Besucher feiern Spielzeit-Auftakt zwischen Probebühne und Parkplatz
10.000 Besucher kommen zum Theaterfest

Bielefeld (WB). Wenn Katzenmusik – genauer: das Katzenduett von Gioacchino Rossini, geschnurrt von zwei Männern – oder die Versteigerung jenes Kleides, das die Hexe Rumpumpel getragen hat, zu wahren Jubelstürmen führt, dann muss Theaterfest sein.

Sonntag, 01.09.2019, 17:19 Uhr aktualisiert: 01.09.2019, 17:22 Uhr
»Was ich noch nie singen durfte...«: Sänger Caio Monteiro (Foto) und seine Kollegen Evgueniy Alexiev, Moon Soo Park, Hasti Molavian, Lorina Wey und Yoshiaki Kimura singen »Fachfremd« im überfüllten Loft. Die Begeisterung bei der Oper paradox kennt keine Grenzen. Foto: Bernhard Pierel

Das Fest im und ums Stadttheater

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Foto: Bernhard Pierel
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Der Auftakt der neuen Spielzeit mit zwölfstündiger Dauer (von 14 bis 2 Uhr) fand diesmal am und im Stadttheater statt, und Intendant Michael Heicks freute sich über 10.000 Besucher. Bei Auftritten etwa im Loft oder sogar im großen Saal gab es mitunter keinen freien Sitzplatz mehr, insgesamt aber, so Heicks, hätten sich die Besucher »gut verteilt«.

Grund: Nicht nur das Stadttheater selbst und der Innenhof zum Alten Rathaus waren »Festplatz«, sondern auch das Dürkopp-Gebäude mit seinen fünf Probebühnen und der zweite Innenhof (eigentlich Parkplatz) an der Turnerstraße. Dort, auf der großen Außenbühne, gaben die Basement Boyz ein Zwei-Stunden-Konzert, das zur großen Party wurde, die schließlich nachts im Rangfoyer weiter gefeiert wurde, wo Schauspieler Georg Böhm alias DJ discoboehm auflegte.

Ein Opernexperiment

Stunden früher führte Musiktheater-Dramaturgin Anne Oppermann ein in ein »Opernexperiment, das das System radikal revolutionieren« würde – dass nämlich Männer Frauenpartien und umgekehrt singen sollten. Schließlich sei man bei der Besetzung von Opernrollen nicht bei »Wünsch Dir was«, sondern bei »So ist es«. Und das, so Anne Oppermann, sei »deprimierend und ungerecht«. Die Solisten des Musiktheater-Ensembles hatten jedenfalls ihren Spaß daran, das zu singen, was sie sonst nie, nie, nie singen dürften: Arien aus Georges Bizets »Carmen«, die der Königin der Nacht aus Mozarts Zauberflöte oder »Freunde, das Leben ist lebenswert« aus der Operette Giuditta von Franz Lehár – Besetzung paradox.

Maria Haus, die Leiterin der Theater-Ballettschule, zeigte mit dem Tanznachwuchs derweil auf der großen Bühne Schritte und Posen, machte aber auch deutlich, dass Ballett nicht immer nur Tutu und Chi-Chi ist, sondern vor allem Disziplin und Training.

Keine Disziplin, dafür aber die Freude am Gemüseschnippeln und Kochen von Minestrone à la Mafia hatten dafür die Schauspieler Oliver Baierl, Stefan Imholz, Carmen Priego und Alexander Stürmer in geschmackssicherer Vorbereitung auf »Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui« (Premiere 8. September). während eine Etage über der Küchen-/Kantinen-Installation auf Zeit ein Triathlon nicht nur mit internationaler Beteiligung, sondern auch mit Schwimmbecken (aufblasbar!) auf freiwillige Athleten wartete. Kultur-Dezernent Dr. Udo Witthaus wehrte sich tapfer gegen eine Zwangsteilnahme mit Verweis auf eine jüngst erlittene (Sport-)Verletzung, trug aber mit Jubel und Fähnchenschwingen dazu bei, dass die Kulisse stimmte.

Kostümversteigerung

Aus der Probebühne 3 war ein geheimnisvoll glitzernder Raum mit Zauberbaum geworden, in dem Kinder (und Erwachsene) den Märchen lauschen konnten, die die Schauspieler Jan Hille und Nicole Lippold vorlasen, Musikliebhaber konnten die Philharmoniker als »Maestro für Minuten« dirigieren und auf dem Technik-Flohmarkt wurden alle diejenigen fündig, die ihr Wohnzimmer zur Bühne machen wollten – oder einfach Stühle in Pink lieben.

Bei der Kostümversteigerung fand nicht nur das Rumpumpel-Kleid aus »Die Kleine Hexe« (Moderator Dr. Christof Wahlefeld, eigentlich Künstlerischer Betriebsdirektor: »Passt gut zum Rotwein«), sondern auch etwa eine Jacke mit Löwenköpfen aus »Heldinnen« neue Besitzer. Wahlefeld: »Bei der nächsten Gehaltsverhandlung schindet das Eindruck.« Co-Auktionatorin Nadja Loschky (Musiktheater-Leiterin) schlug für 5,50 Euro auch selbst zu: bei einem Kleid mit Tüllunterrock und Muschelschnalle.

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