Dringender Sanierungsbedarf in NRW – Situation in Bielefeld verhältnismäßig gut
Studentenheimen droht Schließung

Düsseldorf/Bielefeld (dpa/ret). Die Wohnungsnot von Studenten könnte sich in NRW noch verschlimmern: Viele Wohnheime sind so sanierungsbedürftig, dass die Schließung droht. In Bielefeld sieht das anders aus: Hier seien die Anlagen aber in »recht gutem Zustand«.

Sonntag, 01.09.2019, 08:00 Uhr
Die neue Studenten-Wohnanlage in Bielefeld wird seit Mai bezogen. Foto: Pierel

Mehr als die Hälfte der über 38.000 Wohnheimplätze der nordrhein-westfälischen Studierendenwerke sind ihren Angaben zufolge »dringend sanierungsbedürftig«. Der Sprecher ihrer Arbeitsgemeinschaft, Jörg Lüken, warnt davor, die begehrten, preisgünstigen Wohnanlagen kaputtzusparen. »Wenn es so weitergeht, muss in einigen Wohnanlagen irgendwann der Schlüssel umgedreht werden«, sagte Lüken. Günstige Studentenwohnungen sind dem vorgelegten Jahresbericht 2018 zufolge mehr denn je Mangelware. Ende 2018 unterhielten die Studierendenwerke in über 300 Anlagen insgesamt 38 246 Wohnheimplätze – 159 weniger als 2017. Die Zahl der Bewerber lag mit mehr als 50.000 weit über dem Angebot.

In Bielefeld könne man derzeit nicht von einer gravierenden Wohnungsnot sprechen, wie die stellvertretende Geschäftsführerin des Studentenwerks Bielefeld, Helga Fels, am Donnerstag mitteilte. »Unsere Wohnheime sind in einem recht guten Zustand, sodass wir keine Schließungen zu befürchten haben«, sagte Helga Fels. Für Entspannung auf dem Wohnungsmarkt in Bielefeld sorge außerdem die neu gebaute Studentenwohnanlage an der Stennerstraße, die seit Mai nach und nach bezogen wird.

Die Nachfrage sei dennoch kurz vor Start des Wintersemesters erfahrungsgemäß hoch, sagte Fels. Sie rate Wohnungssuchenden, sich direkt an bestehende WGs zu wenden, weil diese auch unabhängig von der Warteliste Bewohner »aufnähmen«. Bei den Einzelappartements sehe das anders aus: »Da gilt die Warteliste, was bedeutet, dass Bewerber schon bis zu drei Semester warten müssen.« Das gelte vor allem für Studierende aus OWL, weil Bewerber, die von weiter weg kämen, bevorzugt würden. »Sie haben keine Möglichkeit, hier länger eine Wohnung zu suchen und daher bemühen wir uns, zunächst diese Bewerber unterzubringen«, sagte Fels. Um die Weihnachtszeit entspanne sich die Situation: »Dann haben viele ihre Prüfungen abgelegt und Zimmer werden gekündigt.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6887765?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198387%2F2513179%2F
Aktivisten steigen Tönnies aufs Dach
Aktivisten vom „Bündnis Gemeinsam gegen die Tierindustrie” haben die Einfahrt der Firma Tönnies besetzt. Vier Aktivisten haben sich mit Fahrradschlössern um den Hals angekettet und sitzen vor den Transparenten. Foto: dpa
Nachrichten-Ticker