Wettbewerb für Martin-Niemöller-Gesamtschule in Bielefeld ist entschieden
»Markante Adresse«: Neubau mit Werkstattcharakter

Bielefeld (WB). Eine Schule, zwei Grundstücke: Der Wettbewerb zum Neubau der Martin-Niemöller-Gesamtschule ist entschieden.

Mittwoch, 04.09.2019, 12:00 Uhr
Der Siegerentwurf: links die Stadtteilbibliothek, rechts die Häuser für die Jahrgänge 7 bis 13. Der Sockel mit Forum und Fachklassen bildet die Verbindung, ist auch von oben über eine Treppe zu erreichen.

Die Jury erkannte den 1. Preis Staab Architekten Berlin zu, Platz 2 geht an das Büro Habermann, Decker in Lemgo, Platz 3 an das Bielefelder Büro Brüchner-Hüttemann-Pasch. Um die Teilnahme am Wettbewerb hatten sich mehr als 100 zum Teil internationale Büros beworben, 16 waren ausgewählt worden, 13 davon legten ihre Entwürfe der Jury vor.

Alle mussten mit den Anforderungen etwa nach einem Gesamtkonzept für einen zusammenhängenden Schulstandort mit Stadtteilbibliothek und dem schwierigen Gelände mit seinen Höhenunterschieden fertig werden. Gebaut werden soll auf dem heutigen Fußballplatz an der Ecke Apfel-/Westerfeldstraße und auf dem Schulgelände an der Apfelstraße, Nähe An der Reegt. Die Schulgebäude aus dem Jahr 1970 sollen, abgesehen (zunächst) von den Sporthallen, wegen »erheblicher energetischer und baulicher Mängel« abgerissen werden.

Forum ist das verbindende Element

Das Siegerbüro schlägt mit seinem Entwurf, so Architekt Hanns Ziegler, einen »verbindenden Sockel« vor, in dem Forum und Fachklassen untergebracht werden, dessen Oberfläche als Schulhof und Terrassenfläche dient und auf die eigene Häuser für die Jahrgänge 7 bis 13 gesetzt werden. Das Forum ist das verbindende Element. Die Stadtteilbibliothek sieht der Entwurf als fünfgeschossigen Baukörper an der Ecke Westerfeld-/Apfelstraße mit eigenem Zugang vor. Das Schulhaus für die Jahrgänge 5 und 6 samt Mensa ist auf dem heutigen Schulgelände (zum Teil heute Parkplatz) geplant. Im Inneren der Gebäude, so Ziegler, solle »Werkstattcharakter« vorherrschen mit variablen Raumabschnitten, Transparenz und einer »robusten, offenen Großraumstruktur«.

Ziel sei es, mit der neuen Schule einen einladenden öffentlichen Ort für die Einwohner zu schaffen, eine »markante Adresse«, sagt Reinhold Peter, Technischer Leiter des städtischen Immobilienservicebetriebes (ISB).

Für den zweiten Preisträger erläutert André Habermann den Entwurf für die Jahrgänge 7 bis 13 mit zwei Riegeln parallel zur Apfelstraße, verbunden durch eine zentrale Erschließungshalle, Architektin Ursula Pasch stellte bei ihrem Entwurf (Platz 3) die »gemeinsame Mitte« ins Zentrum, gebildet von einzelnen Häusern, die sich darum herum gruppieren. Eine Spiel-, Sitz- und Erlebnistreppe führe ins Forum, öffentliche Nutzungen seien im Erdgeschoss untergebracht. Ursula Pasch ist die »Vernetzung der Schule mit dem Stadtteil« wichtig.

Baubeginn nicht vor 2021

Im September 2016 hatte die Paprika-Koalition im Rat aus SPD, Grünen, Bürgernähe/Piraten innerhalb von Minuten beschlossen, 42 Millionen Euro – der Anteil, der Bielefeld aus dem Programm »Gute Schule NRW« zustand – komplett für den Neubau der Martin-Niemöller-Gesamtschule einzusetzen. Wie hoch die tatsächlichen Kosten liegen, ist offen.

Die Sekundarstufe I der Martin-Niemöller-Gesamtschule soll auf sechs Züge verkleinert werden, die Oberstufe vierzügig bleiben. Die Schule hat zurzeit 1200 Schülerinnen und Schüler.

Berücksichtigt werden musste in den Entwürfen auch eine mögliche Verlängerung der Stadtbahntrasse irgendwann in der Zukunft. Außerdem besteht der Anspruch auf eine »nachhaltige und wirtschaftliche Bauweise«, die mit dem Standard »Silber« zertifiziert werden könnte.

Die Stadt, so Reinhold Peter, werde jetzt in Verhandlungen mit den drei ersten Preisträgern treten. Dabei stelle sich heraus, an wen der Planungsauftrag vergeben wird. Baubeginn soll frühestens im Jahr 2021 sein.

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