Weil er Trennung nicht akzeptiert hat: 27-Jähriger soll Ex-Freundin attackiert haben Messerangriff auf offener Straße

Bielefeld (WB). Weil er auch mehr als ein Jahr nach dem Beziehungs-Aus die Trennung nicht verwinden konnte, soll ein Bielefelder (27) in Stieghorst seine Ex-Freundin (25) niedergestochen haben. Diese Bluttat vom Morgen des 4. Mai wird jetzt zum Fall für das Schwurgericht (10. Große Strafkammer) des Landgerichtes, bestätigte Gerichtssprecher Phil Gabler.

Von Jens Heinze
Symbolbild
Symbolbild Foto: Freya Schlottmann

Der ermittelnde Staatsanwalt Veit Walter habe gegen den mutmaßlichen Messerstecher, einen Bielefelder mit griechischer und italienischer Staatsbürgerschaft, Anklage wegen versuchten Totschlags erhoben.

Demnach soll der 27-Jährige am Morgen des 4. Mai seiner Ex-Freundin vor deren Wohnanschrift am Löllmannshof aufgelauert haben. Offenbar versuchte der unter Alkohol- und Kokain-Einfluss stehende Bielefelder, an jenem Tag zwei Mal zur 25-Jährigen Kontakt aufzunehmen. Obwohl dem Mann bei seinem ersten Annäherungsversuch unmissverständlich klar gemacht wurde, dass er unerwünscht war, soll er sich hinter einem geparkten Auto versteckt und gewartet haben, bis die junge Frau mit ihrer Mutter an jenem Frühjahrsmorgen gegen 8.30 Uhr das Haus verließ.

Schnittwunden im Gesicht

Die Anklage fasst das weitere Geschehen wie folgt zusammen: Der Bielefelder geht wieder auf seine Ex-Freundin zu und will sie zur Rede stellen. Diese greift zum Mobiltelefon und will die Polizei rufen. Der 27-Jährige reißt der Frau das Handy aus der Hand, schlägt sie ins Gesicht, greift ihr in die Haare und reißt sie zu Boden. Als die 25-Jährige vor dem Mann auf den Knien liegt, zückt der ein Messer und fügt ihr Schnittwunden im Gesicht zu. Außerdem erhält die Ex-Freundin einen zehn Zentimeter tiefen Stich in die linke Flanke, der innere Organe verletzt und Blutungen auslöst.

Zeugen werden auf die Gewalttat auf offener Straße aufmerksam und eilen dem Opfer zu Hilfe. Sie überwältigen den Täter, der lässt seine Waffe fallen und wird von den couragierten Helfern gegen eine Hauswand gedrückt. Wenig später treffen erste Polizisten am Tatort ein und nehmen den Bielefelder fest. Anschließend kommt der 27-Jährige in Untersuchungshaft, wo er bis heute sitzt.

Blutiger Höhepunkt einer Krise

Wie die Ermittlungen einer sechsköpfigen Mordkommission ergeben haben, war der Messerangriff wohl der blutige Höhepunkt einer seit Monaten eskalierenden Krise. Der Angeklagte soll im Vorfeld gegen seine Ex-Freundin und deren Familienmitglieder wiederholt gewalttätig geworden sein. Das gipfelte schließlich darin, dass vom Amtsgericht gegen den 27-Jährigen ein Annäherungsverbot an das Opfer erlassen wurde. Demnach hätte der Bielefelder am Tattag gar nicht auf die 25-Jährige zugehen dürfen.

Strafrechtlich ist der 27-Jährige Justizangaben zufolge bislang zwei Mal in Erscheinung getreten: wegen gefährlicher Körperverletzung und Bedrohung. Offen seien noch zwei Strafverfahren wegen Körperverletzung und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte beim hiesigen Amtsgericht.

Der Prozess wegen des Messerangriffs ist bislang noch nicht vom Schwurgericht terminiert.

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