu am Alten Rathaus« ein.

Freitag, 06.09.2019, 08:00 Uhr
Das ist künftig das »Ratsherrenzimmer«, gedacht für Feiern oder geschlossene Veranstaltungen: Frank Baus, der bereits das »Hofbräu« in Bad Salzuflen führt, zeigt, dass bis zur Eröffnung im Frühjahr 2011 noch viel zu tun ist im alten Ratskeller. Foto: Burgit Hörttrich

Bier, Brezen, Brotzeit & Co. gibt es ab Frühjahr 2021 – nach aufwendiger Sanierung des Gewölbekellers mit seinen 1000 Quadratmetern Fläche. Die Kosten in Höhe von drei Millionen Euro übernehmen die Stadt (eine Million) und Peter Essmann, der bereits Investor der Ostertor-Galerie mit »Hofbräu« in Bad Salzuflen ist. Der Geschäftsführer dort, Frank Baus, übernimmt gemeinsam mit Jan Heidemann auch die Geschäftsführung des Bielefelder »Hofbräu«.

Eigens zur Vertragsunterzeichnung nach Bielefeld angereist war Harry Gerstl als Vertreter der Hofbräu-Brauerei: »Das wird das achte Hofbräu außerhalb von München.« Die Hofbräu-Brauerei samt Keller habe eine jahrhundertelange Tradition, sei schließlich 1589 vom Herzog von Bayern gegründet worden, weil dem das Bier, was es ansonsten gab, nicht geschmeckt habe.

Von Seiten der Stadt erinnerte Beigeordneter Gregor Moss gemeinsam mit Jürgen Bültmann, Kaufmännischer Leiter des Immobilienservicebetriebes (ISB), und ISB-Teamleiter Phillip Albrecht an das »lange politisches Gezerre« nach dem Auszug des »Irish Pub« im Jahr 2012. Es habe lange gedauert, bis es möglich gewesen sei, eine neue Ausschreibung für ein Pachtverhältnis auf den Weg zu bringen.

296 Plätze

Die Stadt habe den Ratskeller kernsaniert, er befinde sich, so Albrecht, »fast wieder im Rohbauzustand«. So gibt es Bereiche, die keine Sohle haben, sondern wo der Boden aus Sand besteht.

Frank Baus sagt, dass der Ratskeller künftig 296 Gästen Platz biete – in der sogenannten Schwemme, im Ratsherrenzimmer und direkt an der Theke. Dazu komme eine Außengastronomie im Rathausinnenhof mit 196 Plätzen plus Außentheke. Es werde eine Bierrutsche geben und einen »Bierkrugtresor«. Baus: »Dort können Stammgäste ihren eigenen Bierkrug lagern.«

Neben bayerischen Spezialitäten von der Haxen bis zum Backhendel werde es auch eine Karte mit regionalen Speisen geben, so Baus: »Niemand wird zu bayerischem Essen gezwungen, aber früher oder später kommen alle auf den Geschmack.«

Ausgeschenkt werde »natürlich« in Maßkrügen, aber auch in Seideln zu 0,3 oder 0,5 Liter Fassungsvermögen. Auch das Bier richte sich nach der Saison, so Baus: »Wir schenken Maibock aus, Sommer- und Winterzwickl und natürlich Oktoberfestbier.«

2020 beginnt der Umbau

Geöffnet sei das »Hofbräu am Alten Rathaus« in Zukunft je nach Wochentag ab 10 oder 11 Uhr bis Mitternacht.

Umbaubeginn werde 2020 sein. Neben der Installation von sanitären Anlagen, Heizungs- und Lüftungstechnik, Elektrotechnik und neuer Beleuchtung seien auch umfangreiche Brandschutzmaßnahmen erforderlich. Auf 350 Quadratmetern entstünden Küchen- und Lagerräume und sogenannte Bierkühlzellen, in denen der Tagesvorrat lagere.

Rund 30 Mitarbeiter für Küche und Service würden eingestellt, sagt Baus.

Harry Gerstl spricht davon, dass durchaus mal die »Musi aufspielen« würde, »aber natürlich nicht jeden Tag«. Und klar, im »Hofbräu« würde auch das Oktoberfest zünftig gefeiert.

Gregor Moss weist darauf hin, dass ein Lärmschutzgutachten erstellt wurde, weil es zum einen im Rathaus selbst Wohnungen gebe, zum andere wegen des Theaters und dessen engen Nachbarschaft zur geplanten Außengastronomie. Es gebe aber keine Probleme, Theatervorstellungen würden nicht beeinträchtigt.

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