Rütli: Künftig sollen alle den umstrittenen Service für Flüchtlinge nutzen können
Aus Flüchtlings-Shuttle wird Mobiel-Linie

Bielefeld (WB). Der Shuttleverkehr zwischen der Flüchtlingsunterkunft Rütli und der Sieker- Endstation war in der Vergangenheit wegen seiner hohen Kosten von jährlich 120.000 Euro kritisiert worden . Jetzt soll daraus eine kostengünstigere öffentliche Mobiel-Linie werden.

Mittwoch, 04.09.2019, 04:00 Uhr
Ein Foto aus dem Jahr 2016: Damals wurden für den Rütli-Shuttle noch Taxis eingesetzt. Foto: Hans-Werner Büscher/Archiv

Dabei werden auch die Haltestellen »Windmühlenweg« und »Waldkrug« in das Angebot einbezogen. Um den Rütli-Zubringer zu nutzen, benötigt künftig jeder Kunde ein gültiges Ticket. Der Sozialausschuss des Rates wird sich in seiner Sitzung am kommenden Dienstag mit der geplanten Änderung befassen.

Fahrten werden noch bis zum Jahresende vom DRK durchgeführt

Um die Anbindung des abgelegenen Rütli zu verbessern und den Flüchtlingen den Weg zu Schulen, Sprachkursen, Einzelhandel oder kulturellen Veranstaltungen zu erleichtern, wurde der umstrittene Shuttleverkehr zur Sieker-Endstation nach einem festen Fahrplan eingerichtet. Derzeit finden montags bis freitags zwischen 7 Uhr und 22 Uhr jeweils 17 Fahrten, samstags zwischen 9.25 und 23 Uhr jeweils zwölf Fahrten und sonntags zwischen 10.25 und 22 Uhr acht Fahrten statt.

Die Fahrten werden noch bis zum Jahresende vom DRK mit Acht-Sitzer-Fahrzeugen durchgeführt. Wenn die Fahrzeuge bei einem Abfahrttermin voll sind, finden Zusatzfahrten statt. An den Kosten von 120.000 Euro schieden sich bislang die Geister. Aufgeworfen wurde die Frage, ob den Rütli-Bewohnern nicht auch Fußwege zugemutet werden könnten. Der Rütli ist für 161 Flüchtlinge ausgelegt. Aktuell leben dort 110 Menschen.

Verbindung ab 2020 für alle offen

Die ab 2020 für alle offene Verbindung, die mit Großraumtaxis betrieben werden soll, verursacht laut Mobiel Kosten in Höhe von 121.500 Euro. Weil nun Tickets gelöst werden müssen, werden aber auch Einnahmen in Höhe von 34.300 Euro erwartet. Bleibt ein Differenzbetrag von 87.300 Euro. Dieser Betrag soll jetzt vom Sozialetat in den des Amtes für Verkehr »umgebucht« werden. Der Fahrplan soll beibehalten, an Werktagen sollen bei entsprechender Nachfrage zwei zusätzliche Fahrten angeboten werden.

Mobiel will den Rütli-Verkehr zunächst bis 2023 übernehmen. Dabei soll geschaut werden, ob der Fahrplan der Nutzung entsprechend angepasst wird, es also mehr oder weniger Fahrten geben könnte. Langfristig wäre auch eine neue Busverbindung denkbar, die von der Sieker Endstation über die Osningstraße bis zur Buschkampkreuzung führen würde. Eine solche Verbindung müsste in den Nahverkehrsplan aufgenommen werden, über den in den kommenden Monaten entschieden wird.

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