WESTFALEN-BLATT-Aktion: Leser Alexander Pörschke im Gespräch mit Pit Clausen - mit Video
»Was machen Sie für den Radverkehr?«

Bielefeld (WBHHS). Ein bisschen nervös sei er schon gewesen. Doch als Alexander Pörschke beim »Tag der offenen Rathaus-Türen« Oberbürgermeister Pit Clausen gegenüber saß, ging alles fast von alleine. Der 39-Jährige hatte bei der WESTFALEN-BLATT-Aktion »Ein Tag als Redakteur« einen Interviewtermin mit dem Rathaus-Chef gewonnen.

Montag, 02.09.2019, 14:00 Uhr aktualisiert: 02.09.2019, 14:34 Uhr
Im Besprechungszimmer des Oberbürgermeisters stellt Alexander Pörschke (rechts) Fragen an Pit Clausen. Foto: Bernhard Pierel

Tag der Demokratie im Rathaus

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Klar, dass der passionierte Radfahrer und Heizungsbaumeister über die Themen Verkehr und öffentliche Bauprojekte sprechen wollte.

Ich fahre jeden Tag 48 Kilometer Rad. Dabei fällt auf, in welch schlechtem Zustand die Radwege sind. Was machen Sie dagegen und für den Radverkehr?

Pit Clausen: Wir sind dran und wollen das auch. Aber sie haben Recht. Die Fahrradwege-Infrastruktur ist deutlich sanierungs- und erweiterungsbedürftig. Wir haben etwa 1200 Kilometer Straßenstrecke in Bielefeld, aber »nur« 400 Kilometer Fahrradweg-Strecke. Schon allein aus dieser Differenz sehen Sie den großen Bedarf. Und auf den bestehenden 400 Kilometern ist manches nicht so in Ordnung, dass man insbesondere mit den Pedelecs auch mal ein bisschen schneller drüberfahren kann.

Wir haben im Haushalt schon Umschichtungen herbeigeführt. Man kann aber immer noch mehr tun. Einverstanden. Darüber muss Politik auch diskutieren. Wir wollen mehr Strecke und auch qualitativ sicherere Strecke. Wenn wir im Zuge der Verkehrswende mehr Menschen dazu veranlassen, nicht mit dem Auto zu fahren, sondern mit dem Fahrrad, dann müssen wir die Infrastruktur angemessen ausbauen.

Gibt es für die städtischen Betriebe Dienstfahrräder?

Clausen: Teilweise. Bei der Stadt, den Stadtwerken oder dem Umweltbetrieb sind welche verfügbar.

Fahren Sie auch selber Rad oder nur für entsprechende Veranstaltungen?

Clausen: Mein Mann hat mich erst vor fünf Wochen mit einem Pedelec überrascht. Die haben wir auch mit in den Urlaub genommen. Seitdem ich das habe, fahre ich wieder öfter Rad. Das ist ein neuer Fahrspaß. Man kommt nicht schweißgebadet an, wenn man 20 Kilometer zurückgelegt hat.

Warum werden die städtischen Bauprojekte eigentlich nie pünktlich fertig und immer drei Mal so teuer als geplant?

Clausen: Drei Mal und immer stimmt nicht. Am Anfang des Projektes, wie jetzt bei der Kunsthalle, der Hauptfeuerwache oder der Niemöller-Gesamtschule, fragen sofort alle, wie groß wird es, was kostet es und wann wird es fertig. Aber zu dem Zeitpunkt kann man das in der Regel nicht mit der nötigen Treffsicherheit prognostizieren. Gerade bei einem längeren Zeitraum gibt es Kostensteigerungen und andere Überraschungen, auf die vorher niemand kommt. Aber es gibt auch Beispiele dafür, dass wir es durchaus können. Das Technische Rathaus und die Ausstellungshalle haben wir im Zeit- und Kostenrahmen gebaut.

Bei öffentlichen Ausschreibungen müssen sie das kostengünstigste Angebot nehmen. Achten Sie dabei auf die Referenzen, überprüfen Sie die?

Clausen: Wir sind angehalten, die inhaltlichen Vorgaben einzuhalten. Das geht bis dahin, dass keine Kinder in China mit der Stoffherstellung befasst werden. Außerdem achten wir beispielsweise darauf, dass die beteiligten Firmen auch Langzeitarbeitslosen eine Beschäftigungschance geben. Das ist dem einen zu bürokratisch, so dass sich einige Handwerksbetriebe bei öffentlichen Ausschreibungen nicht beteiligen: »Das kostet mich einen halben Tag Arbeit und hinterher komme ich nicht zum Zuge.« Aus Politik und Gesellschaft gibt es aber immer neue Anforderungen, was noch geprüft werden soll. Die unterschiedlichen Anspruchshaltungen zusammenzuführen, ist nicht immer ganz einfach.

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